Test: BomeBox – MIDI-Routing deluxe

Florian Bömers, Mastermind der populären MIDI-Mapping-Software Bome-MIDI-Translator, stellte auf der diesjährigen NAMM-Show das neuestes Produkt seiner Firma Bome Software vor: die BomeBox. Die Box soll ein cleveres MIDI-Routing erlauben und als Schnittstelle zwischen einer Vielzahl von Geräten nutzbar sein. Ich habe das kleine Wunderwerk für euch gecheckt.

Bome Box

Bome Box

Wenn ihr in der Vergangenheit komplexe MIDI-Setups nutzen wolltet, um verschiedene Steuergeräte mit unterschiedlichen Empfängern kommunizieren zu lassen, war das oft nur mit einem zwischengeschalteten Computer möglich. Mit der BomeBox soll das jetzt anders werden, da diese einen Transfer von Steuerdaten auch ohne Computer erlaubt.

 

BomeBox

Die BomeBox ist ein 121 x 96 x 38 Millimeter kleines Kistchen, das MIDI-Daten empfangen und über verschiedene Wege an Empfänger verteilen kann. Darüber hinaus lassen sich die Daten umleiten, verändern oder zusammenfassen. Die Box bietet zur Kommunikation einen USB-Anschluss, zwei DIN-MIDI-Ports, zwei Ethernet-Anschlüsse und WLAN.

Bome Box

Bome Box MIDI- und USB-Anschlüsse

Die Stromversorgung erfolgt über eine Micro-USB-Buchse und ein optionales Handynetzteil oder einen Powerbank-Akku. Alternativ kann der Strom aber auch über ein Netzwerkkabel bezogen und an zusätzliche BomeBoxen weiterverteilt werden. Die Einrichtung der Box gelingt über ein Webinterface in einem Browser, drahtlos oder kabelgebunden.

 

BomeBox – the easy way

Wenn ihr euch die BomeBox zulegt, könnt ihr diese für verschieden komplexe Aufgaben nutzen. Ein oder mehrere Controller mit gleichen oder verschiedenen Anschlusstypen (USB oder MIDI) lassen sich dazu an die Box anschließen und die empfangenen MIDI-Daten sind an beliebige Ziele wie Computer, Tablets oder USB/-MIDI-Hardware weiterleitbar. Alternativ können aber auch an die Box angeschlossene Computer untereinander Daten austauschen oder einzelne Controller mit mehreren Empfängern gleichzeitig kommunizieren. Damit die Daten an den verbundenen Computern ankommen, müsst ihr eine Client-Software installieren.

Bome Client Software

Bome Client Software

Diese konnte ich als Beta-Version für meinen Test nutzen. Entsprechende Umsetzungen für iOS- und Android-Geräte sind ebenfalls in Arbeit. Die Computer können per WiFi oder Ethernetkabel mit der BomeBox in Kontakt treten, wobei die kabelgebundene Variante in der praktischen Anwendung zu bevorzugen ist, da ein störungsfreier Datenaustausch somit auch über sehr lange Distanzen gelingt. In meinem Praxistest habe ich einen gewöhnlichen Netzwerkswitch genutzt, um mehrere Geräte miteinander zu verbinden.

Bome Box per Switch verkabelt

Bome Box per Switch verkabelt

Die Gerätekonfiguration ist in diesem Fall sehr einfach, da die BomeBox als DHCP-Server agieren kann und die Adressvergabe übernimmt. Mit dem Webinterface habt ihr von einem Browser auf einem Computer, Tablet oder Handy aus Zugriff auf die MIDI-Verbindungen, -Ports und das Netzwerk. Ihr könnt hier Einstellungen überwachen, aber auch Eingriffe vornehmen und festlegen wie die Geräte untereinander kommunizieren. Da man die Gerätekommunikation der BomeBox und der angeschlossenen Geräte explizit bestätigen muss, lassen sich Störungen von außen im laufenden Betrieb unterbinden. Die Konfiguration der Box über das Webinterface ist übersichtlich und geht schnell von der Hand.

Bome Box Webconfig

Bome Box Webconfig

Verschiedene Einsatzszenarien im DJ-Kontext sind möglich: Ihr könnt Traktor auf einem Rechner und Ableton Live oder Maschine als Ergänzung auf einem anderen Computer simultan mit einem einzelnen Controller steuern. Auf diese Weise lassen sich Steuerdaten übermitteln, aber auch die beiden Programme via MIDI-Clock (oder Ableton Link) synchronisieren. Alternativ lässt sich dieses Setup auch von DJ-Teams nutzen und dabei mehrere Controller und Computer miteinander kombinieren.

Computer und Bome Box per Ethernet verkabelt

Computer und Bome Box per Ethernet verkabelt

Praktisch: Mit der kabelgebundenen Netzwerkverbindung sind sehr weit entfernte Ziele steuerbar. So ist es möglich, von einem DJ-Setup aus eine Lichtanalage zu kontrollieren, die sich nicht in der unmittelbaren Nähe eines Controllers befindet. Aktuell unterstützt die BomeBox das MIDI-Protokoll, Erweiterungen wie RPT-MIDI, OSC und das HD Protokoll sollen per Firmwareupdate nachgereicht werden.

 

BomeBox – advanced

Neben diesen praktischen, aber recht einfach gehaltenen Verschaltungen könnt ihr die Bome Box aber auch für komplexe Aufgabenstellungen nutzen. Die Box ist in der Lage programmierte MIDI Mappings von der optional erhältlichen Software MIDI Translator Pro zu importieren und anschließend auch ohne zwingenden Computerkontakt auszuführen. Die Software bietet ab Werk einige Mappings für Controller zur Steuerung von Trakor, Serato DJ und Virtual DJ, die ihr natürlich ergänzen könnt. MIDI Translator Pro ist eine mächtige Software, auf die ich in diesem Test nicht im Detail eingehen möchte.

MIDI Translator Pro erlaubt komplexe Routings

MIDI Translator Pro erlaubt komplexe Routings

Die Software bietet die Möglichkeit MIDI-Daten umzuleiten, umzuwandeln, Shift-Funktionen zu programmieren, Mappings per Knopfdruck zu ändern und vieles mehr.

 

Fazit

Mit der BomeBox von Bome Software lassen sich vielfältige MIDI-Aufgabenstellungen lösen. Ihr könnt Konfigurationen in der Box vornehmen und diese mit einer Vielzahl an Geräten kombinieren. Komplexere MIDI-Routings lassen sich mit der optionalen Software Bome MIDI Translator Pro erstellen und von der BomeBox ebenfalls ausführen. Wenn ihr ein MIDI-Setup aufbauen möchtet, das über ein einfaches Computer-Controller-Szenario hinausgeht, solltet ihr euch diese Lösung näher anschauen.

 

 

Hersteller: Bome Software GmbH & Co. KG

Preis: 199 Euro

 


Alternative

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