Review – ORTOFON DJ Gear Bag

Bekannt ist ORTOFON für Nadeln und Systeme. Die Dänen haben aber auch Kopfhörer, Slipmats und einen neuen DJ-Rucksack im Sortiment. Um diesen geht es im Folgenden.

 

Bei Taschen, Backpacks und Cases, speziell für DJs, fallen mir zuerst MAGMA und UDG ein. Die beiden Marken stellen sich der nicht einfachen Aufgabe für aktuelle Hardware passende Transportlösungen zu liefern. Kaum ist das Bag für Controller X verfügbar, braucht es eine größere Variante für den bald erscheinenden Controller Z. So bisschen wie bei der Geschichte von Hase und Igel.

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ORTOFON kommen aus dem dänischen Nakskov und gelten als der weltweit führende Hersteller magnetischer Tonabnehmer für Schallplattenspieler. Vulgo: Systeme. Somit auch für DJs essentiell, was sich in dem treffenden Marketingslogan “Vinyl Preservation Academy” wiederfindet. Dieser Schriftzug prankt auch auf dem neuen MULTI-PURPOSE DJ GEAR BAG, mit dem ORTOFON ein nützliches Zubehör liefert. Der universell nutzbare Rucksack ist für den Transport von Schallplatten, Mixer und Zubehör konzipiert. Natürlich passt auch ein Controller hinein. Aber nicht jeder.

ortofon_djgearbag_backEindruck außen-> Der “Bag” ist eigentlich ein “Backpack”, also ein Rucksack. Von außen erinnert er mehr an einen modernen Daypack mit gepolsterter Rückenfläche, inklusive Airflow-Durchlüftung. Die Tragegurte sind verstellbar und ebenfalls gepolstert. Gefertigt ist der DJ GEAR BAG aus einem strapazierfähigem Material, welches ich für Balistic Nylon halten würde. Details lassen sich nicht in Erfahrung bringen, aber es fühlt sich so an. Eingearbeitet wurden aber auch Parts aus Kunstleder. Kreisförmig abgesteppt ist das vermutlich eine Reminiszenz an die Schallplatte, ich hatte aber auch kurz eine Assoziation zum Brustpanzer der Ninja Turtles. Ein Panzer schützt, das kann an einem Rucksack durchaus vorteilhaft sein. Auffällig sind drei Dinge: viele Reißverschluss-Zipper, ein gummierter Tragegriff und das markante ORTOFON-Logo.

ortofon_djgearbag_zipEindruck innen -> Im ersten Moment als klein wahrgenommen, entfaltet der DJ GEAR BAG einiges an Transportkapazität. Es gibt ein Hauptfach. Unterteilt und mit zwei Zugängen wirkt das jedoch wie zwei Fächer. Der rückenanliegende Teil bietet Platz für zwanzig Vinyl oder einen kleinen Controller plus Laptop. Der Reißverschluss öffnet bis zur Hälfte der Rucksackhöhe. Das Notebook wird durch ein separates Zwischenpolster geschützt.

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Der vordere, größere Bereich ist durch eine nicht mit dem Boden verbundene Rückwand abgetrennt. Dessen Stauraum reicht für einen Battlemixer und diverses Zubehör. Hier öffnet der Reissverschluss fast auf der gesamten Höhe des Bags, also in etwa wie bei einem Koffer. Drei zusätzlichen Netztaschen in diesem Fach können Kabel oder Kleinteile aufnehmen. An der Vorderseite des DJ GEAR BAG befinden sich drei weitere Fächer für Zubehör, z.B. für einen Kopfhörer. An den Außenseiten ist noch jeweils eine Tasche mit Reißverschluss zu finden, an diesen wiederum sind dehnbare Netze angebracht. Klassischerweise sieht man solche häufig mit Wasserflaschen bestückt. Sinnvoll, denn der ORTOFON Bag ist auch im Alltag verwendbar. Multi-Purpose … multifunktional.

ortofon_udgpgTestlauf -> Es liegt nahe den Rucksack von ORTOFON anstelle des von mir genutzten UDG PRODUCER BAG einzusetzen. Ein starker Gegner. Das wird mir beim Auspacken klar. Mein UDG beinhaltet ein 13″ Macbook, vier Timecode-Vinyl einen PIONEER SP1, den passenden Klappständer dazu, eine SERATO SL-3 Box, einen HD25-Kopfhörer, ein Mikrofon und diversen Kleinkram wie eine Verteilerdose, Netzteil, Systeme, Adapter sowie einen Berg verschiedener Kabel.

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Überraschenderweise schluckt der Herausforderer alles Utensil. Ich bin verblüfft, hätte ich so nicht erwartet. Das mag daran liegen, dass der UDG durch seine verstärkte “Tornisterform” imposanter wirkt. Auch ein zweites Setup, bestehend aus einem XONE-23 (2-Kanalmixer) und zwanzig 12″-Vinyl fasst der ORTOFON-Bag mühelos. Als drittes verstaue ich meinen Rechner, die APC40 MK2 (Review dazu) und Zubehör. Die APC passt mit ihren 42cm x 25cm nahezu maßgeschneidert. In der Breite geht noch etwas, in der Höhe nicht mehr. Die Kapazität stimmt, der Tragekomfort ist gegeben, die Verarbeitung wirkt ordentlich.

Fazit -> Der angestellte Vergleich mit einem UDG-Bag ist so erhellend, wie irreführend. Im Transportvolumen gibt es keinen nennenswerten Abweichungen, auch auf dem Rücken tragen sich beide Bags ähnlich bequem. Dennoch gibt es Unterschiede. Der UDG ist für den sicheren Transport von Equipment konzipiert. Verstärkter Body, Polster, viele separate Fächer und Taschen. Für die Nebenverwendung als täglich genutzte Tasche zur Arbeit oder zur Uni eignet er sich weniger. An diesem Punkt trumpft ORTOFON auf. Überspitzt formuliert: “etwas weniger Schutz, dafür überall einsetzbar”. “Multi-Purpose” eben – ein Anglizismus, der auch die Eigenschaft eines Jutesacks umschreiben würde.ortofon_logo
Gespalten sehe ich das präsent plazierte Logo. Wenn man Leute Werbung laufen läßt, sollten die nicht noch 129 Euro bezahlen müssen. Ausser: sie sind Fans der Marke. Beim finalen Punkt – Qualität und Lebensdauer – können die spezialisierten Produzenten auf jahrelange Erfahrung bauen. Der DJ GEAR BAG von ORTOFON muss sich noch beweisen. Die Voraussetzungen dafür scheinen gegeben.

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