Kurztest: Beatport Pro – Shop, Vorhör-Player und Musikverwaltung für DJs

Die Problematik

Als Digital DJ ist das Thema Musikverwaltung ein wichtiger Bestandteil fürs Auflegen. Anders als zu Vinylzeiten ist die Musikverwaltung leider mit sehr viel Fleißarbeit verbunden, verspricht aber zugleich auch Herr der Lage zu bleiben, wenn man sehr viele Titel auf der Festplatte hat. Es mag einige DJs geben, die weniger davon betroffen sind, sich wöchentlich mit neuen Tracks einzudecken, weil sie ältere Stücke spielen, die sie in und auswendig kennen. Aber was ist mit so Typen wie mir, die ein Gedächtnis wie ein Sieb haben und bei denen Track-Namen wie Schall und Rauch vergehen? Die einzige Möglichkeit dieser Sache Herr zu werden ist mit selbst gebauten Playlisten zu arbeiten, so wie wir es in diesem Artikel schon mal erklärt haben. Meistens führt dann bei der Musikverwaltung kaum ein Weg an Verwaltungsprogrammen wie iTunes oder Mediamonkey vorbei, wenn man ID3 Tags bearbeitet und Playlisten zwischen zwei DJ-Anwendungen hin und her schiebt. Was auch immer man momentan als Verwaltungssoftware nutzt, es ist meistens nicht zu 100% auf die Bedürfnisse von DJs zugeschnitten.

Beatport Pro Oberfläche

Beatport Pro Oberfläche

Was kann Beatport Pro?

Beatport Pro setzt genau dort an und bildet eine Hilfestellung durch erweitertes Track-Tagging, d.h. man kann seine Tracks mit Kriterien versehen, um sie schneller aufspüren zu können. Das ist hilfreich, um neue Playlisten zu generieren oder spontan während eines Sets einen passenden Track zu finden. Beatport Pro bietet auch gleichzeitig an auf die gleiche Weise mit Loops, Samples oder Soundeffekte zu verfahren, die schnell angesammelt und unübersichtlich werden können. Die Basis-Funktion von Beatport Pro ist natürlich in erster Linie ein Vorhör-Player mit Shop-Integration, der es ermöglicht seine Einkäufe, Downloads und eine Vorsortierung abzuwickeln ohne einen Browser zu nutzen.

Filter-Kritrien

Filter-Kritrien

Features:

  • Beatport Shop mit Multi-Warenkörbe
  • Beatport Vorhörplayer mit Navigation
  • Musikverwaltung von Tracks, Loops, Samples, Soundeffekte, etc.
  • Erweitertes Metadaten Tagging
  • Erweiterte Filterfunktion für die eigene Sammlung und den Beatport Shop
  • Ean Golden (DJTechtools.com) zeigt in den nachstehenden Videos, wie Beatport Pro funktioniert.

Fazit

Ich hätte mir Beatport Pro an dem Tag gewünscht, an dem ich angefangen habe Playlisten zu bauen, die meine Tracksammlung nach Kriterien wie z.B. “Stimmung” oder “Warmup” nochmals quer sortieren. So ist man nun von diesem wirklich coolen Feature angefixt und weiß genau, dass einem eine Menge Arbeit bevorsteht, wenn man sich zu 100% darauf einlassen möchte. Für Einsteiger, die gerade erst angefangen haben digitale Musik zu sammeln ist Beatport Pro nur eine Empfehlung, wenn man wirklich Ambitionen zeigt professionell aufzulegen. Den Weg, den Beatport hier einschlägt, ist definitiv der richtige, um individuell  als DJ mit all den Herausforderungen der digitalen Musikverwaltung fertig zu werden. Schade ist, dass auch Beatport Pro aktuell noch nicht ohne iTunes auskommt, wenn man z.B. Playlisten aus Beatport Pro in Serato exportieren möchte. In Traktor kann man zu mindest den iTunes Library-Pfad verändern um die Beatportplaylisten zu importieren. Hier wäre es schön, wenn man, wie es in der Vergangenheit bei Traktor schon der Fall gewesen ist, einen Beatport Ordner im Filebrowser hätte, den man lediglich aufklappen müsste, um an alle Sortierungen heran zu kommen. Da Beatport Pro aktuell nur auf Mac-Basis läuft hat das Ganze den Anschein eines Pilotprojekts, dass bei erfolgreicher Annahme auch auf iOS und Windows erscheinen wird. Ich bin gespannt, wie Beatport Pro sich entwickelt. Der Ansatz ist vielversprechend und sollte auch Ansporn für andere Softwares sein, die die Verwaltung von großen Datenbanken User-freundlicher gestalten möchten. Warum also nicht gleich eine erweiterte Filterfunktion in Traktor und Serato einbauen?

Positiv

  • Vorhörplayer, Multi-Shopcarts und Downloadsteuerung als eigenständige App
  • Erleichtert die schnelle Suche sowohl im Shop als auch in der eigenen Sammlung
  • Bessere Tagging-Möglichkeiten als in iTunes
  • Viele Filtermöglichkeiten

Negativ

  • Vorerst nur für Mac
  • Sehr hohe Systemanforderung > Ab OSX 10.8
  • Playlistenexport: Umweg über iTunes immer noch nötig
  • Man muss geduldig sein, wenn man eine große Musiksammlung taggen möchte

 Hier gehts zum Download

Was denkst Du über Beatport Pro? Wird es iTunes als Verwaltungs-App aus dem DJ-Bereich verdrängen?

 

 

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