DJ Controller Vergleich – 4-Deck Konsolen

Vier Decks liegen schwer im Trend. Aber welcher Controller konnte was? Und gibt es den schon oder gab es bisher nur eine Ankündigung? Ein DJ Controller Vergleich.  

An den Neuheiten, die auf den Messen dieser Welt, wie der NAMM in den USA, der BPM-Show in UK oder der Frankfurter Musikmesse vorgestellt werden, kann man gut erahnen, wohin die Entwicklung geht. Nach digitalen Vinylsystemen und 2-Deck Controllern, setzen die Hersteller aktuell auf 4-Deck Konsolen. Blöderweise sind die präsentierten Modelle mitunter nur Dummys oder Prototypen, so dass zwischen Ankündigung und Release Monate und manchmal auch Jahre liegen. “Überholen ohne einzuholen” sagte mal der Typ, der auch der Meinung war, dass niemand eine Mauer bauen wolle. Wobei zu vermuten ist, dass jemand den man überholt, auch zum selben Ziel unterwegs ist. Folglich holt man ihn auch irgendwann ein, es sein denn man kommt nach ihm ins Ziel, wobei man da nicht überholt hätte. Das Prinzip kann man gut an dem Gespann aus Software und Controller sehen. Ist der Controller auf dem Markt, hat ihn die Software mitunter schon wieder überholt. Beziehungsweise ist sie im Featureumfang schon wesentlich weiter und hat Funktionen die der brandneue Controller nicht steuern kann. Eine Zwickmühle, für die “Generation Update”. (Zitat Floh)

DJ Controller Vergleich 2012

Werfen wir im folgenden einen Blick auf aktuell erhältliche und für demnächst (das meint bis Anfang 2012) angekündigte Controller, mit den vereinenden Merkmalen:  Konsolenaufbau mit interner Soundkarte, vier Deckbetrieb und Jogwheels. Dabei beschränken wir uns, der Übersichtlichkeit halber bei unsertem DJ Controller Vergleich auf Kernpunkte.  Mittlerweile sind hochauflösende Jogwheels, 24bit Audio Interfaces, Loopsteuerung, Cue-Punkte und MIDI-learn Funktion etc. die Regel. An Software stehen eigentlich meist die zwei Platzhirsche Serato Itch (oder neuerdings DJ Intro) und NI Traktor zur Debatte, als drittes mischt verstärkt Virtual DJ mit.  Die Betrachtung bezieht sich auf die plug`n play fähige Kombination aus Controller bzw. dessen Elementen und mitgelieferter Software. Das man theoretisch mit einem Jogwheel auch das Mastervolumen von Ableton Live steuern könnte ist (mir) klar. Diesem Fakt, bei einem Überblick Platz einzuräumen, würde aber mehr Fragen aufwerfen, als klären. Wichtig sind, nach unserer Meinung, Eigenschaften wie: optimiert auf eine Software und in enger Kooperation entwickelt, HID / NHL geht vor MIDI, da es eine deutlich höhere Auflösung bietet. Eine beiliegende Vollversion sticht eine LE, dabei geht wieder die Spezial-LE über die reguläre. Innovative Features sowie solide Verarbeitung bringen immer Zusatzkaufanreize. Außerdem ist der direkte Zugriff auf vier Kanäle natürlich der Verdopplung von zweien, via Umschalten, vorzuziehen.  Details gibt es dann auf den verlinkten Seiten und eine Zusammenfassung nebst *.pdf am Ende dieser Seite.


Native Instruments
Traktor Kontrol S4
Wie der Name schon verrät ist der S4 für TRAKTOR optimiert. Hardware- und Software kommen aus einem Haus,  sind direkt über HID (NHL) eingebunden und bieten somit eine Auflösung, die über MIDI nicht erreichbar ist.
Pluspunkt: Traktor Pro 2  liegt als Vollversion bei. Das interne 24bit Audiointerface verfügt über Mikrofon-, Line- und Phonoanschlüsse. Es gibt vier Kanalzüge mit einem zusätzlichem Filterregler. Bis zu zwei Effekte können auf einen Kanal geschickt werden. Besonderheiten sind der Loop Recorder, sowie die Sample Deck Funktion. Leider gibt es keinen regelbaren Booth Ausgang. Die Oberfläche des Mixerparts ist stylisch, aber dadurch auch sehr kratzanfällig.
Preis 777 Euro, lieferbar
Produktseite bei Native Instruments 

Reloop  Jockey 3 (Master Edition)
Vier Decksteuerung, allerdings indirekt über Switch. Aus zwei Kanälen werden, durch Umschalten, vier. Die Jogwheels sind hochauflösend und einstellbar. Die Pitchfader senden 14bit MIDI. Es gibt zahlreiche Bedienelemente für Effekte und Samples. Die eingebaute 24bit Soundkarte verfügt über Mikrofon-, Line- und Phonoeingänge, ausgangsseitig geht das Signal symmetrisch und unsymmetrisch raus. Es gibt einen Booth Out und einen Master Thru, um ein weiteres Signal einzuschleifen. Der Mixer ist “stand alone”, d.h. ohne angeschlossenen Rechner einsatzfähig. Mit der beiliegenden Traktor 2 LE stehen nur zwei Decks zur Verfügung, für vier Decks braucht es eine Pro 2.
Preis 499 Euro, Restbestand lieferbar
Produktseite bei Reloop 


Numark NS6Der zweite grundsolide Wurf von Numark, nach dem NS7.  Super Verarbeitung und einige innovative Features (wie das Touch Stripe). Kommt mit Serato Itch und ist auch dafür optimiert. Ähnlich wie beim S4 und Traktor, gibt es hier, durch die vollständige Integration, eine Informationsübertragung, die mit MIDI nicht erreichbar ist. 24bit Audio Interface. Zahlreiche Anschlüsse (z.B. 2 x Mikrfon, 4 x Line, 2x Phono). Ausgänge für Master (XLR, Cinch) und Booth (Cinch). Vollwertiger Stand Alone Mixer.
Preis 849 Euro, Restposten
Produktseite bei Numark 

 

Denon MC6000
Schon das beiliegende 19″ Rackmount-Kit und die zwei Mikrofoneingänge, mit Ducking Funktion, 3-Band EQ und Echo, dürften den MC6000  für mobile DJs interessant machen. Verarbeitung und Buttons in bekannter Denon Qualität. 24bit Soundkarte eingebaut, 4-Kanalmixer, auch allein, ohne Rechner nutzbar. Kommt in Amerika mit Virtual DJ, in Europa mit Traktor LE. Für vier Decks benötigt man auch hier einen Vollversion von Traktor Pro.
Preis 555 Euro, lieferbar
Produktseite bei Denon 

 


Pioneer DDJ T1
Der Marktführer in Sachen Mixer und CD-Player hat sich bei Controllern lange zurückgehalten. Nun gibt es in der DDJ-Reihe gleich drei Geräte, darunter den T1, optimiert für Traktor. Mitgeliefert wird eine spezielle Version des Programms, irgendwo über LE und unter Pro. Vier Decks in der Software finden ihr Gegenüber an der Hardware. Das eingebaute Interface bietet nicht gerade viele Ein- (Aux, Mikro), und die wesentlichen Ausgänge (Kopfhörer, Master sym. / unsym.). Ähnlich wie beim NS6 gibt es auch am T1 einen, hier Needle Search genannte, Streifen, mit dem man durch den Track skippen kann. Mit etwas Skepsis wird, in der verwöhnten Pioneer Fangemeinde gesehen, dass der T1 hauptsächlich aus Plastik ist. Zudem fehlen jegliche Levelmeter zur Pegelorientierung.
ausverkauft / Produktseite bei Pioneer


Pioneer
DDJ Ergo
Hiermit will Pioneer scheinbar Einsteiger für sich gewinnen. Ein 2-Deck Controller, der bei entsprechender Software, über umschalten, auch vier Decks bedienen kann. Angeboten wird der Ergo mit einer optisch und funktional angepassten (2 Deck) LE-Version von Virtual DJ. Die Anschlüsse sind ähnlich spartanisch gehalten wie beim T1, der Kopfhörer steht hingegen als große und kleine Klinke zur Verfügung. Besonderheit ist die sogenannte Pulse Control Funktion, ein feines Lichtspieltheater, welches verschiedene Funktionen und Abläufe inkl. Pegelanzeige visualisiert.
ausverkauft / Produktseite bei Pioneer 


Allen & Heath
Xone DX
Die Engländer genießen einen guten Ruf und haben innerhalb der Xone-Serie schon Controllererfahrungen gesammelt. Der DX ist eine All-In-One Desktopkonsole mit einer internen 20 Kanal-Soundkarte. Somit gibt es fast alle denkbaren Anschlußmöglichkeiten, einschließlich Digital Audio und klassischem MIDI.  In der Entwicklung wurde eng mit Serato zusammengearbeitet, ausgelegt ist der DX für deren, mitgelieferte, Itch Software. Vier Kanalzüge, (über Umschaltung) vier Decks und zwei Effektsektionen erlauben Zugriff auf die Pendands in Itch. Auffällig sind die Jogwheels, welche einiges kleiner sind, als bei den Mitbewerbern.
ausverkauft /  Produktseite bei Allen & Heath 

 

 

Vestax VCI100 MK2
Wichtig ist der Zusatz MK2, weil die VCI 100 gab es schon zuvor. Dieses ursprüngliche Model war lange Zeit die Königing der im Controllerland. Die überarbeitet Version (MK 2) hat nun eine integrierte Soundkarte und erlaubt (über Umschalten), auch mit zwei Kanälen,  eine 4-Decksteuerung. Die einstige Metalbauweise wurde leicht abgewandelt, aktuell ist nur die Frontplatte aus Metal. Mitgeliefert wird ein schlichtes Traktor LE.
ausverkauft / Produktseite bei Vestax


American Audio VMS 4.1
Auch in diesem Fall gab es einen Vorgänger, den VMS4. Der wurde eingestellt und ab Dezember soll es den Vierpunkteins geben. Auch der soll wieder über vier Kanäle und zahlreiche Anschlüsse verfügen. Überarbeitet wurden die Mikroeingänge, sowie der Master- und Kopfhörerausgang. Besondere Merkmale sind der neue D-Core Prozessor, der die Stabilität verbessert und zu den meisten 64bit Systemen Kompatibilität gewährleistet, sowie die beiden Mikrofoneingänge und die Q-Start Anschlüsse. Überhaupt spart der VMS, der auch als Stand Alone Mixer fungiert, nicht mit Tastern. Ausgeliefert wird mit Virtual DJ LE. Eine Traktor Edition ist seit Jahren in der Pipeline, ob die jemals kommt weiß aktuell keiner. Preis 399 Euro, ieferbar / Produktseite bei American Audio


Vestax
VCI400
Mit dem VCI400 bietet Vestax den Panzer unter den Controllern an.  Das Vollmetalgehäuse der VCI100 ist legendär, der große Bruder hat ein ebensolches. Vier Kanalzüge mit je einem eigenen, großen Filterregler, zwei Effekt- und eine Loop Recorderfunktion, große Buttons für Cue-Punkte und einstellbare Jogwheels. Alles in der bekannten “bulletproof” Qualität.  Mitgeliefert wird eine 4-Deck Version von Virtual DJ LE und das noch recht junge Serato Intro (welches zwei Decks bietet). Für beide Programme liegen passende Overlays bei. Für Traktor gibt es schon eine *.tsi, ob auch ein Overlay im Lieferumfang sein wird, ist noch offen. Wie der S4 muss auch der VCI400 ohne regelbaren Booth Out auskommen.
Preis 595 Euro, lieferbarProduktseite bei Vestax  


Numark
N4 
Mit dem NS7 und dem NS6 hat Numark ordentlich vorgearbeitet und eine Premium Klasse geschaffen. Parallel dazu gab es immer die Budgetschiene mit Mixtrack und Co. Der N4 suggeriert Zugehörigkeit zur NS-Familie, greift aber eher niederpreislich an. Man könnte den N4 als einen Mixtrack mit vier Kanälen und Stand Alone Mixer sehen. Aufgrund der Eingänge ist die Mixerfunktion ohne Rechner auf zwei Kanäle limitiert. Im Softwaremodus können über die vier Kanalzüge, je nach Software, bis zu vier Decks gesteuert werden. Eine 4-Deck Version von Virtual DJ sowie Seratos Intro (2 Decks) liegt bei.  Preis 398 Euro, lieferbar / Produktseite bei Numark 
Bleibt die Frage, welcher Controller passt nun zu mir? Der Antwort kann man sich von verschiedenen Seiten nähern. Wer sie hier sucht, der scheint ja schon mal auf 4-Decks zu fokussieren. Eine interne Soundkarte ist allen vorgestellten Geräten ebenso eigen, wie eine Steuerung über Jogwheels. Die Qualität bzw. die Größe von beiden unterscheidet sich hingegen. Manche Jogwheels fühlen sich super an, andere nicht so. Nur, und da liegt das Problem, empfindet das jeder anders. Einfacher ist das mit der Soundkarte, perspektivisch sind 24bit den noch anzutreffenden 16bit vorzuziehen. Allerdings halte man sich vor Augen, dass 16bit 44,1kHz noch “CD Standard” ist und der alte Satz von der Kette und dem schwächsten Glied gilt. 24bit / 96kHz nutzt wenig, wenn man den 128kbs Youtube-Rip wiedergibt.

Manche Controller punkten mit Extra-Features, wie einer Funktion als Mixer, ohne angeschlossenen Rechner. Oder mit extra Filterpoties und Samplepads. Dafür verzichten sie dann auf einen  regelbaren Ausgang für den Monitor oder unterstützen nicht jedes Betriebssystem. Augen auf vor Controllerkauf!

Ein interessanter Betrachtungspunkt sind die Anschlußmöglichkeiten, die Art der Einbindung (HID, High Resolution – oder “nur” MIDI) und natürlich die Anzahl der Bedienelemente. Mehr bedeutet oft auch unübersichtlicher, aber direkter Zugriff auf vier Kanäle gefällt mir z.B. besser, als operieren über Umschalten. Natürlich ist das alles abhängig von der favorisierten Software. Mit der sollte man sich vorab, als Demo, vertraut machen. Liegt mir Serato Itch / Intro, Virtual DJ oder Traktor? Viele Controller sind vom Layout (in in der Anbindung) auf ein Programm optimiert, was bei einer klaren Software-Präferenz schon mal das Kandidatenfeld einschränkt.

Letztlich kann Euch keiner sagen, was für Euch passend ist und der Geldbeutel spielt auch eine nicht unwesentliche Rolle. Ich habe die aktuellen 4-Deck Konsolen mal in einer Übersicht zusammengefasst, diese findet sich  HIER zum Download. Bei aufkommenden Fragen versuche ich gern Hilfe zu geben, am liebsten über die Kommentarfunktion – so haben alle was davon. Also los!

 

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