Cloud DJing - Der nächste Schritt in Richtung Zukunft?

Cloud DJing - Der nächste Schritt in Richtung Zukunft?

Archiv. 8. Juli 2014 | / 5,0

Geschrieben von:
Robert Wong

Das Thema Cloud DJing hatten wir ja schon mal kurz im Beitrag Future DJing - Womit wir in Zukunft auflegen werden, angeschnitten. Und dadurch, dass aktuell Algoriddim djay mit Spotify- und Mixvibes jetzt mit einer Soundcloud-Integration aufwarten, sind gewisse Tendenzen erkennbar, die das DJing mit Sicherheit vor neue Herausforderungen stellen werden. Schon jetzt sind Streaming-Dienste beim Musikkonsum sehr angesagt. Vor allem, weil sie das konventionelle Radiohören durch smarte Playlisten in ein persönliches Wunschradio verwandeln, dessen Titelvielfalt unbegrenzt ist. Man spart sich das CD-Kaufengehen, lästige Konvertierungen für den MP3-Player und es bietet unter Umständen noch die Möglichkeit kostenlos an Musik zu gelangen.

clouddjing
Cloud DJing: Mit dem Musikstream auflegen

Für das DJing wird der Zugriff auf unendlich viele Titel wahrscheinlich der größte Pluspunkt zum Thema Musik aus der Cloud sein. Jedoch gibt es fürs DJing noch weitere Parameter, die durch Streams beeinflusst werden könnten.

  • Stabilität: Für den DJ sollte die Zuverlässigkeit seines Equipments an erster Stelle stehen. Und das gilt genauso für die Quelle der Musik. Mit der momentan vorherrschenden Netz-Infrastruktur ist man leider noch weit davon entfernt, als dass man einen Stream als zuverlässig betiteln könnte. Trotz stetigem Netzausbaus gibt es noch genug schwarze Flecken auf der Landkarte, die entweder nur mit einer beschränkten Geschwindigkeit oder gar nicht ans Netz angebunden sind. Davon abgesehen sind viele Tarife von Netzbetreibern immer noch durch Volumenbegrenzungen oder Bandbreitenreduktion limitiert. Diese Faktoren sprechen momentan noch dagegen, ein DJ-Set zu 100% auf einen Stream aufzubauen. Für den normalen Musikkonsumenten ist es aber ein willkommenes Feature, ein persönliches Party-Radio aktiv beeinflussen zu können und erste Schritte ins DJing zu erkunden.
  • Qualität: Die Qualität von z.B. Soundcloud Uploads differenziert sich nicht nur in den unterschiedlichen Konvertierungen, sondern auch in den Mixdowns. Anders als z. B. bei Spotify findet man hier auch Eigenproduktionen, die nicht professionell gemastert wurden. Ähnlich verhält es sich natürlich mit Youtube & Co. Sofern man sich als DJ einem gewissen Niveau an Soundqualität verschreibt, wird man sich hier an bestimmte Stream-Plattformen halten oder längere Vorbereitungszeiten für ein Set einkalkulieren müssen, damit man im Mix nicht von Qualitätsunterschieden im Sound überrascht wird.
  • Copyright: Auf Soundcloud findet man hin und wieder mal Tracks, die urheberrechtlich geschützt sind und die, sei es in einem Mix eingebaut oder als Einzelstück,  eigentlich nicht auf Soundcloud erscheinen dürfen, sofern es sich nicht um absichtlich hochgeladene Previews handelt. Es kann also sein, dass bestimmt Tracks oder Mixes nach einer gewissen Zeit plötzlich verschwunden sind. Soundcloud scheint hier sogar soweit zu gehen, dass Löschungen direkt durch Major Labels/Vertriebe ohne Vorwarnung durchgeführt werden. Diese Tatsache ist relativ unvorteilhaft, wenn man sich länger mit dem Zusammenbauen von Playlisten beschäftigt.
  • Übersicht: Der Fluch der digitalen Musik ist die Fülle, in der sie tagtäglich erscheint. Es ist deshalb recht schwierig geworden seine Favoriten aufzuspüren und vor allem versteckte Hits zu entdecken. Ein erweitertes Track-Tagging, so wie es vor kurzem Beatport Pro veröffentlicht hat, ist z.B. in Soundcloud noch nicht möglich. Dies kann also momentan zwischen den verschiedenen Cloud-Anbietern noch variieren und wird hoffentlich in naher Zukunft kein Thema mehr sein.
  • Hardware: Wenn Computer immer kleiner werden und sich die DJ-Hardware weiter in Richtung Komfort entwickelt, dann dürfte es ja nicht mehr all zu lange dauern, bis wir z.B. von Native Instruments einen Traktor Kontrol S8 sehen werden, der eine Art Maschine fürs DJing sein wird, sprich als Stand-Alone Konsole mit integrierter Software an Board daher kommt und auch gleich die Internetschnittstelle bietet.
  • Software: Wenn die Cloudanbindung sich irgendwann etabliert, müsste es eigentlich nahe liegen, dass Software Hersteller selbst einen Cloud-Dienst anbieten. Dieser könnte dann mit Shop-Integration sein oder als reines Back-up für Tracks oder Metadaten (Hot Cues, BPM, Beatgrids, etc.) dienen. Man stelle sich z.B. eine Art Rekordbox mit Cloud-Speicher vor. Und wenn z.B. Rekordbox in Zukunft direkt auf der Hardware installiert ist, würde man als DJ nur noch seinen Kopfhörer zum Gig mitbringen.

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