KUVO – Die DJ NSA?

PIONEER launcht ein Netzwerk aus Clubs, DJs, Labels und Konsumenten. Und die üblichen Verdächtigen propagieren das Anliegen in einem Video.  Ich hingegen bekomme Puls.

 

PIONEER KUVO soll die “Dance Music Fans” mit frischen Infos versorgen. Welcher angesagt DJ spielt in welchem angesagten Club, welchen Track spielt der DJ gerade. Die Playlist straight aus der DJ-Booth aufs iPhone. Verfügbar auch am Morgen danach, wenn man die verklebten Augen aufs Display richtet. Alles gespeichert, alles immer und überall abrufbar. “DISCOVER THE TRENDS, CONNECT TO YOUR FRIENDS” Eine Mischung aus Social Network und Downloadplattform, als App für iOS und Android. Aber tut das wirklich Not?

Nicht unwesentlich für einen guten DJ ist dessen Selektion. Ohne ein Freund des Versteckens von Trackinfos zu sein, meine ich schon, dass nicht jeder Mensch wissen muss, was ich wann und wo spiele. Auch wenn das statistisch von Interesse sein kann, dafür habe ich ja aber eine History in SERATO. Und wenn jemand begeistert fragt was läuft, gebe ich das gerne preis. Direktkontakt ungleich anonyme Abfrage … verstehste?

Das Video droppt die Ominpräsenten: Richie Hawtin, James Zabiela, “iconic clubs in locations including Ibiza, London, Los Angeles, Singapore, Dubai and Tokyo” und Ministry Of Sound. Erinnert mich an die DJ-Paralellwelt der letzten NI-Videos von Ibiza, die nach lifestyliger Schnapspralienenwerbung aussahen. Aber genau darum geht es: Vermarktung.

Noch mehr Zombies mit dem iPhone in der Hand aufm Dancefloor? Musikwünsche per App direkt zum Onkel DJ? Was ist mit DJs, die nicht den “gelisteten” Sound spielen? Was wird wie vernetzt? Werden nur noch Clubs frequentiert, die KUVO featured? Welche eigentlich? Die hippen Big Names? Lemmingkultur – nicht meins. Musik ist gut oder nicht. Wenn sie gut ist, kann die Party gut sein. Wenn auch das Umfeld stimmt. Manchmal ist das sogar wichtiger als die Musik. Was ich jedoch nicht zwingend wissen muss, ist der laufende Track. So mit direktem Kauflink. Aber okay, macht doch. Pioneer, Beatport … ist Pacha eigentlich auch börsennotiert? Was ich sehe ist eine von Marketingheinis erdachte Allianz aus Playern, bei denen der Klang des Dollar vor dem der Musik steht. Aber ich gehe ja auch in Lesungen von Berthold Seliger.

Ein Aspekt ist allerdings gut. “Get played, get paid”. Das macht Sinn. Das müsste nur noch jemand der GEMA verklingeln! Bis das soweit ist, ist mein Puls sicher wieder unten. Wenn nicht ganz weg, weil tot.

Link zu PIONEER KUVO

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