FOCUSRITE VRM BOX – Review

VRM meint “Virtual Reference Monitoring”. So nennt FOCUSRITE seine Lautsprecher- und Raumsimulation. Die VRM BOX ist folglich eine kleine Soundkarte, die die gewohnte Abhörsituation auch unterwegs auf die Ohren bringen soll.

 

Die Idee ist keine schlechte. Die gewohnten, heimischen Monitorgegebenheiten to go, wie man neudeutsch sagt. Wer zuhause im Wohnzimmer mit HiFi-Boxen oder im Tonstudio mit Genelec abhört, der soll auch unterwegs seine Boxen und seinen Raum immer dabei haben. Zumindest in Form einer virtuellen Nachbildung.  Das ganze inklusive eines Audio-Interfaces. Qualitative Hardware und softwaregezauberte Wunder für nur 99 Euro. Geht sowas überhaupt?

Die Hardware wirkt schon mal überzeugend. Ein kleines, knapp 7cm mal 7cm messendes Kästchen von 2,5cm Höhe und 120 Gramm Gewicht. Anschlüsse gibt es drei, nämlich Kopfhörerausgang als 6,3mm Klinke, USB-Buchse zur Verbindung mit dem Rechner und S/PDIF Digitaleingang, um ein anderes Interface einzuschleifen. Über einen großen Drehregler kann das Volumen eingepegelt werden. Nutzbar für Windows (XP, Vista, 7) und MAC OSX (10.5 / Intel Only, 10.6), liefert die VRM BOX einen Stereokanal mit einer  Soundqualität von 24bit/48kHz und einen Dynamikbereich von 108 dB. Als kleine Soundkarte für unterwegs überzeugt der Winzling schon mal auf ganzer Linie.

Kommen wir zum Wunder und damit zum Softwareteil. Die mitgelieferte Software simuliert drei Raumvarianten (Studio, Bedroom, Living Room) und fünfzehn Monitor- und Speakermodelle, darunter Genelec 1031A, KRK Rockit6 oder VXT8. Die Software (kein DSP, dennoch nur geringe CPU Zusatzlast) läuft als Programm neben der eigentlichen Audio-Anwendung mit. Hier können Raum und Speaker in 24 Varianten* kombiniert werden, so dass man – in etwa – seine gewohnte Abhörsituation auf dem Kopfhörer hat oder die Wiedergabesituation des fertigen Tracks, zum Beispiel im Wohnzimmer, auf HiFi Boxen oder den Lautsprechern eines TV-Gerätes, testen kann. Der “VRM Mode” kann auch ausgeschalten werden, so dass ein unbearbeitetes Signal an den Ausgang geht. Über den Digitaleingang könnte man seine gewohnte Soundkarte einschleifen und VRM zuführen. In der Praxis sollte man die Simulation, nach meiner Meinung, mehr als nettes Gimmik zur Soundkarte betrachten und nicht eine 1:1 Umsetzung des natürlichen Klangbildes erwarten.  Ich erinnere an den Preis von 99 Euro!

Ein konkreter Fall: Es  lief ein Originaltrack von Robert Babicz, bekanntlich eine Masteringkoryphäe, im “Livingroom” über KRK Rockit6. Einmal im “echten Leben”, einmal virtuell.  Das echte Leben gewinnt, die virtuelle Darstellung verzerrt und ist sehr basslastig. Was nicht heißt, dass die VRM BOX nichts kann. Man muss das Pferd vielleicht nur anders aufzäumen und sich eine Raum- / Speakervariante suchen und diese dann zur Referenz (auch im Verhältnis zu den heimischen Boxen) machen. Als kompaktes Interface, mit dem Bonus mal eben verschiedene Wiedergabeversionen gegenzuhören, macht das Teil eine gute Figur. Gerade für den Preis. Wer wirklich eine genaue Umsetzung seiner Abhöre will, muss wohl weiter seine Boxen mitnehmen und sich unterwegs baugleich zu zuhause einrichten.

Abschließend ist zu bemerken, dass ich nicht der Studiocrack bin und somit gespannt auf andere Meinungen schiele. Gerade bei detailvernarrten Klangfreunden interessiert mich, ob diese in der Idee (zu dem Preis) mehr sehen, als ein Marketingmittel. Gesamturteil trotzdem: GUT!

Die simulierten Monitore und Speaker:
STUDIO: Japanese White Classic, KRK Rockit 6 G2, Auratone 5C, American Passive, British Studio, Genelec 1031A, KRK VXT8, Adam S2.5A, Rogers LS3-5A, Stirling LS3-5A
BEDROOM:  KRK Rockit 6 G2,  KRK VXT8, Genelec 1031A, Stirling LS3-5A, British 90s HiFi, Britsh 80s HiFi, Computer Desktop, Budget Micro System, LCD 26″ Flatscreen TV
LIVING ROOM:  Genelec 1031A, Stirling LS3-5A, British 90s HiFi, Britsh 80s HiFi, LCD 26″ Flatscreen TV

FOCUSRITE VRM Box im Angebot des Musikhaus Thomann
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