Trends: September 2017

Der Sommer ist endgültig passé und die kälteren Jahreszeiten stehen vor der Tür. Welche zehn Tracks für uns die Übergangsphase bestimmt und im letzten Monat für Furore in den Clubs gesorgt haben, ist hier in unseren Trends nachzulesen:

 

BOg feat. Tim Engelhardt – Why Should [Diynamic]

Nach einem bereits Ende März auf Innervisions VA-Compilation “Secret Weapon 9“ veröffentlichten Track, führen der in Paris lebende Rumäne BOg und Kölns Wunderkind Tim Engelhardt nun ihre Kooperation mit „Why Should“ erfolgreich weiter. Der auf Diynamic erschienene Beitrag zur „Four To The Floor“-Split-EP baut anfangs auf percussive Grooves und Tropen-Ästhetik, die langsam um repetitive Synth-Sounds und einem auf der Grenze zum Penetranten balancierenden Arpeggiator ergänzt werden. Dieser verbleibt allerdings dann doch immer auf der gutartigen Seite und macht damit diese hypnotische Nummer fast schon zum Sommerhit.

 

XOA – Diaspora (Laolu Remix) [Soundway Records]

Laolu’s Interpretation von Diaspora enthält nichts grundlegend Neues, balearische Ibiza-Chords, Vocals, metallische Percussions zeichnen ihn aus. Dennoch fügen sich diese altbekannten Elemente zu etwas Aufregendem zusammen. Der Remix bedient nämlich nicht die Trends der letzten Zeit, nimmt sich selbst in seinem angedeuteten Kitsch nicht zu ernst und klingt damit erfrischend.

 

Rampa – Newborn Sould (Redshape Remix) [Keinemusik]

Redshapes Beitrag für die „Doppelgänger“-Remix-EP der Berliner Keinemusik-Crue geht den umgekehrten Weg des Originals. Was sich dort über vier Minuten langsam und ohne Kick aufbaut und sich im typischen Rampa-Groove entlädt, ist hier sofort voll da. Die blubbernde 80s-Bassline und kalte Synths reinterpretieren das vormals irgendwie hoffnungsvolle Stück zu einem nun düsteren Danceflor-Banger.

 

Toto Chiavettea – Analog Suite [Innervisions]

Garantiert in irgendwelchen Jahrescharts, bestimmt auch in unseren, denn: Um „Analog Suite“ kam diesen Sommer niemand herum. Der Höhepunkt so manchen Sets startet mit einem Tom-lastigen Groove und den markant-brizzelnden Hi-Hats, die Toto Chiavetta’s Signature sind. Dazu die sich stetig verbreiternde und maximal verzerrte Synth-Line, das war es eigentlich schon an Zutaten.

 

Toto Chiavetta – Nothing Really Matters [Innervisions]

Wieder Toto, wieder der typische Groove. Dieses mal aber nicht so sehr Peak-Time wie „Analog Suite“, dafür mehr mit E-Gitarre, Background-Vocals und Streicher. Innervisions überschreitet einfach den gefühlt-dauerhaften Zenit nicht und schafft es immer noch frische Künstler für ihr Label zu gewinnen und die Szene zu bestimmen. Auch die anderen Tracks des zugehörigen Albums “Underground Mental Resurrection” sind nämlich sehr empfehlenswert.

 

Audiofly & Patrice Bäumel – Atacama [Crosstown Rebels]

Monatliche Charts ohne dass Patrice Bäumel in ihnen vertreten ist, sind in diesem Jahr kaum denkbar. Der in Ostdeutschland geborene Wahl-Amsterdamer tut sich mit Audiofly zusammen, heraus kommt auf Crosstown Rebels eine ewig spannungsgeladene Hommage an Chiles gleichnamige Atacama-Wüste. Ähnlich wie eine nach Feuchtigkeit dürstende Landschaft sehnt sich die Entladung im Break herbei. Und diese kommt.

 

Braunbeck – Ullalet [Sol Eterno]

Fabian Braunbeck veröffentlicht die erste EP auf seinem eigenen, mit Hazel neu gegründeteten Label „Sol Eterno“ gleich selbst. Eine gute Idee, denn der Titel-Track dieser ersten Katalognummer kombiniert mit seinem arabischen Vocal und australischem Didgeridoo Vibes aus unterschiedlichen Kulturkreisen und sticht damit aus dem Gewohnten heraus. Der stoische Groove trägt durch ein insgesamt unaufgeregtes Stück, das eher ein vages beruhigendes Gefühl als eine wilde Reise ist.

 

Matthias Schober – That Is When [Lossless]

„That Is When“ ist Teil der zweiten Outbound-Compilation, dem Showcase-Format von Lossless. Die neueste Ausgabe ist erst das insgesamt 13. Release des von Thomas Herb und Schober himself gegründeten Labels, und das obwohl es schon seit 2014 besteht. Qualität steht über Quantität, das merkt man der sich auf klassischen House beziehenden Produktion an: Stakkato-Chords und weicher Beat, Atmosphäre und schnörkelloses Arrangement.

 

Young Marco – Palace Green Beans [Dekmantel]

Es ist schwierig das Dekmantel-Gefühl in Worte zu fassen. Genau das scheint aber auch die Essenz der Faszination zu sein, es klingt irgendwie neu und gleichzeitig altbekannt, ist noch nicht gänzlich abgesteckt und lädt zur Erforschung ein. „Palace Green Beans“ gehört zur 10.-Geburtstags-Compilation des Amsterdamer Labels und stolpert fröhlich und fast schon naiv-simpel los. Doch diese Einfachheit in Arrangement und Patterns ist nur vordergründig, bei genauerer Betrachtung fällt die Komplexität des Tracks in subtilen Veränderungen auf. Vibes!

 

Andhim – Amene [Superfriends Records]

Andhim haben sich in den letzten Monaten mit Releases wie der “Donner EP” oder ihrem Remix für Matthias Tanzmann’s “Coffe Clouds” wieder mehr in Richtung Underground-Sound entwickelt. Nach den letzten Jahren mit poppigeren Ansätzen ist das sehr erfrischend. Die beiden Kölner bestätigen aber auch auf diesem gar nicht so neuen Terrain weiter ihr Können, auch Amene als Teil der “Huso EP” (frech) klingt wie im Grunde all ihre Produktionen extrem gut,

 

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