Test: Reloop Beatpad 2 – DJing mit dem iPad

Reloop hat den Beatpad-Controller überabeitet und mit zahlreichen Detailverbesserungen ausgestattet. Ich habe mir den für iPads konzipierten Controller schicken lassen und durch meinen Testparcours gejagt.

 

Reloop Beatpad2

Reloop Beatpad2

Für Apples iPad, aber auch Android Tablets werden DJ Apps angeboten, die einen beachtlichen Funktionsumfang bieten und sich kaum von software-basierten Lösungen für Computersysteme unterscheiden. Damit die Steuerung der DJ-Apps authentisch erfolgen kann, gibt es spezielle Controller wie den Reloop Beatpad, dessen zweite Auflage von mir getestet wurde.

 

Beats unter Kontrolle

Der Reloop Beatpad 2 ist ein Zweideck-Controller, der mit platzsparenden 46 x 4 x 33 Zentimetern auskommt und circa vier Kilo wiegt. Die Decks sind mit 15,5 Zentimeter großen, berührungsempfindlichen Jog-Wheels ausgestattet und bieten gummierte und beleuchtete Transporttasten.

Deck

Deck

Für die manuellen Geschwindigkeitssteuerungen stehen euch Pitchfader mit einem Regelweg von 10 Zentimetern zur Verfügung. Mit 16 anschlagsdynamischen Triggerpads lassen sich diverse kreative Funktionen auslösen und eine Aussparung im hinteren Teil des Controllers dient zur Positionierung eines Tablets oder Smartphones. Die Mixersektion ist in der Mitte des Beatport 2 untergebracht und verfügt über zwei Kanäle.

Mixer

Mixer

Als Besonderheit müsst ihr bei diesem Gerät über einen rückwärtig verbauten Schieberegler auswählen, ob ihr einen Dreiband-EQ oder einen Zweiband-EQ plus Dualmode-Filter steuern möchtet.

EQ/Filter Auswahl

EQ/Filter Auswahl

Die beiden Kanalfader sind dem Crossfader fest zugeordnet und der Kurvenverlauf lässt sich in der zu steuernden Software anpassen. Im Inneren des Controllers ist eine Soundkarte mit vier Ausgängen verbaut, die mit bis zu 96 Kilohertz arbeitet. Die Rückseite des Beatpad 2 wartet mit einem XLR-Boothausgang und einem XLR/Cinch-Masterausgang auf. Externe Signale lassen mittels eines AUX-Eingangs zuführen, der mit CD-Playern oder Plattenspielern kombinierbar ist. Für Durchsagen gibt es einen regelbaren Mikrofonanschluss. Weitere Anschlüsse gibt es zur Kommunikation mit iOS-Geräten, Android-Tablets und Computern.

Anschlüsse

Anschlüsse

iPad DJing

Für meinen Praxistest habe ich die App djay Pro ausgewählt und auf einem iPad Air ausgeführt. Das iPad lässt sich sehr einfach in der vorgesehenen Halterung auf dem Controller platzieren und wird durch das angesteckte Verbindungskabel geladen. Die Controller-Steuerungen sind in der App vorprogrammiert und erlauben nur in sehr wenigen Punkten eine Anpassung.

iPad DJing

iPad DJing

Die vergebenen Belegungen sind praxisgerecht gewählt, so dass man als Einsteiger recht schnell mit dem Mixen beginnen kann. Der zentral platzierte Encoder erlaubt das Scrollen in der Songbibliothek und das Laden von Songs in die Decks. Die App analysiert die Songgeschwindigkeiten und Tonarten und erledigte in meinem Testlauf beides für verschiedene Musikgenres sehr zuverlässig. Im Anschluss daran lassen sich die Songs automatisch beatmatchen und die Tonarten für ein harmonisches Mixen angleichen. Wenn ihr lieber manuell Arbeiten möchtet, könnt ihr dieses mit den Jog-Wheels, Pitchbend-Tasten und den Pitchfadern erledigen. Die optische Darstellung der Songs lässt sich umschalten und bietet sehr viele Hilfestellungen beim Mixen aber auch beim kreativen Arbeiten. Da ich normalerweise Filter und Equalizer zum Mixen von Songs verwende, finde ich die Umschaltfunktion für die Potis im Mixerbereich nicht so gut. Als Ausweg habe ich für die Hardware die komplette EQ-Steuerung aktiviert und das Filter auf dem Touchscreen mit dem Finger gesteuert. Mit den Jog-Wheels lassen sich die Tracks direkt manipulieren und auch scratchen – letzteres klappt mit dem Controller wirklich gut und auch der Cut-In-Lag des Crossfaders lässt sich auf circa 1,5 Millimeter in der App einstellen. Mit den Pads könnt ihr Hotcue-Punkte speichern und anfahren, Samples abfeuern, Loops setzen und die Slicer-Funktion bedienen, mit der sich Tracks rhythmisch zerpflücken lassen. Die Pads dienen zudem zur Kontrolle der Effekte; eine klassische Parametersteuerung mit Drehreglern ist hier leider nicht vorgesehen. Wenn ihr euer Setup erweitern möchtet, könnt ihr ein Mikrofon und einen Zuspieler an den Beatpad 2 anschließen, zum Beispiel, um spontane Musikwünsche zu erfüllen. Die Verarbeitung des Geräts ist ordentlich und klanglich hat mir der Controller ebenfalls gut gefallen.

 

Alternativen

Neben der Steuerung von djayPRO auf einem iPad, könnt ihr den Beatpad 2 auch mit dem gleichnamigen Programm auf einem Mac nutzen.

Auflegen mit dem Mac

Auflegen mit dem Mac

Der gebotene Funktionsumfang entspricht in etwa dem der App und auch hier sind die Steuerungszuweisungen ab Werk hinterlegt. Die Kontrolle der Software gelingt sehr gut mit dem Controller, einzig der Trick mit der Filtersteuerung auf dem Touchscreen funktioniert natürlich nicht. Da der Reloop Beatpad 2 gewöhnliche MIDI-Kommandos sendet, könnt ihr ihn mit jeder Software kombinieren, die sich mit MIDI-Befehlen steuern lässt, wie zum Beispiel Traktor Pro, Virtual DJ oder Cross DJ.

 

Neuheiten Beatpad 2

Im Vergleich zum Vorgänger Beatpad gibt es beim Beatpad 2 einige Neuerungen:

 

  • anschlagsdynamische Triggerpads
  • Farbcodierung für Pads und Jog-Räder
  • Hotcue- und Sampler-Modus
  • Auto-Loop/Bounce Loop-Modus
  • Jog-Wheel-Steuerung für die Effekte
  • Slicer-Funktion
  • EQ/Filter-Umschalter
  • harmonisches Mixen
  • Track-Preview

 

Fazit

Der Beatpad-2-Controller von Reloop erlaubt das einfache Mixen von Songs mit der App djayPRO auf einem iPad oder Computer. djayPRO hatte ich bereits in einem eigenen Test begutachtet und für gut befunden. Die Software bietet viele Funktionen und verfügt über eine ausgesprochen ordentlich funktionierende BPM-Erkennung. Die Kreativausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen und somit kann man diese Software durchaus als Alternative zu Traktor oder Serato nutzen. Der Beatpad 2 richtet an Einsteiger und ambitionierte Hobby-DJs und bietet diesen neben den Grundfunktionen, ein recht großes Arsenal an kreativen Betätigungsmöglichkeiten. Einige Steuerungen wie die Effekte und Filter/EQ sind zwar eigenwillig gelöst und auf einen separaten Booth-Regler muss man auch verzichten, ich denke aber, dass diese Einschränkungen bei einer Nutzung im privaten Umfeld nicht sonderlich schwer wiegen. Wenn ihr auf der Suche nach einem soliden iPad-Controller seid, kann ich euch den Beatpad 2 empfehlen.

 

 

 

Hersteller: Reloop

Preis: 499 Euro

 

 

Alternativen

Pioneer DDJ-Wego 3

279 Euro

 

 

Numark iDJ Pro

399 Euro

 

 

 

 

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