Stanton kauft Deckadance – Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Die Gitarrenmarke Gibson hat mit ihrer Division Gibson Pro Audio in den vergangenen Jahren so einige Firmen aus dem elektronischen Bereich aufgekauft. Darunter auch die Marke Stanton, welche unter anderem auch für Meilensteine wie dem ersten DVS, Final Scratch bekannt war. Seit dem Erscheinen des letzten Stand-Alone Mediaplayer SCS-4DJ ist es bei Stanton jedoch sehr ruhig geworden. So ruhig, dass man berechtigter Weise daran zweifeln darf, ob es die Marke noch mal schafft neben Pioneer, den inMusic Marken (Numark, Denon DJ, etc.) oder Native Instruments ihre Existenz zu begründen. Mit dem Zukauf von Deckadance, einer DJ-Software aus dem Hause Image Line, aus dem auch Frooty Loops stammt, könnte sich das Ruder noch mal wenden.

DeckadanceAndStanton

Jetzt darf man sich natürlich fragen, ob es Sinn macht, wenn sich zwei Marken zusammentun, die beide schon fast von der Bildfläche verschwunden sind?

scs4dj-front-lg

Mit dem SCS-4DJ hatte Stanton vor ca. 4 Jahren das letzte unique Produkt im Bereich Digital DJing heraus gebracht. Der Stand-Alone Player zeichnet sich durch seine Onboard Software aus, die völlig ohne Laptop auskommt. Die Musik wird dabei von einem USB-Medium gezogen. Stanton hatte seit dem SCS-4DJ leider kein weiterführendes Produkt auf den Markt gebracht, auch wenn ein SCS-8DJ bereits in der Entwicklung war und ich die Möglichkeit hatte ein erstes Sample zu bestaunen. Die Gründe hierfür lagen wohl eher auf Investor-Seite, die wahrscheinlich nach dem schleppenden Start des SCS-4DJ nicht erneut in ein Produkt investieren wollten, dessen Zukunft in den Augen von Nicht-DJs ungewiss erschien. Dabei hatte der SCS-8DJ wirklich das Zeug die Richtung in der DJ-Industrie vorzugeben und wäre, meiner Meinung nach, sogar einen Schritt weiter gegangen als der heutige Pioneer XDJ-RX.

Pioneer XDJ-RX

Pioneer XDJ-RX

Als Hardware Hersteller wäre die Investition vorwiegend in Richtung Softwareentwicklung geflossen, die man hätte erneut extern einkaufen müssen. Und dadurch, dass die Stanton Group (Stanton, KRK, Cerwin Vega) dann an Gibson verkauft wurde, deren Interesse vorwiegend KRK galt, ist es kein Wunder, dass die Weiterentwicklung bei Stanton im DJ-Bereich ins Stocken geraten ist. Letztendlich ist der Zukauf von Deckadance, welches keine feindliche Übernahme war, ein logischer Schritt die SCS-Reihe weiter zu bringen, um wahrscheinlich zukünftig weitere Produkte mit einer Onboard DJ-Software heraus zu bringen. Und wenn man eine Software-Company besitzt, statt nur als Partner zu haben, sollte die Zukunft eigentlich rosig aussehen, da man sich keiner Abhängigkeit aussetzt. Vor allem Deckadance hätte das Potential gehabt Traktor Pro auf den Fersen zu bleiben, denn GUI, VST-Einbindung und die Effektsteuermöglichkeiten sind seit Version 2.0 auf Profiliga Niveau. Ich bin gespannt, was uns von Stanton auf den nächsten DJ-Messen erwartet.

Quelle: image-line.com

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