Neu: Traktor Kontrol S5 – STEMS-Controller

Native Instruments stellt mit dem Traktor Kontrol S5 eine kleinere Version des S8 vor, der mit seinen integrierten Displays für die STEMS-Steuerung ausgelegt ist. Wie beim S8 kommt auch dieser Controller ohne Jogwheels aus. Mit weniger Bedienelementen als der S8, fällt der S5 etwas kleiner aus. Dies schlägt sich auch im Preis nieder.

Der S5 im Vergleich zum S8

Im wesentlichen fällt beim S5 der Stand-Alone-Mixer und die DVS-Tauglichkeit weg, da die Soundkarte lediglich einen AUX-In besitzt. Auf der Bedienoberfläche gibt es keine Einzelfader für STEMS oder Remixdecks und es fehlen ein paar Buttons zum Editing.

S5_vs_S8_rear S5_vs_S8_topview

Einschätzung

Ich hatte schon im Januar zum Release des S8 bei NI mehrmals um ein kurzes Interview gebeten, um eine bessere Vorstellung von dem zu bekommen, was NI vor hat und wie sie den momentanen DJ-Markt sehen. Leider gab es nie eine Antwort, so dass ich mir meinen Senf selbst anrühren musste – und der sieht so aus:

STEMS und der S8 ergeben auf jeden Fall eine schlüssige Kombi, die sowohl vom Bedienkomfort als auch von der Zusammenführung von DJing und Remixing Sinn ergeben. Gerade im Hinblick auf das Arbeiten mit mehreren Spuren ist es, meiner Meinung nach, das A und O die Bedienung so intuitiv und schlüssig zu halten, wie nur möglich. Live Remixing, sei es mit STEMS oder Ableton ist im DJing kein Einsteiger Ding und bedarf bestimmter Grundkenntnisse. Und auch für Pro´s ist es keine Selbstverständlichkeit, dass man einen S8 noch intuitiv bedient, wenn es beim Gig mal etwas heißer her geht (was das bedeutet überlasse ich deiner Vorstellungskraft 😉 ).

Beim Traktor Kontrol S5 kommen bei mir gleich mehrere Zweifel auf:

1. Um STEMS ausgiebig zu bedienen fehlen dem S5 ein paar Knöpfe und Regler.

2. Dafür, dass der S5 keine Jogwheels hat ist er mit 799.- etwas teuerer als ein Numark NV. Ob das das STEMS-Feature aufwiegt?

3. Ohne Jogwheels ist die Zielgruppe des S5 kleiner als beim Traktor Kontrol S4. Und da das Arbeiten mit STEMS aktuell noch ein Nerd-Ding ist, wird es ebenfalls nicht die Masse ansprechen.

Auch wenn der S5 nicht den S4 ersetzen wird und er eine etwas andere Art von DJ anspricht frage ich mich nach dem Release des S8, was NI sich dabei gedacht hat mit einem STEMS-REMIX-TWITCH um die Ecke zu kommen, wenn Pioneer gerade mit seiner Rekordbox-Welt zum Überholvorgang ansetzt?

Vielleicht sehe ich das ein wenig zu verbohrt? Was denkst Du?

Preis: 799.- Euro

Lieferzeit: Oktober 2015

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Neueste Beiträge des Autors:

  • Kutscher

    NI geht in meinen augen den pfad der fruchschmiede aus cuppertino (apple) in dem sie kreativität gegen verkaufen austauscht. jedenfalls die preispolitik seit dem s8 d2 spricht dafür. also der mixer und audioteil soll im s8 nur 200€ kosten? oder beim d2 kommt der preis durch die Entwicklung der stems zustande. da wird der kunde deutlich geprellt vor allem die pro user die mit all in one lössungen im club ja eher weniger was anfangen können.
    weizerhin wird auch stems durch den native alleingang schnell wieder verschwinden. gibt es noch aktuelle remixdeck Releases? wohl weniger. das format findet kaum anklang, erkennt man daran dass es NULL Einträge auf warez seiten dafür gibt. obwohl das format durchaus potential hat. nur war es für eine trackdj software zu innovativ. ich hab mir immer gewünscht das eine remixdeck vsti rauskommt sodass man den fi inklusive dem remixdeck samt browser wie maschine in daws wie ableton integrieren kann. weil der f1 in verbindung mit dem remixkonzent ist schon genieal.
    Aber da verschenkt native ihr potenzial weils sie sich kunden wünschen die nur bei ihnen kaufen.

    • Rob Wyc

      Stimmt schon. Aber ich denke, dass es sogar wenn es geöffnet worden wäre, es keinen größeren Unterschied gemacht hätte. Das hat mit “The Bridge”, also Ableton und Serato auch nie gezündet, obwohl die Idee genial und ausbaufähig war. Die Apple Strategie, die NI fährt ist ja eigentlich OK, weil so ein Universum auch Stabilität verspricht. Das Dumme ist nur, dass der DJ-Markt eine Nische ist und kein Consumer-Markt. Und wenn man sich in der Nische eine weitere Nische baut, reduziert man sich automatisch die Zielgruppe um ein weiteres. Ich weiß nicht, ob STEMS verschwinden wird. Der Aufwand sie zu produzieren ist relativ gering.

  • Peter Fitzenreuter

    Ich kann das Produkt nich ganz nachvollziehen. Es wird als STEMS
    Controller angepriesen aber es fehlen die grundlegenden separaten
    Lautstärke-Regler. Ich glaube auch das sich STEMS nicht durchsetzen
    wird, denn ich glaube nicht dass die Producer unbedingt Lust haben ihre
    geschraubten Drums und Bässe so frei zum samplen preizugeben. Ich finde
    auch, dass sie Möglichkeiten etwas übertrieben bunt dargestellt werden:
    On the fly mash ups? Naja, man kann die Songstruktur nicht ändern und
    ein Acapella kann ich auch in den Remix Decks oder Sampler
    verwenden…Man sieht auch auf den Download Portalen dass es kaum
    anklang findet. Jetzt wo der Editor draußen ist wird es wohl noch mehr
    digitale Müllmusik nun auch im Stems Format geben!