Test: Korg Kaoss DJ – DJ-Controller mit Kaoss-Effekten

Korg möchte mit dem Kaoss-DJ-Controller digitale DJs durch ein besonderes Gerätekonzept begeistern. Ob das überzeugend gelungen ist und wem ich den Controller empfehlen würde, erfahrt ihr in meinem Test.

 

Korg Kaoss DJ - Chaos im DJ-Booth?

Korg Kaoss DJ – Chaos im DJ-Booth?

Der japanische Hersteller Korg bietet Kaoss-Effektgeräte und Kaoss-Synthesizer für DJs an, die einige von euch vielleicht schon als Ergänzung für ihr Setup nutzen. Mit dem Controller Kaoss DJ sollen diese Funktionen mit einer Softwarefernbedienung fusionieren. Ob das gelungen ist?

 

Überblick

Nach dem Auspacken des Kaoss DJ sticht sofort seine extrem kompakte Bauweise ins Auge. Der Zweikanal-Controller begnügt sich mit einer Breite von 32 cm und einer Tiefe von 16 cm und kann daher sehr einfach transportiert werden. Auffällig ist neben den bescheidenen Abmessungen, dass die Decks nicht mit Jog-Wheels, sondern mit so genannten Touch-Wheels zur Songsteuerung ausgestattet sind.

Korg Kaoss DJ - Touchwheels dienen zu Songsteuerung

Korg Kaoss DJ – Touch-Wheels dienen zu Songsteuerung

Für die allgemeine Transportkontrolle gibt es neben den gummierten Start-/Stopp-, Sync- und Cue-Tasten pro Deck auch eine Shift-Taste, die Doppelbelegungen erreichbar macht. Zur Tempomanipulation stehen Touchslider und Pitchfader zur Verfügung. Die Mitte des Kaoss DJ beherbergt den Mixerbereich und wartet mit Fadern, EQ-Drehreglern und einem Encoder zur Navigation in der Songbibliothek auf. Zwischen den Fadern ist ein XY-Touchpad verbaut, das die Effekte und den Sampler der Software, aber auch die integrierten Kaosspad-Effekte und Kaossilator-Sounds steuert.

Korg Kaoss DJ - XY Touchpad zur Effektsteuerung

Korg Kaoss DJ – XY Touchpad zur Effektsteuerung

Per USB-Verkabelung mit einem Windows-PC oder Mac wird das Gerät mit Strom versorgt und die Steuerdaten ausgetauscht. Die integrierte Soundkarte arbeitet mit 24 Bit und bis zu 48 kHz und bietet einen Eingang und zwei Ausgänge. Für den Standalone-Betrieb gibt es auf der Geräterückseite zwei Cinch-Pärchen, die den Anschluss zweier Line-Pegel-Zuspieler erlauben. Das Hauptausgangssignal verlässt den Kaoss DJ auf der rechten Seite ebenfalls über Cinch-Buchsen, einen separaten Booth-Ausgang gibt es nicht. Die Vorderseite beherbergt einen Kopfhörerausgang und einen Mikrofoneingang.

 

Korg Kaoss DJ - Kopfhörer- und Mikrofonanschluss

Korg Kaoss DJ – Kopfhörer- und Mikrofonanschluss

Probelauf

Der erste Probelauf mit dem Kaoss DJ kann nach wenigen Mausklicks erfolgen, da Korg dem Controller die vorkonfigurierte Software Serato DJ Intro mit auf den Weg gibt.

Serato DJ Intro gehört zum Lieferumfang des Controllers

Serato DJ Intro gehört zum Lieferumfang des Controllers

Die Software und der Controller lassen sich mit Windows- und Mac-OS-Rechnern kombinieren, so dass ihr hier die freie Wahl habt. Der eher für Einsteiger gedachte Controller ist praxisgerecht mit Funktionen belegt und erlaubt eine einfache Navigation in den Playlisten sowie das Laden von Songs. Die Tracks lassen sich automatisch per Knopfdruck, aber auch manuell mit Pitchfadern und Touchwheels angleichen. An die Songsteuerung durch die Touchwheels muss man sich zugegebenermaßen erst etwas gewöhnen, wobei ich finde, dass Pitchbends gut ausführbar sind, aber das Scratchen sicherlich nicht zu den Stärken des Geräts gehört. Die Touchslider sind mehrfach belegt und erlauben das Setzen und Triggern von Cue-Punkten sowie die Steuerung der Loop-Funktion und ebenfalls Pitchbends. Mit der Loop-Funktion könnt ihr Songteile zum Mixen verlängern und mit Cue-Punkten gezielt an eine Songposition springen. Für eine zielsichere Bedienung zeigen rote leuchtende LEDs in den Touchstrips eine entsprechende Funktionsaktivierung an.

Mit den Touchslidern lassen sich Che-Punkte, Loops und Pitchbends steuern

Mit den Touchslidern lassen sich Che-Punkte, Loops und Pitchbends steuern

Der aufgeräumte Mixerbereich des Kaoss DJ lässt eine schlüssige Bedienung zu, wobei die EQ-Potis ein bisschen größer hätten ausfallen dürfen. Das Umschalten zwischen den Software- und Kaoss-Effekten wird optisch angezeigt. Wenn ihr die Effekte der Software nutzt, könnt ihr diese für jedes Deck separat aktivieren und den jeweils ersten Effektslot eines Effektbusses mit dem Touchpad steuern. Diese Einschränkung ist meiner Meinung nach im Einsteigerbereich hinnehmbar. Die alternativ nutzbaren 120 Kaoss-Effekte und -Sounds, lassen sich als Mastereffekte und Zuspielsounds nutzen. Klanglich haben die Kaoss-Effekte in meinem Praxistest überzeugt und auch ihre Zusammensetzung hat mir gut gefallen. Korg hat den Kaoss DJ mit diversen Filtern, Flangern und Delays ausgestattet, aber Looper, Bitcrusher und Verzerrer integriert, die zum Experimentieren einladen. Eine Liste mit allen verfügbaren Vertretern findet ihr hier. Die Soundkarte des Kaoss-Controllers klingt recht ordentlich, wobei man zum Anschluss des Controllers an eine Verstärkeranalge noch einen Mixer zwischenschalten sollte, da er keinen Booth-Ausgang hat.

 

Der Kaoss DJ hat nur einen Masterausgang, keinen Booth-Ausgang

Der Kaoss DJ hat nur einen Masterausgang, keinen Booth-Ausgang

Alternativer Einsatz

Der Kaoss DJ kann ohne zusätzliche Konfiguration alternativ auch mit der Vollversion Serato DJ genutzt werden. Die „große“ Version der Neuseeländischen Auflegesoftware bietet als käuflich zu erwerbendes Upgrade vor allem zusätzliche kreative Funktionen. Ich bin der Meinung, dass ihr als Einsteiger mit Basisversion Serato DJ Intro bestens bedient seid, da der Controller über eigene Effekte verfügt. Grundsätzlich lässt sich der Kaoss DJ aber auch mit jeder anderen Software nutzen, die MIDI-steuerbar ist. Ich habe dieses erfolgreich mit Traktor Pro und der App DJ Player auf einem iPad getestet.

Traktor Pro kann mit dem Kaoss DJ gesteuert werden

Traktor Pro kann mit dem Kaoss DJ gesteuert werden

Für letzteres benötig ihr einen aktiven USB-Hub, der den Controller mit Strom versorgt.

 

Zum Anschluss an ein iPad wird ein CC-Kit benötigt

Zum Anschluss an ein iPad wird ein CC-Kit benötigt

Standalone

Der Kaoss DJ lässt sich dank seiner Standalone-Funktion auch als eigenständiger Minimixer betreiben. Um diese Funktion nutzen zu können, müsst ihr den Modus-Umschalter auf der linken Seite des Geräts betätigen und das USB-Kabel zur Spannungsversorgung an euer Smartphone-Netzteil anschließen.

Netzteil zur Standalone-Nutzung

Netzteil zur Standalone-Nutzung

Die rückwärtigen Line-Buchse lassen sich in diesem Modus zum Beispiel in Verbindung mit CD-Playern nutzen. Die eigehenden Signale könnt ihr mit EQs, Filtern und den Kaoss-Effekten bearbeiten, die sich für beide Kanäle separat aktivieren lassen. Optional lässt sich auch ein Mikrofon für Durchsagen oder MC-Einlagen an den Kaoss DJ anschließen, das per Schalter auf der Rückseite eingeschaltet wird und den linken Line-Eingang deaktiviert.

 

Fazit

Der Kaoss DJ ist ein durchaus interessanter Zweideck-Controller, der zusammen mit der Software Serato DJ Intro ausgeliefert wird. Er eignet sich vor allem für Einsteiger oder als Backup-Controller, wenn ihr als DJ oft auf Reisen seid. Ein netter Zusatznutzen stellt die Standalone-Funktion dar, die das Gerät in einen kleinen Mixer mit einer sehr guten Effektausstattung verwandelt, den ihr auf einer Privatparty einsetzen könnt. Leider hat Korg die Soundkarten und Mixerfunktionen klar voneinander getrennt so, dass ein Mischbetrieb mit analogen und digitalen Klangquellen ausgeschlossen ist. Die Touch-Jogs reagieren zwar gut, bleiben aber Geschmacksache. Schon beim Stanton SCS-3D kam eine ähnliche Technik zum Einsatz, die aber wenig Anklang in der DJ-Gemeinde fand. Hätte man sie also gleich weg lassen sollen, um sich auf Loops und Cue-Punkt Triggering zu konzentrieren? Letztendlich stellt sich auch die Frage, ob zusätzliche Effekte in einem Controller Sinn machen, wenn die Software schon Effekte liefert. Klanglich, würde ich sagen “ja”, denn die Kaosseffekte sind denen von Serato DJ Intro (iZotope) sowohl quantitativ, als auch qualitativ überlegen. Aber ob hier der klangliche Unterschied bei der Zielgruppe “Einsteiger” zum tragen kommt, bezweifle ich wiederum. Technisch und vom Design her macht der Kaoss DJ einen guten Eindruck. Preislich ist er jedoch etwas zu hoch angesetzt, da Pioneer, Numark und Gemini vergleichbare Produkte zu einem etwas günstigeren Kurs anbieten.

 

 

Hersteller: Korg

Preis: 349 Euro

Hier geht es zum Test von AMAZONA.DE

 

Korg Kaoss DJ

Korg Kaoss DJ
73.333333333333

VERARBEITUNG

8/10

    BENUTZERFREUNDLICHKEIT

    8/10

      PREIS/LEISTUNG

      7/10

        Pro

        • Einsteiger-Controller mit geringen Abmessungen
        • Ausstattung mit Kaosspad-Effekten und Kaossilator-Sounds
        • Standalone-Funktion
        • Einfache Inbetriebnahme

        Contra

        • analoge und digitale Klangquellen nur separat nutzbar

         

        Alternativen

         

        Numark Mixtrack Pro 2

        199 Euro

         

        Gemini Slate

        229 Euro

         

        Pioneer DDJ-SB

        259 Euro

         

         

         

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