DENON HC1000S – Review

Denon HC1000S Wenn DENONs Controller für Serato Scratch Live so gut wie schwer ist, ist er Weltklasse. Ein Testbericht. 

 

 

 

Damit wäre das auffallendste auch schon berichtet. Beim Erstkontakt mit dem HC1000S bleibt dreierlei festzustellen: schwerer als mein Notebook, kleiner, als anhand der bisher kursierenden Bilder, vermutet, dazu klar strukturiert, einfach zu erfassen und wie erwartet – durchdacht. Doch der Reihe nach.

Mit 25cm Breite, einer Tiefe von 9cm und 2,5cm Höhe bringt der Kleine im Stahlkostüm knappe 1,5 Kilo auf die Waage. Unterm Blickpunkt der Gewichtsreduzierung, die bei digitalen System eine gern angeführte Bedeutung hat, erstmal ein verwunderlicher Fakt. Dafür wird die Stabilität doppelt bedient. Der HC1000S scheint unkaputtbar, massiv, stabilst und steht durch das Gewicht rutschfest auf vier kleinen Gummifüßchen. Da überwiegt der praktische Vorteil den Nachteil beim Transport – Wortwitz Ende.

Ausgepackt und angeschlossen. Letzteres über USB (1.1), wo auch der Strom herkommt. Das passende Kabel, USB auf Mini-USB, wird mitgeliefert. Dazu eine kurze Bedienungsanleitung als Faltblatt. Mehr brauchts auch nicht. Weder extra beiliegende Treiber noch ewig lange Texte. Windows bzw. SSL und Mac OSX kümmern sich selbstständig, auch eine umständliche Konfiguration bzw. das Laden eines Presets in SSL entfällt. Der HC1000S ist einfach da und alle Funktionen stehen sofort zur Verfügung. Zwar ist das Teil auf SSL optimiert, kann aber auch – via MIDI – mit jeder anderen DJ-Software eingesetzt werden.
HC1000S
Abgedeckt wird alles was man im DJ-Alltagsbetrieb benötigt. Die Oberfläche ist dabei sympathisch symmetrisch aufgeteilt. Linkes Deck, rechtes Deck und mittig die Browser Sektion. Insgesamt zähle ich 3 Encoder und 43 Buttons, die auch verschiedenfarbig hintergrundbeleuchtet und, durch eine Shift-Funktion, teilweise mehrfach belegt sind. Qualitativ denontypisch, zumindest ich mag das und hätte höchstens Sorge im Lauf der Zeit, mit meinen Schwitzefingern, die Beschriftung der (im Manual unverwüstlich genannten) Gummitastatur abzureiben. Kurz gesagt: erster Eindruck – überzeugt!
HC1000S
In der Praxis freundet man sich als routinierter SSL-User schnell mit dem Controller an. Im Prinzip muss man kaum zur Mouse greifen. Das Irrlichtern durch den Browser, Tracks laden, Cue-Punkte, Loops und deren Länge, Samples laden und abspielen, sowie zahlreiche andere Features lassen sich ferngesteuert betätigen. Das kann man zwar auch mit jedem anderen MIDI-fähigen Gerät bewerkstelligen, aber mit keinem so maßgeschneidert. Das sage ich auch aus dem Wissen, dass ein aktuell bei mir auftretendes Problem nun Geschichte scheint. Bei meinen bisherigen Versuchen mit Nanos, LPD, MPD oder Nuo4 kam es in Kombination mit dem SL1 Interface immer mal zu ungeklärten Abstürzen. Bluescreen – ein Supergau, der in den ersten Praxistagen mit dem HC1000S ausblieb. Ich klopf aus Holz und beobachte weiter.
HC1000S
Einige, über den Controller erreichbare, Funktionen (Tap, <-, Pitch, manuelles Loop, Track spulen, Instant Double) nutze ich selten bzw. werden diese nur einmal aktiviert (z.B. Key-Correction). Wichtiger sind mir Cues, Auto-Loops und das scrollen durch den Browser. Und das ist gut gelöst. Die Länge eines Loops läßt sich über einen Encoder vorwählen, verlängern oder verkürzen. Verkürzt werden kann zudem durch einen Druck auf den Encoder. Rechts und links davon findet sich wahlweise der Aktivator für Auto Loop oder Loop Roll. Für Cue-Punkte stehen pro Deck fünf Buttons zur Verfügung, von denen sich jeweils drei (über Shift) auch für Samples nutzen lassen. In einer weiteren Kombination (Shift + Load) lassen sich diese Samples z.B. aus einer Playlist, laden. Punkte die Ansatz zur Kritik bieten sind auch bei dieser Denon / Serato Kooperation rar. 1) Das Gewicht, was texteinleitend schon relativiert wurde. 2) Man kann per Controller Samples aus einer Playlist laden, aber um z.B. ein Loop aus dem Deck in den Sampler zu ziehen, ist noch immer der Griff zur Mouse nötig. Vielleicht tut sich hier was mit einem Software-Update, denn hier wäre eher anzusetzen als am HC1000S. 3) Mit |<< >>| kann man den nächsten oder den vorherigen Track ins Deck laden. Und zwar auch ins aktive, obwohl das gelockt ist. Nicht schön, aber nach dem dritten Fehlgriff werde ich diese Funktion deaktivieren.
4) Auch wenn es sich um eine Ergänzung zu einem DVS handelt, fehlt mir eine Play/Stop Taste, wozu sich aber die ungenutzte Tap-Taste mißbrauchen läßt.
5)Die Pitchtasten des linken Players ändern beim Standard-Preset die Looplänge, aber nicht den Pitch. Das sollte (wahrscheinlich*) fix zu ändern sein.

Alles in allem nichts Dramatisches, dazu nach eigenem Anspruch optimierbar, was dieses kleine, kompakte Tool in Zukunft zum SSL-Begleiter meines Vertrauens macht. Den fairen Obolus von 169 Euro entrichte ich dafür gern.

 Link zu Denon
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* ob dem so ist berichte ich in Kürze 🙂 

 

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