News: Resident Advisor stellt Polls ein

Resident Advisor stellt nach 16 Jahren die vielbeachteten RA Polls ein. Begründet wird dies mit mehreren Aspekten: Die Liste, überwiegend von weißen männlichen Akteuren besetzt, repräsentiere nicht die Realität der Szene, in der weibliche, queere und farbige Artists nicht nur mitwirken, sondern diese von Anfang an entscheidend mit aufbauten. Sie mit diesem Fokus weiterzuführen, würde die immer noch zu wenig erfolgende Aufmerksamkeit für non-maskuline Künstler bestätigen und Minderheiten zementieren. Dass die Polls seit 2006 von den Lesern bestimmt wurden, zeigt, dass in dieser Hinsicht auf breiter Basis noch Nachholbedarf besteht.

Auch aus finanzieller Sicht hat der Poll über die Jahre an Bedeutsamkeit gewonnen, immer mehr Booker und Clubs nutzten die Top-100 als Leitindex unter anderem für Künstler-Gagen, ein Umstand der laut RA eine hitzige Atmosphäre zum Jahresende kreierte. Das Online-Magazin lehnt dies ab, es könne nicht im Sinne der Szene sein, einen Wettbewerb zu erzeugen. Das Konzept einer Top-Liste überzieht Kunst mit einer Bewertung und lässt somit völlig unterschiedliche Spielarten auf willkürlicher Basis vergleichbar werden. Auch seien die Listen viel zu homogen und würde die Diversität der Szene nicht abbilden können.

In der Folge sollen konsequenterweise auch weitere Listenformate abgeschafft werden, unter anderem Top-Labels, Top-Tracks, Top-Albums und Top-Mixes/-Compilations/-Podcasts. Die RA Polls waren die meistaufgerufenen Inhalte des Magazins und trugen zu seiner Popularität stark bei, das Beenden des Formats aus den genannten Gründen ist ein wohlüberlegter Schritt gegen die zunehmende Kommerzialisierung des elektronischen Undergrounds. Respekt!

Weitere Informationen im Statement von Resident Advisor.

 

 

 

 

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