Rassismusvorwürfe im Berliner Club Wilde Renate
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Rassismusvorwürfe im Berliner Club Wilde Renate

News 12. Oktober 2020

Der ehemalige PR-Manager der Wilden Renate, Karim Molyneux-Berry, hat Rassismuserfahrungen am Arbeitsplatz öffentlich gemacht. Er wurde wiederholt Opfer von rassistischen Witzen, ohne dass das Mangement des Berliner Clubs Konsequenzen zog.

Laut Molyneux-Berry begannen die rassistischen Erniedrigungen bereits im Jahr 2018 und steigerten sich im darauffolgenden Jahr. Hauptsächlich veranwortlich für die rassistischen Witze war das DJ-Duo Jan Kähler und Bene Bogenberger alias Peak & Swift. Die Renate-Residents machten sich wiederholt über Molyneux-Berrys afrikanische Herkunft lustig. Anfang 2019 wurde das N-Wort auf seinen Kalender geschrieben. Bogenberger gab später zu, dafür verantwortlich zu sein, und entschuldigte sich für seinen "unlustigen Witz".

Molyneux-Berry wandte sich schließlich noch 2019 in einer E-Mail an das Management des Clubs und berichtete von seinen Erfahrungen. "Ich kann das nicht mehr aushalten. Es gab noch eine Menge anderer Vorfälle, aber ich denke, die oben genannten Belästigungen reichen aus. Sie sind eigentlich schon zu viel", schrieb er. Daraufhin kam es zu einem persönlichen Treffen mit dem Renate-Management, auf dem er Anti-Rassismus-Trainings für alle Angestellten forderte.

Beschwerde gegen Diskriminierung nicht ernstgenommen

Der Ex-PR-Manager berichtet, dass er sich nicht ernstgenommen fühlte, und weder von Kähler und Bogenberger noch vom Club-Management eine formale Entschuldigung erhalten habe. Vielmehr sei ihm suggeriert worden, dass er überreagiere. Auch die Anti-Rassismus-Trainings liefern erst in 2020 an - nachdem Molyneux-Berry die Ereignisse publik gemacht hatte. Dazu hätte er sich entschieden, nachdem er zuvor Hilfe bei der Clubcommission gesucht hatte.

Die Wilde Renate hat inzwischen ein Statement veröffentlicht, in dem man die Vorfälle und das eigene Vorgehen bedauert. Darin zählt der Club die Maßnahmen auf, die er nun gegen Diskriminierung ergriffen hat, unter anderem eben jene Anti-Rassismus-Trainings sowie die Ernennung zweier Awareness-Manager*innen.

Molyneux-Berry musste die Renate im November 2019 verlassen: Zwei Wochen vor Ende seines Vertrages wurde ihm mitgeteilt, dass dieser nicht verlängert werden würde, da seine Pressearbeit nicht gut genug sei beziehungsweise da er nicht deutsch spreche - obwohl er bereits seit fast drei Jahren für die Renate gearbeitet hatte und nie zuvor solche Kritik bekommen hätte. Auch Kähler und Bogenberger arbeiten nicht mehr für den Club. Bogenberger hat im September 2020 gekündigt, anscheinend zum Teil aufgrund von Erfahrungen, die er im Anti-Rassismus-Trainings gemacht hat.

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Geschrieben von:
Redaktion

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