Wie kann ich in einer DJ-App vorhören?

Frage: “kann ich in einer DJ App vorhören?”.  Antwort kurz: ja. Die folgende Erklärung zeigt eine preiswerte Möglichkeit auf. 
Der Ausgangspunkt: Im Regelfall hat der Fragesteller eine DJ-App und nur den Miniklinken-Ausgang am iPad. Er möchte aber das Hauptsignal (Master) über die Anlage ans Publikum ausgeben und gleichzeitig, über Kopfhörer, ein Deck vorhören (Monitor). Bei DJ-Software auf einem Rechner wird das über eine Mehrkanalsoundkarte (Audio Interface) gelöst. Im Programm selbst lassen sich verschieden Kanäle für Ein- oder, in dem Fall wichtiger, Ausgänge einstellen (routen).

DJ Apps mit Adapterkabel nutzen

Beim iPad oder iPhone steht diese Entwicklung noch ziemlich am Anfang. Bis iOS6 war Multichannel-Audio unüblich. Mittlerweile hat sich einiges getan, so kann man z.B. die NATIVE INSTRUMENTS App TRAKTOR DJ mit externen Audio Interfaces verbinden  oder – besonders komfortabel – mit den, über eine eingebaute Soundkarte verfügenden, Controllern Z1, S2MK2 oder S4MK2 sogar noch steuern. Eine andere, preiswertere Möglichkeit Master- und Monitorsignal zu trennen sind spezielle Splitterkabel, wie das TRAKTOR DJ CABLE oder das GRIFFIN DJ CABLE. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein kleines Adapterkabel mit einem Miniklinkestecker und zwei -buchsen. Der Stecker kommt in den Audioausgang des iPad, mit einer der beiden Buchsen wird die Anlage verbunden, in die andere kommt der Kopfhörer. Als Voraussetzung muss die DJ App  “Split Output” unterstützen.

Versuch einer schematischen Darstellung :)

Versuch einer schematischen Darstellung 🙂

Wie geht das bei DJ Apps?

Nun, da es da immer wieder Verwirrung gibt, versuche ich mich mal in einer nachvollziehbaren Erklärung. Am Ausgang des iPad liegt ein “echtes” Stereosignal an, also drei Pole*: ein linker Kanal, ein rechter Kanal und die Masse. Über links / rechts nimmt man – vereinfacht gesagt – Panoramainformationen in einem Track wahr. Zur besseren Vorstellung: unter einem Kopfhörer könnte links mehr Stimme und rechts eine Gitarre zu hören sein. Ein einfaches Splitterkabel, mit welchem das DJ CABLE oft verwechselt wird, würde das eingehende Signal auf zwei Ausgänge verteilen. Soweit okay, doch die Folge: Man kann zwar an einem der Ausgänge den Kopfhörer und  am anderen die Anlage anschließen, hat aber dann entweder auf beiden Ausgängen das selbe Eingangssignal in “echtem” Stereo oder aber jeweils nur eine Seite des Signals,  in Mono. Zurück zum Beispiel: Unter dem Kopfhörer wäre nur die Gitarre zu hören. Steckt man den Kopfhörer in den anderen Ausgang, hört man nur die Stimme. Soweit verständlich?



Beim “Split Output” nutzen die DJ Apps die Ausgangskanäle nicht für das Panorama, sondern um, z.B. links das Mastersignal auszugeben und rechts das  Monitorsignal. Die speziellen Kabel von NI TRAKTOR, GRIFFIN oder HAMA splitten das Signal also auch in Mono, “kopieren” das dann aber auf den linken und rechten Kanal des jeweiligen Ausgangs (siehe Skizze).  Das Ergebnis ist kein “echtes” Stereo, sondern ein “Dual-Mono”.  Das klingt erstmal armselig, man beachte aber dreierlei: 1) Musik wird seit guten alten Radiotagen  monokompatibel produziert, 2) Clubanlagen werden gern mal auf Mono summiert, 3) beim iPad, mit seiner ohnehin reduzierten Ausgangsleistung (EU-Richtlinie), sollte man sich nicht in die Klangerwartungen einer RME-Soundkarte aufschwingen.

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* Genau genommen sind es sogar vier Pole, da man an iPad oder iPhone noch einen (Rück)Kanal für Kopfhörer mit Zusatzfunktion(z.B. Mikrofon) hat. 

 

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