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DJing in Extremsituationen

7 Performances an ungewöhnlichen Orten

Eigentlich werden Mixer, Turntables, Controller oder andere Hardware im Club genutzt. Das ist für Promovideos und -fotos aber zu öde. Da muss man raus. In die Berge, in die Luft oder unter Wasser. Weiterlesen

Laptop zum Auflegen: In 4 Schritten zum passenden Rechner

laptopBevor man heutzutage überhaupt mit dem digitalen Auflegen anfangen kann, steht man vor der Problematik, welchen Rechner man überhaupt verwenden kann. Auch wenn wir hier schon mal ein paar Hinweise gegeben haben, möchte ich Dir mit diesem Post eine Kurzanleitung geben, wie ich persönlich verfahren würde.

Bevor Du Dir einen Rechner aussuchst solltest Du zumindest eine der wichtigsten Fragen geklärt haben:

Mit welcher DJ-Software möchtest Du auflegen?

Denn entscheidend sind die Systemanforderungen, die jede DJ-Software mit sich bringt. Die Specs des Controllers sind bei der Rechnersuche Nebensache. Hier kommt höchstens zum tragen, das für den Anschluss ein entsprechender Port am Rechner vorhanden ist. In den meisten Fällen ist damit ein USB-Port gemeint. Nachstehend findest Du als Beispiel jeweils die Systemanforderungen von Virtual DJ 8, Serato DJ und Traktor Pro 2.7:

Systemanforderung Virtual DJ 8

Systemanforderung Virtual DJ 8

Systemvoraussetzung Serato DJ

Systemvoraussetzung Serato DJ

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Systemvoraussetzung Traktor Pro 2

Und was sagt uns das?

Grundsätzlich empfiehlt es sich besser als die minimalen Systemanforderungen ausgestattet zu sein. Das lässt etwas Luft nach oben in der Performance und der Rechner dürfte somit auch noch ein paar Tage länger seine Arbeit verrichten. Aus den oben aufgeführten Systemanforderungen lese ich folgendes heraus:

1. Virtual DJ benötigt im Vergleich zu Serato und Traktor geringere Systemresourcen

2. Serato mag keine AMD Prozessoren

3. Das neuste Mac OSX 10.10 scheint noch keine gute Wahl zu sein. Besser noch die Finger davon lassen.

Daraus schließe ich:

Mit einem i5 Prozessor, Win7,Win8 oder Mac OSX 10.8-10.9 und 8GB RAM ist man auf der “Sicheren Seite”. Sofern ich nicht mit Videos rumspielen möchte benötige ich auch keine größere Grafikkarte. Mit diesen gesammelten Daten sollten die primären Komponenten bei der Rechnersuche feststehen. Es gibt natürlich noch ein paar weiter Dinge zu beachten, die von den persönlichen Anforderungen abhängen, wie z.B. Festplattengröße, Bildschirmgröße usw…

Dazu liest Du am besten noch mal über diesen Post drüber!

Noch mal kurz zusammengefasst:

1. DJ Software aussuchen (Am besten auf der Herstellerseite eine Demo testen)

2. Systemanforderungen der Software notieren.

3. Welche individuellen Specs benötige ich > Festplattengröße, Bildschirmgröße

4. Rechner im Onlineshop filtern oder im Laden anschauen und beraten lassen.

Wie so ein Notebook Filter in einem Onlineshop aussehen kann, siehst Du hier.

Über den Daumen gepeilt…

fangen neue Rechner zum Auflegen mit einem Windows System bei ca. 500-600.- Euro an. Dann sind meist aber keine Extras inklusive. Macs sind meist etwas teurer. Für den kleineren Geldbeutel gibt es aber auch Angebote auf dem Gebrauchtmarkt.

Weitere Fragen kannst Du hier gerne als Kommentar stellen!


Video-Interview: Chris Liebing über Label, Producing und die Zukunft des DJings

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Chris Liebig ist ein international anerkannter Techno-Produzent und DJ. Das Frankfurter Urgestein erzählt in diesem Video-Interview über sich, sein Label und das Auflegen im Wandel der Zeit. Auch wenn ich selbst kein Techno-Hörer mehr bin, so ist es trotzdem interessant zu hören, wie Chris Liebig mit seiner Selbstbestimmung umgeht und welche Wurzeln Motivation, Erfolg und Vision bei ihm haben.

Kompliment auch an Alex (Elevator) für dieses Top-Interiew!

 

 

Test: Tonium Pacemaker iOS – iPAD-DJing mit Spotify

Die schwedische Company Tonium präsentierte vor circa 7 Jahren das außergewöhnliche Mixingtool Pacemaker. Diese extrem kompakte Auflegelösung sorgte zwar für Aufsehen, hatte aber wenig Chancen sich gegen die parallel entwickelnde Smartphone-/Tablet-PC-Welt durchzusetzen. Mit einem Neustart als App soll das Konzept wiederbelebt werden, das wir für euch angeschaut haben.

Tonium konzipierte das DJ-Tool Pacemaker als Standalone-Lösung, die in etwa die Größe eines Smartphones hatte und über eine interne Festplatte als Songspeicher verfügte. Über ein Farbdisplay wurden Songdaten und Mixinformationen dargestellt und ein Touchpad inklusive eines zusätzlichen Touchstrips diente zur Manipulation von Songs.

Tonium Pacemaker

Tonium Pacemaker

Da die Pacemaker-Entwickler auch nach dem Scheitern der Hardware von ihrem Konzept überzeugt waren, gab es zunächst eine Umsetzung für die BlackBerry-Plattform und jetzt endlich auch eine App für das iPad.

Aufbau

Die als Grundversion kostenlose App Pacemaker bietet zwei virtuelle Mixdecks und kreisförmig angeordnete Bedienelemente. Der Dynamikverlauf der Songs wird oberhalb der Decks eingeblendet und bietet eine grobe Mixhilfe. Eine detaillierte Wellenformdarstellung hingegen gibt es nicht.

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Pacemakter iOS im Überblick

Für die digitalen Songs sind zahlreiche Manipulationsmöglichkeiten vorhanden. Diese lassen sich scratchen, pitchen, loopen und mit Effekten bearbeiten. Des Weitern lassen sich taktsynchrone Sprünge innerhalb eines Songs ausführen und Songs mit einem Crossfader überblenden. Für das Cue-ing und Beatmatchen empfiehlt sich der Einsatz eines zusätzlichen Audiosplit-Adapters oder -Kabels, den verschiedene Händler im Internet anbieten. Mit diesem kann das Stereoausgangssignal des iPads in ein Master- und ein Vorhörsignal aufgeteilt werden.

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Audio Splitter Kabel

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Eine Unterstützung für externe USB-Multikanalaudiointerfaces bietet die App nicht. Für die Songauswahl gibt es einen eigenen Screen. Hier erfolgt der Zugriff auf die iTunes-Bibliothek des iPads und die entsprechenden Playlisten und optional auf das Streamingportal Spotify.

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Songauswahl

In the Mix

Wie Eingangs bereits angesprochen, können sich interessierte Anwender die Pacemaker App kostenlos aus dem App Store laden und die ersten Mixversuche starten. Richtig Spaß macht es allerdings erst mit den Zusatzfunktionen des „Value Packs“ [1], die es mittlerweile für recht kleines Geld zu kaufen gibt.

In-App-Kauf Value Pack

In-App-Kauf Value Pack

Der Mixvorgang startet mit einer automatischen Geschwindigkeitsanalyse für jeden Track, der zuvor noch nicht mit Pacemaker wiedergegeben wurde. Das Ergebnis dieses Analysevorgangs lässt sich nicht manuell anpassen, so dass die Nutzung der Sync-Funktion bei einer nicht stimmigen Tempoermittlung fehlschlägt. In unserem Test gab es allerdings selbst bei rhythmisch komplexen Drum&Bass-Tracks nur wenige Ungenauigkeiten, die der Anwender während des Mixens durch manuelles Pitchen und Pitch-Bends korrigieren muss.

Manuelle Tempokorrekturen

Manuelle Tempokorrekturen

Pro Song kann ein Cue-Punkt gespeichert werden. Mit diesem lässt sich ein Einstartpunkt für einen Mix oder eine prägnante Stelle in einem Song fixieren.

Cue-Punkt

Cue-Punkt

Um ein DJ-Set individuell auszuschmücken gibt es eine Vielzahl kreativer Funktionen. Hierzu zählt die Loopfunktion, die zahlreiche vorgegebene Quantisierungen bereithält, aber auch eine frei kontrollierbare Variante. Letztere rastet im Gegensatz zu den festen Looplängen nicht ein und wird durch eine Kreisbewegung gesteuert.

Loop-Funktion

Loop-Funktion

In der Effektabteilung von Pacemaker gibt es die Vertreter Echo, Roll, Hi-Lo, Reverb und ChopChop und einen Dreibandequalizer. Alle Effekte liefern ein klanglich überzeugendes Ergebnis und lassen sich im Einstellungsfenster der App beliebig in ihrem kreisförmigen Auswahlmenü anordnen. Ihre Steuerung erfolgt durch Drehbewegungen.

Effekte

Effekte

Interessante Mixtricks lassen sich zudem mit Beatskip erzielen. Diese Funktion erlaubt das taktgenaue Springen innerhalb eines Songs. In ihrem Auswahlmenü befinden sich Sprunglängen von bis zu +/- 8 Beats, mit denen sich Stutter-Effekte generieren lassen.

Beatskip

Beatskip

In der Anwendungspraxis ergibt sich durch die spezielle Art der Gruppierung und Bedienweise der Parametersteuerungen das Problem, dass man nur sehr eingeschränkt parallele Aktionen ausführen kann. Das im DJ-Alltag nahezu alltägliche Crossfaden von Tracks bei gleichzeitiger Modifikation der Equalizerparameter gelingt mit der App Pacemaker nur durch Fingerakrobatik. Eine parallele Steuerung zusätzlicher kreativer Parameter kann hierbei nicht erfolgen.

Musik aus dem Netz

Viele Musikliebhaber beziehen ihren digitalen Musiknachschub mittlerweile über Downloadshops und Streamingangebote, die per Internet angeboten werden. Pacemaker trägt dieser Entwicklung auf zwei unterschiedlichen Wegen Rechnung. Zum einen können Songs direkt in Apples iTunes-Store gekauft werden.

iTunes

iTunes

Zum anderen können DJs mit einem Premiumabo bei Spotify [2] direkt auf den dort verfügbaren Songbestand zugreifen. Zwingend vorausgesetzt wird hierzu allerdings ein kostenpflichtiges Abonnement und eine permanente Internetverbindung. Bei einer Unterbrechung der Internetverbindung wird die Musikwiedergabe angehalten.

Spotify

Spotify

Fazit

Den Programmieren von Tonium ist mit der App Pacemaker ein außergewöhnliches DJ-Tool gelungen. Der gewählte Weg ist ein optischer Hingucker, der in der Praxis allerdings einige Limitierungen mit sich bringt und zum aktuellen Zeitpunkt eine professionelle Anwendung der App leider ausschließt. Möglicherweise werden mit späteren Updates MIDI-Controller- und Multikanalaudiointerface-Unterstützungen noch nachgereicht. In einer privaten Anwendung lässt sich die App allerdings bedenkenlos einsetzen und bietet dort jede Menge Spielspaß. DJs, die über einen kostenpflichtigen Spotify-Account verfügen, können durch die Integration dieser Streamingplattform fast jeden Musikwunsch erfüllen.

  1. Das „Value Pack“ beinhaltet: Loop, Beatskip, Echo, Roll, Reverb und Hi-Lo
  2. www.spotify.com, 9,99 Euro/Monat.

Hersteller: Pacemaker Music AB

Bezug: App Store

Preis: kostenlos, In-App-Käufe bis zu 4,99 Euro

Version: 1.1.1

Technische Voraussetzungen: iPad mit mindestens iOS 7.0

PLUS

+ innovatives Bedienkonzept

+ gute Effekte (per In-App-Kauf)

+ direkter Zugriff auf Spotify

+ iTunes-Store-Zugriff

+ automatisches und manuelles Beatmatching

MINUS

– parallele Steuerung von mehreren Parametern kaum möglich

– keine Unterstützung für Multikanalaudiointerfaces

 

Hier geht es zum Hardwaretest von AMAZONA.DE

 

Alternativen

Traktor DJ

Preis: 17,99 Euro

Cross DJ

Preis: 3,59 Euro

 

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