PIONEER PLX-1000 Turntable

Aus geschäftlicher und strategischer Sicht ist es ein nahezu genialer Zug von PIONEER einen “TECHNICS-Nachfolger” zu präsentieren. Mir fallen aber ad hoc einige Gründe ein, nicht im Jubelchor mitzusingen.

 

Bis vor wenigen Jahren war es recht ruhig im Schallplattendreherland. Neben einigen VESTAX-Boliden und diverser sogenannter Super-OEMs (Technics Nachbauten) gingen ab und an TECHNICS 1210 MK2 für einen Neupreis von um die 500 Euro über den Ladentisch. Beachtlich war vor allem der legendäre Ruf und die Tatsache, dass TECHNICS seinen Player in dreißig Jahren nur marginal modifiziert hatte. Der “Zwölfzehner” stand und steht für den Inbegriff vom DJ-Plattenspieler Es lief einfach und er auch. Unkaputtbar und wenn, dann so Kleinkram, wie die Nadelbeleuchtung, der Pitchfader oder das Kabel. Im seltenen Fall mal der Tonarm. Produktlebenszyklus: ewig. Umso größer der Schock, als 2010 erste Gerüchte vom baldigen Ende der Legende aufkamen. Was folgte war eine Glorifizierung. Obwohl mitunter nicht mal der Unterschied zwischen 1200 und 1210 bekannt war, galt eins als sicher: Vinyl stirbt jetzt aus. Es kam anders.

Auf der Musikmesse im April präsentierte PIONEER, der König aus dem Mixer- und CD-Playerland, der unlängst auch Controllerland anektierte, einen Plattenspieler. Ohne Typenbezeichnung, ohne nähere Angaben. Trotz oder gerade deswegen war der Glassarkophag  dicht umlagert. Aufregung! “Ein Technics-Nachfolger”.

Nun ist er also da und es stellt sich Ernüchterung ein. PIONEER macht da weiter, wo TECHNICS 2002 mit dem 1210M5G aufgehört haben. Ein direkt / high-torque getriebener Plattenspieler in klassischer Bauart, mit stattlichen Gewicht von 13,1 KG (somit ein Kilo schwerer als der Technics). Der Pitchbereich kann zwischen 8%, 16% und 50% vorgewählt werden, Start- und Resetbutton sind markentypisch rund und die Kabel sind über (vergoldete) Cinchbuchsen angeklemmt. Ein Vorteil, der Kabelbruch verhindert – der jedoch von der ollen Masseschraube aufgehoben wird.

Wer einen PIONEER DJM besitzt erahnt die Crux und wünscht sich eine andere Lösung als so eine friemelige,schnell den Geist aufgebende, Erdungsmöglichkeit. Sonst wars das an Features. Keine integrierter Phonopreamp, kein einstellbareres Antriebs- oder Bremsverhalten, keine MIDI-Parts, kein bordeigener Timecode oder wovon man sonst noch so träumte. Ein schlichter Player, bei dem die Verarbeitung gegenwärtig nur erahnt werden kann, mit weniger Funktionen als die meisten existenten OEMs mitbringen, für einen satten Preis. Der UVP soll bei 699 Euro liegen.

PIONEER, da geht noch was. Ein PLX-1000 Nexus oder so. Vielleicht überzeugt der “Tausender” auch durch Haptik und Klang. Vielleicht ist die Enkopplung super und die Langlebigkeit der Bauteile kann es mit denen eines Technics aufnehmen (dessen Ende übrigens auch an der fehlenden Verfügbarkeit dieser Bauteile gelegen haben soll). Vielleicht fällt der Preis nach einigen Wochen. „Perhaps, Perhaps, Perhaps”. … Wir bleiben dran.

PIONEER PLX-1000 beim Musikhaus Thomann (699 Euro)
Details auf der Produktseite bei PIONEER

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