MUSIKMESSE 2010 – Fazit

MusikmesseDa wir die letzten Tage wirklich sehr viel im Shop zu tun hatten und nicht alle Messe-News zeitnah veröffentlichen konnten, kommt hier eine Zusammenfassung mit allen bisher noch nicht erwähnten Produkten.



Wir waren dieses Jahr gleich am ersten Tag (Mittwoch) vor Ort, was heuer auch der einzige Tag war. So gesehen war dies aber absolut ausreichend, da die Musikmesse in Bezug auf DJ-Equipment trotz der Anwesenheit von Pioneer noch reduzierter war als die vergangenen Jahre. Zudem gab es die meisten Neuheiten eh schon vorab auf der NAMM zu sehen oder wurden von den Herstellern vorangekündigt. Dennoch bot sich in Frankfurt die Möglichkeit, mit manch feinem Gerätchen schon mal auf Tuchfühlung zu gehen.

Bei Vestax hielt man sich bzgl. konkreter Release-Termine gewohnt diskret. So gab es zwar neben dem “Red Beat” das schwarze Äquivalent in Form des PMC-05 ProIV, der nach ersten Eindrücken wirklich baugleich zu sein scheint: ein zweikanaliger Battlemixer mit zusätzlichen MIDI-fähigen Buttons für Cue-Punkte und Loops.
Die PC-Alternative zu Spin namens “Typhoon” soll bis Ende April auf den Markt kommen, der UVP ist auf 265 € angesetzt und der Streetpreis wird sich vermutlich ebenfalls auf rund 220 € (Spin Niveau) einpendeln. Wie ich in Erfahrungen bringen konnte, besteht der eigentliche Unterschied tatsächlich “nur” im Gehäuse.
Neben dem bereits zur NAMM vorgestellten VCM-600 im neuen schwarzen Kleid (UVP 832 €) tut man dies anscheinend auch dem TR-1 gleich, von dem es aber außer dem Prototypen keine weiteren Release- und Preis-Daten zu sichten gab.
Außerdem konnte man noch zwei individualisierte VCI-300 begutachten, auf denen massive Face-Plates von DJs Face montiert waren.

Typhoon PMC-05 ProIV VCI300 Camouflage VCI300 Special

Am Numark/Akai/Alesis-Stand hatte ich ein Deja-Vu! Da stand doch tatsächlich schon wieder ein Glaskasten mit Deckel. Doch diesmal war kein NS-7 drin, sondern ein “X7”-Mixer inmitten zwischen zwei “V7”-Laufwerken. Während sich der V7 auch in Deutschland schon neuer Besitzer freuen darf, bleibt der X7 unter Verschluß und über die finale Markteinführung darf spekuliert werden. Unbestätigten Quellen zufolge sieht es aber nicht so aus, als wenn der X7 in den Stores noch dieses Jahr auf Grün stehen wird.
Als Entschädigung hielt man jedoch den “X5” bereit, der so brandneu war, daß sogar die offiziellen Numark-Showcase DJ’s (u.a. DJ Eskei83) ihn auf der Messe das erste Mal sahen. Der X5 ist grob gesehen die auf zwei Kanäle reduzierte Variante des X7 mit weniger Features (und ohne MIDI-Funktion), der zusammen mit 2 V7 einen modularen NS-7 bildet, optisch und technisch jedenfalls zum Verwechseln ähnlich.
Was zur NAMM noch Akai IPK25 hieß, nennt sich nun “Synthstation 25”. Die iPhone-App und der gleichnamige Controller auf Basis des LPK25 mit integrierter iPhone-Dockingstation, Line-Out (Cinch) und Kopfhöreranschluß, sowie Batteriefach, bilden zusammen ein kleines mobiles Produktionsstudio. Der Controller kann alternativ auch andere Programme am Rechner steuern. Synthstation soll ca. 100 Euro kosten, Release ist noch nicht 100%ig sicher.
Die “APC-20” ist, fern der landläufigen Meinung, weitaus mehr als eine Encoder-kastrierte APC-40. Per durchdachter Shiftfunktionen lassen sich die Funktionen, für die bei der APC-40 die Encoder zuständig sind, über die Fader regeln. Neu hinzugekommen ist der Master-Button, mit dem die Mastersektion nun nicht mehr per Mouse angewählt werden muß. Insgesamt lassen sich bis zu sechs APC’s kaskadieren (bzw. gleichzeitig an einem Rechner betreiben), womit dann auch der größte Live-Clip-Sammler ausreichend Kontrolle über seine 150×150 Session erlangen dürfte. Die APC-20 soll bis Mai diesen Jahres für 179 Euro Straßenpreis zu haben sein.

Numark X5 APC20

Weiter geht’s mit Reloop, die ihren mysteriös angekündigten “Contour” der breiten Masse vor die Nase hielten. Erster Eindruck: aaah ja, ne Mischung aus X1 und 1D bzw. 2D im Falle der Interface Edition. Vierdeck-Controller?? Setzen, sechs! Ein Controller mit vier umschaltbaren Layern macht diesen noch lange nicht zum quadrosynchronen Steuerrad für Traktor und Co. Da es laut Hersteller noch nicht die finale Fassung ist, kann sich an Layout und Inhalt bis zum geplanten Release im August noch das ein oder andere ändern.
Dann war da noch ein neuer Kopfhörer. Und irgendwie war mir, ich hätte schon wieder ein Deja-Vu… Diese geschwungenen Metallbügel an den Ohrmuscheln hatte ich doch schon irgendwo mal gesehen, und das war noch gar nicht so lange her. Ah genau, zuvor war ich ja bei Pioneer. Nun ja, ein Auto sieht auch immer aus wie ein Auto, von daher wollen wir da mal niemandem was unterstellen. Die “RHP-20” Headphones stellen die neue Premium-Klasse bei Reloop dar und kommen für anvisierte 129 € im dritten Quartal auf den Markt.

Contour

Die nächste Überraschung (im Sinne von: bis dato uns unbekannt) gab es bei einem Hersteller namens Icon. Dort waren u.a. diverse Slimline-Controller zu sehen. Die Modelle “iPad” und “iControls” sind den entsprechenden Pendants aus dem Hause Korg zum Verwechseln ähnlich, ebenso kann man beim “iKey” gewisse Parallelen zum LPK25 von Akai erkennen. Der “iDJ” ist eine Art geschrumpfter VCI-100 mit Steuerung für zwei Decks incl. Mini-Jogwheels, Line- und Crossfader. Interessanter erschienen die beiden “iCreativ” und “iStage”. iCreativ ist ein Touchpad-Controller , dessen riesiges Pad ähnlich wie beim KP-3 optische Aufteilung und dynamische Reglerstellung wiedergibt. Der iStage ist ein “halbes” Launchpad mit Crossfader und einem Encoder, worüber sich vor allem Live-User freuen dürften.
Leider machten die Geräte noch keinen finalen Eindruck und die Verarbeitung ließ hier und da noch zu wünschen übrig. Jedoch kann man hoffentlich davon ausgehen, daß es sich bei den Ausstellern um Vorserienmodelle gehandelt hat, die bis zur Endfassung noch eine Optimierung erhalten. Unser Interesse wurde jedenfalls gweckt und wir bleiben am Ball bzw. am iCon. Fraglich ist aber dennoch, ob der Hersteller das kleine “i” wirklich so ohne Weiteres so freizügig verwenden darf… “Ipad”, da war doch noch was.

Allen & Heath und Denon teilten sich einen Standplatz direkt neben Audio Technica (tja, woher wohl!?) und hatten ein paar wenige ungesehene Exemplare im Gepäck.
Die “A&H Xone:PB” (Patchbay) ist eine Art Switchbox im 19″-Format und zielt vornehmlich auf Club- und Diskothekenbetreiber. Bleibt nur abzuwarten, ob die Betreiber der Lokalitäten dann auch wirklich bereit sind, die knapp 300 € dafür zu investieren.
Der “Xone:DX” wurde zwar kurz vor der Messe bereits in geringen Stückzahlen verteilt, dennoch war es in Frankfurt für viele (auch für uns) das erste Mal, den Itch-Controller in Natura zu sehen. Die Verarbeitung läßt jedenfalls nichts bemängeln, alles fühlt sich so an wie man es von A&H eigentlich gewohnt ist.
Standpartner Denon brachte den “DN-X1600” mit, der so gesehen eine Art abgespeckter DN-X1700 ist. Mit nur einer Effekteinheit und dafür separater MIDI-Sektion und geplanter Traktor-Scratch Zertifizierung bietet er vor allem für TSP-User eine solide Grundlage. Wem das die 999 € wert ist, kann ab sofort zuschlagen und sich eines neuen 4-Kanal Mixers erfreuen.

Xone PB Xone DX DN-X1600

Auch wenn, wie in der Einleitung bereits erwähnt, der Umfang an adäquatem DJ-Equipment abgenommen hat, waren die Wege zu den einzelnen Anlaufstellen ungleich länger. Da kam innerhalb des einen Tages eine beachtliche Kilometerleistung zustande, die rund 1000km Hin- und Rückfahrt noch gar nicht mitgerechnet. Daher war es fast nicht möglich, sich wirklich alles Gebotene in Ruhe anzusehen, sofern man es denn auch wirklich gefunden hat. Es sei uns also verziehen, hier nicht ausnahmslos alle “neuen” Produkte erwähnt zu haben. Einige haben wir auch bewußt weggelassen, da sie entweder ein eigenes Thema verdient haben oder eben zugunsten der Übersicht dieses Artikels zensiert wurden.

So wird zum Beispiel der, ab der ersten Berührung gefallende, Kaossilator Pro gerade einem Test unterzogen, dessen Ergebnis hier in Kürze zu lesen sein soll.

Von uns vorgestelltes DJ Equipment könnt Ihr hier günstig kaufen!

 

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