Exklusiv-Interview mit  Mark Settle: Von Skratchworx zu DJWORXExclusive interview: Mark Settle talks DJWORX

Exklusiv-Interview mit Mark Settle: Von Skratchworx zu DJWORXExclusive interview: Mark Settle talks DJWORX

Archiv 15. Mai 2013

Note: This interview is also available in english. Please click the flag on the right site of this page -->

Als ich meinen Job bei Korg & More im Sommer 2006 antrat, war es wie in jedem neuen Job. Man musste sich einarbeiten und hatte eine Menge Fragen zu allen möglichen Sachen. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, wenn man nicht ein Supertalent ist. Viele der Fragen, die ich an meine Arbeitskollegen richtete wurden meist mit einem simplen Satz beantwortet:" Schau doch auf Skratchworx nach!". Seit mehr als einem Jahrzehnt liefert Skratchworx Reviews, Interviews und News aus dem DJ-Technik-Bereich für den englisch sprachigen Raum und hat dabei bis heute nicht an Mehrwert verloren. Für mich war Skratchworx nicht nur erste Anlaufstelle für Informationen sondern auch gleichzeitig eine gute Möglichkeit mein englisches Vokabular aufzufrischen. Seit einem Jahr heißt Skratchworx nun DJWORX. Ungefähr genau so lange hat es gedauert dieses Interview endlich zu bekommen (weniger aus Arroganz des Machers, sondern eher aus Bescheidenheit sich nicht selbst ins Rampenlicht zu drängeln). Mich freut es aber persönlich dennoch, dass das Interview zustande gekommen ist. Wir hatten also die Ehre, Mark Settle, dem Mann hinter DJWORX, exklusiv ein paar Fragen zur Vergangenheit, Gegenwart und zur Zukunft zu stellen. Der bescheidene Brite genießt durch seinen bodenständigen Journalismus nicht nur den Respekt vieler DJs, sondern auch den der DJ-Industrie und des Handels. Warum Skratchworx jetzt DJWORX heißt und welche weiteren Hintergründe es gibt, erfahrt ihr hier exklusiv im Interview auf dj-lab.de.

Rob: Mark, kannst Du uns kurz etwas zu deiner Person und dem Typen Gizmo sagen und in welcher Relation sie zu Skratchworx stehen?

Mark: Gizmo ist ein Scratch- und House-DJ, der vor fast 30 Jahren mit dem Auflegen angefangen hat. Gizmo war die treibende Kraft bei der Entstehung von Skratchworx. Dahinter stand der Wunsch, etwas Neues im gerade entstandenen World Wide Web zu kreieren und es zu nutzen, um das neuste und beste DJ Equipment zu finden. Den Namen "Gizmo" habe ich mittlerweile in Rente geschickt, und Ich baue die Firma unter meinem irgendwie erwachsener klingenden, wirklichen Namen, Mark Settle, aus. Man könnte sagen, ich bin das unfreiwillige öffentliche Gesicht von DJWORX. Das ist eine Rolle, in der ich mich nicht besonders wohl fühle, was sich ja auch daran zeigt, dass ich nie vor Kameras trete und es ein ganzes Jahr gedauert hat, mich zu diesem Interview zu überreden. Für mich sind die Inhalte der Star bei DJWORX, nicht die Leute, die dahinterstehen.

Wie Alles begann - In den frühen 90ern, noch bevor es das Internet wirklich gab, hatte ich eine Demo-Version von Hypertext Markup Language (HTML) in die Finger bekommen. Ich war ganz begeistert von der Möglichkeit, schnöde Versandkataloge durch interaktive Verkaufsplattformen zu ersetzen, und mir war klar, das würde die Zukunft sein. Ich hatte keine Möglichkeit direkt durchzustarten, bevor sich das Internet durchgesetzt hat. Heute, fast ein Jahrzehnt später, arbeite ich an meiner zweiten, großen Site und bin auf alles vorbereitet, was sich in Zukunft im Web entwickeln wird.

Rob: Nachdem aus Skratchworx.com jetzt djworx.com geworden ist, kannst Du uns erklären, was die hauptsächlichen Änderungen sind und welche Absicht dahinter steht?

Mark: Skratchworx startete vor fast zehn Jahren mit der Absicht, News über DJ-Ausrüstung unter die Leute zu bringen. Vom ersten Tag an, sind wir mit unseren detaillierten Reviews von was auch immer es da draußen an DJ-Technologie gab, in eine Lücke gestoßen. Obwohl der Markt sich ständig änderte und Mitbewerber, die sich DJ-dies und DJ-das nannten, aus dem Nichts auftauchten, blieb unser Name der gleiche, was auch auf unser Publikum zutrifft. Während wir uns bei der Industrie als Top-Ansprechpartner in Sachen DJ-Equipment durchsetzten, schreckten die Skratch-Ursprünge und der alte Name neue Besucher ab, also war eine Namensänderung angesagt. Ich habe den Namen DJWORX schon vor sechs Jahren gekauft, so weit geht die Planung also zurück. Ich musste aber für eine Weile meine Prioritäten auf das wirkliche Leben setzen, was bedeutet, dass es jetzt eine Menge aufzuholen gilt.

DJWORX ist von Grund auf neu aufgebaut und designed, wobei die Grundlagen genutzt werden, die Skratchworx gelegt hat. Unser Fokus liegt zu 100% auf DJ-Technologie jeglicher Art, und unsere Absicht ist es Hersteller und Endkunden auf einer Plattform zusammenzubringen, wo sie in direkten Kontakt treten und wirklich miteinander sprechen können. Alle Hersteller, Gross- und Einzelhändler nutzen DJWORX als verlässliche Referenz, und es macht mich unglaublich stolz zu sehen, dass Schlüsselpersonen aus der Industrie auf DJWORX posten, weil ich ihnen eine vernünftige Plattform biete.

Letztendlich wird DJWORX die Plattform sein, für News, Reviews und Meinungsaustausch zu allem, was mit DJ-Equipment zu tun hat - genauso wie Skratchworx es vorher war. Ehrlich gesagt denke ich, das ist es schon.

Rob: Ist djworx.com ein Ein-Mann-Hobby oder wie sehen die Strukturen aus?

Mark: Ich bin der Besitzer und Betreiber von Skratchworx und DJWORX. Aber von Anfang an gab es eine kleine Gruppe leidenschaftlicher DJs, die mich unterstützten und Inhalte beisteuerten. Es schien als gäbe es in der DJ-Szene eine ganze Menge Technikfreaks und Leute wie Professor BX und Deft halfen in den Anfangszeiten mit, Skratchworx zu formen. Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Autoren (Ceri Grafu, Soba, Antwan, Flexinoodle, Yorick, Idlemind, Johnny 1 Move, Liam Parry, Nick Nack, Mr Brown, Filespnr, Laurent Fintoni, Wozza, Andrew Unsworth) gekommen und gegangen. Chris Cartledge, Jared Helfer, Ken Uston, Markski, DJ Pegasus und unser Neuzugang Dan Morse sind weiterhin dabei und schreiben Beiträge für DJWORX. Ich darf natürlich das US-NAMM-Team nicht vergessen. Ohne die Hilfe von Peter Mapanao und Phillip Le, wäre es uns nicht möglich, über Entwicklungen in Übersee zu berichten.

Anfangs haben sie das umsonst gemacht, aber mittlerweile kann ich ganz anständig davon leben und da ist es nur fair, dass ich sie auch bezahle. Keine Vollzeit-Gehälter, aber eine finanzielle Anerkennung um meine unendliche Dankbarkeit für ihr Wissen, ihre Leidenschaft und harte Arbeit zum Ausdruck zu bringen.

Ich habe etwas von einem Kontroll-Freak, ich stelle hohe Ansprüche an mich selbst und es kostet mich immer Überwindung, Verantwortung an andere abzugeben. Ich habe einmal mal gelesen, dass es okay ist, sich auf eine Kiste zu stellen, wenn man etwas erreichen will - dieses Team von DJs und Schreibern ist meine Kiste. Es ist hart, zu versuchen alles selbst zu machen und zu scheitern, und andere um Hilfe zu bitten fühlt sich an, als würde man eine Niederlage eingestehen. Aber um DJWORX dahin zu bekommen, wo ich es haben will, brauche ich einfach Hilfe. Ich kann nicht alles über diese Industrie oder Technologie wissen, also bitte ich Leute, die es wissen, sich zu beteiligen.

Rob: Wie siehst Du den Wettbewerb zwischen djworks.com und anderen Sites, beispielsweise DJtechtools.com oder DigitalDJTips.com?

Mark: Das hängt davon ab, wie man Konkurrenz definiert. DJTT ist für mich in erster Linie ein Hersteller von hervorragenden MIDI-Controllern und Vertrieb für vergleichbare Produkte. Digital DJ Tips machen Vieles, was wir auch machen, und sie bieten außerdem Kurse in digitalem DJing an. Phil ist ein hervorragender Lehrer mit einer gewinnenden Persönlichkeit und will einfach nur neuen Leuten den richtigen Weg weisen. Trotzdem gibt es einen grundlegenden Unterschied. Beide erzielen stetige Einnahmen durch den Verkauf von Geräten und Kursen an ihren Lesern. DJWORX verkauft nichts - tatsächlich ist es so, dass wir der Community kostenfrei mehr liefern, als jeder andere, und alles was wir dafür verlangen, ist weiterhin gelesen zu werden. Wir beschränken unsere Berichterstattung auch nicht auf bestimmte Bereiche. Wir berichten über analoge und digitale DJ-Technik jeglicher Art. Allerdings lassen wir die Finger von darüber hinausgehenden DJ-Lifestylethemen, da es uns ausschließlich um Technik geht. Wir schauen uns das Equipment an, verbringen einige Zeit damit und veröffentlichen unsere vielschichtigen Meinungen dazu, wobei wir versuchen so konstruktiv wie möglich zu sein. Für uns spielt es keine Rolle, eine Review als Erste zu veröffentlichen. Wir konzentrieren uns lieber darauf, dass unsere Artikel zu 100% korrekt sind und eine Fülle an persönlichen Einschätzungen enthalten, denn ansonsten wäre es reines Marketing und wir würden einfach Bedienungsanleitungen wiederholen.

Wir wollen das die Leute sich mit der Ausrüstung auseinandersetzen, wie sie gemacht ist, für wen sie gemacht ist, und vor allem wollen wir, dass die Leute sich neuen Ideen gegenüber öffnen. Wir wollen Mauern in den Köpfen der Leute einreißen. Es geht uns nicht um Dies vs. Das, wir bevorzugen nicht bestimmte Software-Pakete oder Hersteller gegenüber anderen. Wir sagen: "Nutzt alle Möglichkeiten", und sehen unsere Aufgabe darin, den Herstellern zu helfen, besseres Equipment zu entwickeln. Wenn es uns gelingt, ein breites Spektrum an Ansichten bereitzustellen, die die Szene voranbringen und den Herstellern helfen, besseres DJ-Equipment herzustellen, haben wir unsere Arbeit richtig gemacht. Wir kümmern uns um DJ-Technologie für jede Art von Usern in allen Genres der Szene.

In erster Linie inspiriert mich dass, was DJTT und DDJT machen. Manchmal schaue ich mir ihre Arbeit an und verfalle in einen 10-Sekunden-Wutanfall, weil ich nicht auf die Idee gekommen bin, etwas Bestimmtes zu schreiben, dass sie geschrieben haben. Bei manchen Beiträgen greif ich mir aber auch an den Kopf und frage mich, wie es dieser Text durch die Redaktion geschafft hat. Aber dann denke ich an all die großartigen Technikzentrierten Inhalte, die wir posten, und mache mich wieder an die Arbeit.

Es ist leicht, von der Masse an Informationen im Internet und den sozialen Netzwerken überrollt zu werden, aber ich bin überzeugt, dass sich die Intelligenz und Qualität unserer Artikel letztlich immer durchsetzen wird. Wir schreiben die besten Artikel, äußern unsere überall respektierte Meinung, und haben eine tiefe Einsicht in zukünftige Entwicklungen.

Im Endeffekt führt Wettbewerb dazu, dass ich DJWORX noch besser machen will, also bin ich froh, dass sie ihr Ding machen. Wir haben ihnen den Weg geebnet. Und als DJWORX gibt es uns ja erst wenige Monate, lass uns sehen, wo wir in zehn Jahren stehen.

Rob: Was war bei deiner Arbeit bisher die größte Herausforderung? Gibt es etwas an deiner Arbeit, dass Du nicht magst?

Mark: Interessante Frage. Es gibt Zeiten, da wirkt es wie eine einzige, kontinuierliche Herausforderung, die mich vom Schlafen abhält. Die entscheidenden Leuten auf Skratchworx und jetzt DJWORX aufmerksam zu machen, war ein hartes Stück Arbeit. In einer von Print-Medien dominierten Sparte dafür zu sorgen, dass es sich auch finanziell auszahlt, war auch hart. Für mich persönlich war auch das Fragen nach Hilfe ein großes Problem, das mich einiges an Überwindung gekostet hat.

Die größte Herausforderung ist es allerdings, sich allen Veränderungen anzupassen und Rückschläge wegzustecken. Ich habe mit dem DJing angefangen, als Computer noch keine Rolle spielten, und manchmal ist es atemberaubend schwierig mit den konstanten, nie endenden Veränderungen der Szene Schritt zu halten. Dabei geht es nicht nur um Akzeptanz, sondern auch darum, tief genug in die Materie einzudringen, um versierte Statements abgeben zu können. Jeder Trottel kann einen Blog anfangen und allen möglichen Unsinn verzapfen. Und wenn sie das auf die richtige Art und Weise tun, können sie wie Gurus erscheinen. Also ist es wichtig, die Materie in- und auswendig kennenzulernen. Und es macht natürlich überhaupt keinen Sinn schlaue Artikel zu schreiben, wenn man sich nicht wirklich auskennt- irgendjemand ist immer klüger und wird es herausfinden.

Was ich an meiner Arbeit nicht mag, ist hauptsächlich die Engstirnigkeit mancher Leute bezüglich neuer Technik. Ich hab wirklich keine Zeit für Puristen, die alles Neue als Spielerei abtun. Und wenn sie dann nicht darum herumkommen, es doch zu benutzen, rationalisieren sie es in ihren Köpfen irgendwie, und plötzlich ist es OK. DVS? Es ist nur ein Werkzeug um digitale Audio-Tracks abzuspielen. Das abzulehnen hat nichts mit "keeping it real" zu tun. Sei einfach ehrlich und akzeptiert die Tatsache, dass es da draußen eine Welt von sehr guter, nützlicher, neuer DJ-Technologie gibt. Akzeptiere es oder bleib zurück. Aber beklag dich nicht darüber, bis du dich nicht wirklich etwas tust, um es zu ändern.

Auf einer persönlichen Ebene merke ich, dass die Zeit, die ich aufbringen kann, um herumzuspielen und zu lernen, immer weniger wird. Es gab Zeiten, wo ich auf Messen herumschleichen und mich ewig mit neuen Geräten beschäftigen konnte, um sie kennenzulernen und fundiert darüber zu schreiben. Heutzutage bin ich meist damit beschäftigt von Meeting zu Meeting zu rennen, von denen die meisten per E-Mail oder über Skype erledigt werden könnten. Und weil das Geschäftliche so viel Zeit beansprucht, bleibt der Technik-Geek in mir unbefriedigt. Ich mochte den "Bomes MIDI Translator"-Artikel sehr, den Jared geschrieben hat, weil ich zur Abwechslung mal wieder spielte und lernte. Ich hoffe, dass wenn alle Puzzleteile von DJWORX einmal zusammengesetzt sind, ich wieder mehr Zeit finde, um zu spielen und zu lernen. Eine große Rolle hat auch ein einfaches Platzproblem gespielt. Ich habe es geschafft, Skratchworx und DJWORX von einem kleinen Büro zuhause aus aufzubauen, aber es bedeutete ein ständiges Herumräumen um Platz zu schaffen, wenn ich ein paar neue Geräte zum ausprobieren oder fotografieren bekam. Also habe ich dieses Jahr Geld in ein Studio investiert - viel Platz um Geräte unter die Lupe zu nehmen und Fotos oder Videos zu machen. Ich vermeide den typischen Person-liest-Review-vor-Stil von Videos und arbeite daran, sie interessanter zu gestalten. Video passt sehr gut in die Zukunft von DJWORX und ist eine passende Erweiterung meiner Geschäftsfelder.

Rob: Beeinflusst djworx.com die DJ-Industrie oder beeinflusst die DJ-Industrie djworx.com?

Mark: Das hängt davon ab, wie man "Beeinflussen" definiert. Leute benutzen unsere Besprechungen um Kaufentscheidungen zu treffen, auf dieser Ebene haben wir also ganz bestimmt Einfluss. Wenn ich mich aber auf meine Apfelsinen-Kiste stelle und lauthals meine persönliche Meinung verkünde, dass kein Mensch 4-Deck-Controller braucht (wie ich es ja schon gemacht habe), dann glaube ich keine Sekunde daran, ich würde die Industrie irgendwie aufhalten oder Verkaufszahlen neuer Geräte senken. Das würde ich auch nicht wollen - es geht mir darum, Leuten dabei zu helfen, über das nachzudenken, was sie kaufen und benutzen, und sie davon abzuhalten übers Knie gebrochene Entscheidungen zu treffen, die später nur Staub ansetzen oder Verluste bei eBay machen.

Ich weiß, dass Leute in entscheidenden Positionen unsere Texte lesen und sie schätzen, möglicherweise mehr wie die Texte anderer. Naja, natürlich sind sie nicht immer hocherfreut, wenn wir sie wegen irgendwas ins Gebet nehmen, dass sie getan haben. Ich habe eine Menge motzige E-Mails von Leuten in der Industrie, weil wir irgendwelche Schwächen an einem ihrer Babys herausgestellt haben. Aber das bedeutet ja auch, dass sie mich ernst genug nehmen, um mir zu schreiben - und dafür bin ich dankbar, denn es zeigt, dass wir etwas richtig machen.

Ich würde sagen, dass ich mit zunehmender Regelmäßigkeit von Neuerungen beeinflusst werde. Als beispielsweise das iPhone raus kam, habe ich mir, wie viele andre Millionen Leute auch, eins gekauft. Aber die Idee es fürs DJing zu benutzen, gefiel mir nicht besonders. Dann kam das iPad, und es bot bessere Möglichkeiten, aber ich war immer noch nicht von seinen Fähigkeiten überzeugt. Aber langsam freunde ich mich mit ihnen an - nicht unbedingt um eine komplette Anlage zu ersetzen, aber für die Welt der Hobby- und Wohnzimmer-DJs. iPads sind großartig um in die große weite Welt des DJing hinein zu schnuppern. Ich sehe sie mehr als Ergänzung zu herkömmlichen Anlagen. Also haben sie ihren Platz in unserer Industrie - der neue Numark iDJ Pro ist ein schönes Beispiel für diese Entwicklung, aber lass uns die Sache langsam angehen. Richie Hawtin wird in absehbarer Zeit keine Stadien mit seinem iPhone alleine beschallen. Die Industrie ändert sich ständig, und DJWORX wird dabei sein.

Rob: In den letzten fünf Jahren gab es ja einige Veränderungen in der DJ-Szene und im Hardware-Bereich. Kannst Du uns zwei oder drei Punkte nennen, die Du persönlich gerne geändert hättest und die Du DJs und Herstellern empfehlen würdest?

Mark: Ich würde mir wirklich einheitlichere Standards wünschen. Ich würde es lieben, wenn die Leute die Komponenten ihrer Ausrüstung aufrüsten könnten - bau den besten Tonarm ein, vielleicht ein cooler, gravierter Plattenteller, benutze jeden verdammten Fader den Du willst, in welchem Controller oder Mixer auch immer. Der Markt für Drittanbieter von Komponenten sollte wirklich angeregt werden, damit die Leute ihre Anlagen, über kosmetische Veränderungen hinaus, individualisieren können. Ich fände es großartig, einen Markt frei kombinierbarer Komponenten zu haben, sodass man sich den ultimativen Controller zusammensetzen kann. Vielleicht würden die Geräte dann auch wieder eine angemessene Lebensdauer haben, und nicht nach 18 Monaten ausgemustert werden, weil das nächste neue, große Ding angesagt ist. Momentan sind DJ-Geräte Wegwerfprodukte. Kauf dir einen Controller, und 18 Monate später ist es Zeit, einen neuen zu kaufen. Das muss sich ändern.

Natürlich sollten sich diese Standards auch darauf beziehen, wie die Musik verarbeitet wird. Dieses ganze Dies-vs-Das-Szenario entsteht dadurch, wie die Softwares der verschiedenen Anbieter ihre Musik-Bibliotheken verarbeiten. Hat man beispielsweise in Traktor investiert und hat eine umfangreiche Bibliothek angelegt, mit Crates, Loops und Cues, alles analysiert und mit Beatgrids versehen, und möchte auf eine andere Software wechseln, dann findet man sich in einem Albtraum wieder. Eine Software wie Rekordbox von Pioneer könnte der Standard für Musik-Verwaltung in der gesamten Industrie werden. Wenn alle eine solche Software benutzen würden, könnten DJs ohne Kompatibilitätsprobleme zwischen DVS, CDJ, Controllern usw. hin und her wechseln. Die Leute hätten die Freiheit jegliche Soft- oder Hardware zu kaufen, die sie wollen und ihre Bibliothek - ihre Musik - wäre auf allen Anlagen, in allen Clubs überall auf der Welt einsetzbar. Ein vereinheitlichtes Bibliotheks-Dateiformat, das man auf verschiedenen Plattformen nutzen könnte, wäre ja schon hilfreich.

Aber davon kann man natürlich nur träumen, die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich dazu kommt, ist gleich Null, obwohl es durchaus das Potenzial hätte, die Verkaufszahlen von Soft- und Hardware für alle zu steigern.

Eine weitere Veränderung, die ich begrüße, geht bereits vor sich. Software verfügt über immer mehr Funktionen, und wie es aussieht, werden Traktor, SSL oder ITCH jedes Jahr um eine neue, wichtige Funktion erweitert. Das macht es notwendig, vorhandene Hardware durch neue zu ersetzen, obwohl sie gerade mal zwei Jahre alt ist. Der ganze Punkt an All-In-One-Controllern ist ja ihre einfache Bedienbarkeit und Mobilität. Aber mehr und mehr Knöpfe auf ein Gerät zu quetschen, macht es schwerer und seine Bedienung komplizierter. Nicht jeder will Sample Decks oder Video einsetzen. Also entwickeln sich die Dinge in Richtung Modularität. Kleine Zusatz-Controller für spezielle Funktionen tauchen auf - der X1 und F1 von NI, der K2 von Allen & Heath oder auch Behringers CMD. Nun müsste diese Modularität auch auf Hauptfunktionen von Mixern und Decks ausgeweitet werden, um weitestgehende Flexibilität zu ermöglichen. Das wäre für mich eine ideale Situation, aber das sage ich ja schon seit mindestens fünf Jahren.

Auch würde ich den DJs empfehlen, ihre Einstellung zu ändern. Wir leben in Zeiten mit einer nie dagewesenen Fülle an DJ-Technik, aber trotzdem bewegen die Leute sich innerhalb willkürlicher Grenzen bezüglich Technologie und Genre. Wer sagt, dass man Ableton Live nicht für Hip Hop benutzen kann? Wer sagt, dass man einen 4-Kanal-Mixer braucht, um EDM zu machen? Befreit euch von engstirnigen Doktrinen und experimentiert mit der Technik. Werft verschiedene Dinge in einen Topf und schaut, was zusammenpasst. Nur so entstehen große Dinge.

Rob: Die neuen Medien sind ein schneller und effektiver Weg, Informationen zu verbreiten. Was denkst Du über diese Entwicklung?

Mark: Als ich damals mit Skratchworx anfing, hatte ich den großen Vorteil, dass ich News sehr schnell, in einem übersichtlichen Markt, posten konnte. Gedruckte Magazine erhielten dieselben Pressemitteilungen wie ich, brauchten aber 2-4 Wochen um sie zu veröffentlichen. Aber heute hat Jeder Facebook und Twitter. Eine Pressemitteilung erscheint in den sozialen Netzwerken und verbreitet sich innerhalb von Minuten weltweit. Wird auf Verkaufsmessen neue Hardware vorgestellt, werden innerhalb von Sekunden Bilder des supergeheimen Geräts getwittert und ein paar Minuten später sind sie der ganzen Welt zugänglich. Und vergessen wir nicht die zahlreichen Lecks durch die immer wieder etwas durchsickert, ob jetzt offiziell oder anders. Wir von der Presse werden abgeblockt, nur um dann mitzukriegen, wie Händler jeder Größe "versehentlich" ganze Produkt-Pages auf ihren Webseiten veröffentlichen. Ich habe schon früher "weltexklusive" News auf drei Webseiten gleichzeitig erscheinen sehen, oder solche, die als "Exklusiv" bezeichnet wurden, aber nur dieselben Pressemitteilungen und Fotos brachten, wie 50 andere Medien zu genau derselben Zeit auch. Es ist alles ein Spiel mit sich ständig verändernden Regeln.

Für mich geht es also nicht mehr darum der Erste zu sein, darüber haben die Hersteller ohnehin die Kontrolle. Es geht darum, was man selbst zu den Infos, die man von den Herstellern bekommt, hinzufügen kann. Unsere Leser lesen uns wegen unserer unabhängigen, kompetenten Beiträge. Und es geht um die Beziehungen, die man zu den Herstellern aufbaut. DJWORX ist ideal platziert, um Informationen zu bringen, die noch niemand sonst hat, denn ein Jahrzehnt Integrität und Respekt öffnen einem Türen, die Anderen verschlossen bleiben.

Was zählt ist also nicht mehr der Erste zu sein, sondern die Qualität und Kompetenz deiner Beiträge.

Rob: Empfehle uns ein paar Websites, die nichts mit DJing zu tun haben und die du gerne liest!

Mark: So traurig es klingen mag, Facebook. Da ich zuhause arbeite, gibt es ja keinen Bürotratsch oder sonstige Gespräche. Zu sehen was andere so treiben ist eine ausreichende, tägliche Dosis Soziales. Ich lese Gadget-Seiten und die Seiten von Apple - alte Gewohnheiten gibt man schwer auf. Für Fotografie und Video mag ich die Seite www.eoshd.com sehr gerne. Es steckt eine ganz bestimmte, freche Ehrlichkeit in seiner Arbeit, die ich liebe.

In erster Linie lese ich Seiten, die mir Wissen vermitteln und keine Oberflächlichkeiten. Ich sauge Wissen auf wie ein Schwamm, also müssen News-Seiten gelesen werden. Und Reiseportale - ich bin immerzu auf der Jagd nach den besten Angeboten, um nicht unnötig viel für Hotels und Flugtickets zahlen zu müssen. Ich könnte auch blasiert behaupten, ich würde keine Seiten der Konkurrenz zu lesen, aber ich lese sie, besonders www.dj-lab.de!

Rob: Eine letzte Frage - Was glaubst Du, wird die Zukunft für DJWORX und die DJ-Szene im Allgemeinen bringen?

Mark: Wir hatten gerade unseren ersten Geburtstag, also ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme, das anzuschauen, was wir machen und darüber nachzudenken wo wir in 5, 10 oder 20 Jahren sein wollen. Ich bin jetzt 47 und muss darüber nachdenken, was sein wird, wenn ich die Kopfhörer zum letzten Mal absetze. Und für mich bedeutet das, sie an jemand anderes zu weiterzugeben. Es hat dieses Jahr Angebote gegeben, aber ich bin nicht geneigt, diese Arbeit für jemand anderen zu machen. Und der Gedanke, den Laden einfach dicht zu machen, funktioniert einfach nicht, vor allem nach der abgefahrenen Reise, die uns dahin gebracht hat wo wir heute sind. Ich plane im Moment in verschiedenen Bereichen Erweiterungen, damit wir eine größere, bessere und stärkere Marke werden, die unsere kollektiven Stärken voll ausspielt. Die Rückkehr von Skratchworx als Plattform für die gesamte DJ-Szene ist auch eine aufregende Sache.

Als Team schauen wir auch auf die DJ-Szene und denken darüber nach, wohin sich die Dinge wohl entwickeln werden. Momentan stehen Überarbeitungen der drei großen Softwarepakete, und damit entscheidende Veränderungen, bevor. Ich denke, es wird nicht zu einer offeneren, kompatibleren Gestaltung der Technik kommen, sondern die Trennungen werden sich vertiefen. Native Instruments arbeiten derzeit sehr wenig mit Anderen zusammen, und ich bin Überzeugt, dass sie in 2 Jahren eine komplette Produktpalette an Hard- und Software haben werden, die den Ansprüchen jeden DJ´s genügen wird. Serato werden höchstwahrscheinlich ihre gesamte Palette unter einem Serato DJ Namen zusammenführen und eine mehr auf Plug-Ins ausgerichtete Architektur bieten. Aber das Kernprodukt wird wenig kompatibel und ohne Sekundär-Mappings sein. Die anderen Anbieter werden Ihre Software sowohl als OEM-Version als auch als Vollversion mit allen Funktionen anbieten.

Im Hardwarebereich ist zu erwarten, dass Tablet-basiertes DJing in jeglicher Form zunehmen wird. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben, und es hängt in erster Linie von Apple ab, und wie wichtig es ihnen ist, eine Größe auf dem Markt zu werden, und wie zugänglich sie ihre Plattform gestalten werden. In der Zwischenzeit bleibt uns nichts als zu warten, und zu hoffen, dass Android aufholen und zu einer brauchbaren Plattform für professionelle DJs werden wird.

Wie auch immer die Dinge sich entwickeln werden, DJWORX wird dabei sein, und es auf deinen Bildschirm bringen. Lass uns einen Termin in zehn Jahren ausmachen und schauen, wo wir dann stehen werden.

Rob: Vielen Dank für das Interview, Mark!

 

Übersetzung englisch-deutsch: N. Schlimmer

Interessante Links zu diesem Interview:

DJWORX.COM

DJWORX auf Facebook

When I started my job as a productmanager at Korg & More in summer 2006, it was like in every new job. I had to get familiar with everything and of course a lot of questions came up. That´s actually nothing remarkable unless you´re not a super-talent. Most of the question, which I directed to my collegues, were answered with a simple sentence:"Go and check skratchworx!". Skratchworx already serves us more than a decade reviews, interviews and news of the latest dj-gear out there and has not lost of any value yet. As a german with a moderate english Skratchworx wasn´t only a daily newspaper to me, it also helped me to refresh the vocabulary I learned at school although some expressions of UK-slang never made it to be saved in my head. Its nearly one year ago that Skratchworx has turned into DJWORX. At least it took me approximately the same time to get this interview (less because of the arrogance of the skratchworx-maker, but more of being modest not to appear in the spotlight). However, I am personally very glad that we accomplished this interview and so we had the privilege to ask Mark Settle, the man behind DJWORX, some questions about the past, the present and the future.

Rob: Who is Mark Settle aka Gizmo and when/why did he start with Skratchworx ?

Mark: Gizmo was a Hip Hop and House DJ who started spinning almost 30 years ago. Gizmo was the guy that drove the creation of skratchworx to serve a desire to build something on the new fangled world wide web, and use it as a means to find out the latest and greatest DJ gear out there. But the Gizmo name has been retired now, and my rather more grown up sounding real name of Mark Settle is the guy who took over to build the business. Pulling rapidly out of 3rd person mode, you could say I'm the reluctant public face of DJWORX. It's something I'm uncomfortable with, as witnessed by never getting in front of the cameras, and taking a whole year to be persuaded to do this interview at all. For me, it's the content is the star of DJWORX, not the people who write it.

How it started -- I was given a demo of hypertext markup language (HTML) in the early 90s before the internet was even a thing. I was massively excited by it and knew that it was the future. I had no way to get into it directly until the internet came along. But almost a decade later, I'm into my second big site and ready to embrace the future of whatever the web has to offer.

Rob: Now that Skratchworx.com turned into djworx.com, can you explain what are the major changes and what's the aim behind it ?

Mark: Skratchworx was started 10 years ago, and aimed to bring turntablist specific gear news to the masses. But we hit a niche of providing detailed reviews of whatever technology was out there for DJs from day 1. But despite the ever-changing market, with competitors called DJthis and that popping up, the name stayed the same, as did the audience. But while being accepted in the industry as the go-to site for DJ technology, the skratch based name and origins put off new visitors, thus a name change was in order. I bought the DJWORX name 7 years ago now, so that's how long this has been planned. But real life had to take priority for a while, leaving me with a lot of lost ground to make up. DJWORX is completely redesigned from the ground up, and builds upon the foundation laid down by skratchworx. It's 100% focussed on DJ technology without boundaries, and aims to bring the manufacturers and end users together in one place, where they can have direct contact and actually talk to each other. Every manufacturer, retailer and distributor uses DJWORX as an authoritative reference, and I'm incredibly proud to see key industry names posting in their own voices, because I've given them a sane place to do so. Ultimately, DJWORX will become the go-to place for DJ gear news, reviews and opinion -- just like skratchworx was before it. To be honest, I feel that it already is.

Rob: Is djworx.com a one-man-show hobby or how is it setup ?

Mark: Skratchworx and DJWORX are owned and run by me. But even from the start, I've had a small group of passionate DJs helping out with content. It seemed that the turntablist scene had its fair share of gearheads, so people like Professor BX and Deft came in to help shape the beginnings of skratchworx. And as time has passed, a number of writers have passed through (Ceri Grafu, Soba, Antwan, Flexinoodle, Yorick, Idlemind, Johnny 1 Move, Liam Parry, Nick Nack, Mr Brown, Filespnr, Laurent Fintoni, Wozza, Andrew Unsworth), with Chris Cartledge, Jared Helfer, Ken Uston, Markski, DJ Pegasus and new blood Dan Morse continuing to contribute to DJWORX. I mustn't forget the US NAMM team either. Without the help of Peter Mapanao and Phillip Le, we wouldn't be able to bring you coverage from across the pond. In the beginning, they did it for free, but now I'm making a living from it, it's only fair that they get paid as well. Not full time salaries you understand, but enough of a financial thank you to back up the undying gratitude I have for their passion, knowledge and hard work. I am a little bit of a control freak, have high standards of myself and have always struggled to hand off responsibility to people. I once read that it's OK to stand on a box if you want to reach something -- this team of DJs and writers are now my boxes. It's hard trying and failing to do everything, and to ask others for help feels like an admission of failure. But for DJWORX to get to where I want it to be, help is what I need. I cannot know everything about this industry, or the technology involved, so I ask people who do to get involved. It's time to step up.

Rob: How do you see the competition between djworx.com and other sites like for example DJtechtools.com or DigitalDJTips.com?

Mark: That depends on how you define competition. DJTT to me is first and foremost a manufacturer of high quality niche MIDI controllers as well as being a regular retailer of competitive products. Digital DJ Tips does a lot of what we do, and also sells online courses in digital DJing, because Phil is a great teacher with an infectious personality, and just wants to point new people in the right direction. There is a key differentiator though. They both sustain a revenue stream from selling gear and courses to their readers, but DJWORX doesn't sell anything -- in fact we give more away to the community than anyone, and only ask for their continued readership in return. We don't limit the scope of our coverage either. We cover DJ gear from analogue to digital and beyond without limitations. We don't really touch wider DJ lifestyle stories though as we're all about the technology. It's about looking at the gear, spending a solid amount of time with it and presenting our multiple opinions in the most constructive way possible. It doesn't matter to us about getting a review out first -- we prefer to make sure it's 100% correct and full of opinion, otherwise it's just marketing and a reproduction of the manual. We want people to think about gear -- how it is made, who it's aimed at, and importantly to open their minds to new ideas. We want to break down walls in people's thinking. We're not this vs that -- we don't favour one software package or hardware manufacturer over another... we say use everything and exist to help manufacturers make better gear. And if we can provide the broadest spectrum of opinion to further the scene and offer opinion that helps manufacturers make better DJ gear, then we're doing our job right. We are advocates of all DJ technology for all levels of users to all genres of the scene. Above all, I'm inspired by what DJTT and DDJT do. There are times when I look at some of their work and throw a 10 second hissy fit because I didn't think of doing it first. But I also facepalm at some of the stories that do somehow make it through the editorial chain. But then I think of all the amazing gear-focussed content that we do post and just get back making more of it.

Rob: What was the biggest challenge for your work so far? Is there anything that you don't like about your work ?

Mark: Interesting question. At times, it seems like one never-ending challenge that stops me sleeping. Putting the skratchworx and now DJWORX name under the nose of people that matter was hard. Getting the revenue rolling in an industry entrenched in print media was hard too. Keeping that revenue stream running in a rapidly evolving media age is also a challenge. Asking for help has been an enormous problem for me as well, which has seen me drop many more balls than I knew I was juggling. I think more than anything, it's adapting to change and rolling with the punches. I come from a DJ time even before computers, so the constant almost never-ending evolution in the scene is breathtakingly hard to keep up with. Not so much from an acceptance point of view, but more about becoming suitably versed in it all that you can offer a knowledgeable opinion. Any fool can start a blog and chat rubbish about anything. And if done so in the right way, they can appear to be a guru. So it's important to actually learn this stuff inside out. And if you don't, work with people who have learned it. And certainly never try to write knowledgeably about things you don't understand -- there's always someone smarter who will happily call you out. As for things I don't like -- attitudes to new technology mainly. I have very little time for the purists who dismiss everything new as a toy. But when they inevitably do use it, they somehow rationalise it in their own minds as being OK. DVS? It's just a means to play digital audio. You are not "keeping it real". Just be honest and face up to the fact that there is a world of really good and useful new tech for DJs. Accept it or be left behind. But don't moan about it unless you're actually going to do something about it. On a personal level, I find that having time to just play and learn is dwindling. There was a time when I could stroll around a trade show and stand for ages getting to know new gear and knowledgeably write about it. Now it seems to be running between meetings, most of which could be handled via email or skype. And because the business is taking so much time, I find my inner geek unsatisfied. I loved the Bomes MIDI Translator article that Jared Helfer wrote, because I got to play and learn for a change. Hopefully, once all the DJWORX pieces of the jigsaw are in place, I'll be able to spend more time playing and learning all over again. A huge issue has been space. I've managed to build skratchworx and DJWORX in a small office at home, but this has meant really struggling to juggle space when I've got a few items in for review and to do photography. So this year, I've invested in a some studio space -- lots of room for reviewing, photography but also video. I've steered clear of the usual person-reading-out-review style of video, and am actively working on something more interesting. Video figures strongly in the DJWORX future and as a extra string to my business bow.

Rob: Does djworx.com influence the dj-industry or does the dj-industry influence djworx.com?

Mark: That depends on what you class as influence. People do use our reviews to make buying decisions, so in that respect yes most definitely. But if I were to get on my soap box and spout for example about my strongly held personal opinion that most people just don't need 4 deck controllers (as I have), I don't imagine for one second that I would stop the industry in its tracks and kill the sale of new units. Nor would I want to -- it's about making people think about what they're buying and using rather than making expensive knee-jerk decisions that later loses them money on eBay or simply gathers dust. I know people in high places read our words, and like what we write, and apparently more than others writing out there. Well... when I say like, they're not always fans of being taken to task over something they've done. I've had many a company person send me a sulky email because we called their new baby out on something. But at the same time, I'm eternally grateful that they respect us enough to tackle our opinion -- it shows that we're doing something right. I would say that with increasing regularity that I'm getting influenced by what's going on. For example, when the iPhone came out, like so many millions of people I bought one, but wasn't quite in love with the idea of DJing on it. The iPad followed, and while it's more capable I still wasn't quite convinced of its ability. But slowly I'm coming round to them -- not necessarily from replacing a full booth, but for a world of hobby and bedroom DJs, iPads are great for dipping your toes in the big wide DJ world. I see them much more as supplementing an existing setup. So they have a place in our industry now -- the new Numark iDJ Pro is a fine example of the evolution, but let's take it slowly. Richie Hawtin won't be playing a stadium on his iPad alone any time soon. But the industry is always changing, and DJWORX will follow it.

Rob: There are obvious changes in the dj-scene and dj-gear since the past five years. Gives us 2-3 personal points of recommendation each for DJs and manufacturers regarding things you would change.

Mark: I would dearly love to see more standards. I would love for people to be able to upgrade components on their gear -- add the best tonearm, perhaps a cool engraved faceplate, have any damned fader you want in whatever mixer or controller you use -- really stimulate a 3rd party market for parts so that people can totally customise their gear beyond the cosmetics. I'd love to see a pick n mix situation for building the ultimate controller. Perhaps then products would have decent life cycle again rather than the 18 months before craving the next big thing situation that we have now. Right now, DJ gear is transient -- buy a controller, and 18 months later it's time for another. This has to change. These standards need to extend to how music is handled too. This whole divisive this vs that scenario is underlined by how each software vendor handles their music libraries. If for example you're invested in Traktor and have a massive library set up with crates, loops and cues, all analysed and beat gridded, wanting to migrate to another software setup is a nightmare scenario. If everyone used a product like Pioneer's rekordbox that could become the industry standard for music management, then DJs could freely move between DVS, CDJ, controllers etc with zero compatibility issues. People would have the freedom to buy whatever gear or software they wanted knowing that their library -- THEIR MUSIC -- would work on any setup in any club anywhere in the word. Even a standard library file format that could be move from manager to manager would be welcome. I can only dream I guess, because the chance of this happening is zero, even if it does have the potential to increase sales of software and hardware for everyone. One of my other changes is already happening. Software is getting very feature rich. Seems like every year, some new big feature is added to Traktor or SSL/ITCH that necessitates a new wave of hardware to replace the old one that is just 2 years old. But the whole point of all-in-one controllers is usability and portability. But cramming more buttons into a box makes it bigger and harder to use. And not everyone wants to use sample decks or video. So things are going modular -- smaller add-on controllers to do specific jobs are appearing -- NI's X1 and F1, Allen & Heath's K2 and Behringer's CMD series too. Now if we could just extend this modularity to the main components of mixer and deck to give the ultimate in flexibility, then we'd be in an ideal situation. But I've been saying this for at least 5 years. I would also urge DJs to change their attitudes. We're in a time where the wealth of DJ technology is unparalleled, yet people are still walking within the carefully drawn but arbitrary technology lines between genres. Who says you can't use Ableton Live for Hip Hop sets? Who says that you need a 4 channel mixer to play EDM? Free your minds of accepted doctrine and screw about with technology. Throw things at the DJ wall and see what sticks. It's only by doing this that great things happen.

Rob: New Media seems to be a quick and effective way to transport informations. Do you have any concerns about  this evolution ?

Mark: Back when I started skratchworx, I had the huge advantage of being able to post news more or less as it happened in a clear market. Magazines would get the same press releases, but would end up publishing the same news 2-4 weeks later. But now everyone has Twitter and Facebook -- a press release is sent out over social media and the whole world knows within minutes. The trade show gold rush to tweet pictures of super secret gear happens within seconds of the opening bell, and within minutes is all over the world. And let's not forget the numerous leaks that happen officially or otherwise. We press get hammered with embargoes, only to see retailers of all sizes "accidentally" slip full product pages up onto their sites early. I've seen so-called world exclusives posted on 3 different sites before now, as well as some that claim exclusives, when really they're just posting the same press releases and pictures that 50 other media outlets around the world got at exactly the same time. It's all a game with ever-changing rules. So for me, it's not about being first anymore, as the manufacturers have full control over that anyway. So it's about what you can add to the information you get from them. That's why the readers come to us for independent and informed opinion. Not just that, but it is about the relationships you build with manufacturers too. And DJWORX is ideally placed to bring information that nobody else has because a decade of respect and integrity unlocks the all doors that are closed to others.

Rob: Please recommend some non-dj-related websites that you like to read!

Mark: As sad as it sounds, Facebook. As I work largely on my own, there's no office gossip or scandal, so seeing what others are doing is enough of a social fix on a daily basis. I read the gadget and Apple sites -- old habits die hard I guess. For photography and video, I really like www.eoshd.com. There's a certain brash honesty about his work that I love. And www.dpreview.com -- it's the camera equivalent of DJWORX. More than anything, I read sites that offer me info rather than fluff. I'm a knowledge sponge, so news sites are required reading. And travel sites -- I endlessly hunt for the best deals to maximise my cashflow and not be taken for a ride by hotels and airlines.  I could also be blasé and claim not to read competitive sites, but I do, especially www.dj-lab.de!

Rob: One last question - what does the future hold for DJWORX and the DJ scene in general?

Mark: We just had our first birthday, so it's time to take stock and look at what we're doing, and think about where we want to be in 5, 10 and 20 years time. I'm 47 now, and have to think about what happens when I hang up my headphones for the last time. And for me that means passing it on to someone else. There have been offers this year, but I'm not inclined to do this for anyone else. And the thought of just shutting it all down doesn't work, especially after the epic ride we've had to get where we are now. So right now I'm planning expansion in different areas to build a bigger, better and stronger brand that plays to our collective strengths. The return of skratchworx as a platform for the whole turntablist scene is exciting as well! As a team, we're also looking hard at the DJ scene and where we feel things are going. Right now, we're reaching a key moment, where major revisions of the 3 big software packages are due, and with that will come a big change. I keep saying this, but I think that instead of becoming more open, things are going to close up a little. Native Instruments don't do much business with partners now, and I'm convinced that within 2 years, they'll have a complete range of hardware and software to service every DJ's need. Serato will most probably consolidate their range into a single Serato DJ moniker and have a more plugin based architecture but a closed core product bar secondary mapping. The remaining players will offer their software as an OEM option as well as a fully featured retail product. Hardware wise, expect to see more tablet based DJing happening in all sorts of different forms. The power and technology is there, but does rather depend on the whims of Apple and how committed they are to being a player and how accessible they want to make their platform. In the meantime, we have to wait and hope that Android will catch up and be a viable platform for professional DJs.

Whatever happens, DJWORX will be there on the frontline bringing it all to your screen. Let's make a date for 10 years time to see where we are then!

Rob: Mark, thanks a lot for the interview!

 

Related links:

DJWORX.COM

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1 Kommentare zu "Exklusiv-Interview mit Mark Settle: Von Skratchworx zu DJWORXExclusive interview: Mark Settle talks DJWORX"

Holli Tension 27. Mai 2013 • 18:03 Uhr

Cooles Interview, ist einfach schön mal nach 10 Jahren mehr über "Grizu" und seine Plattform zu erfahren.

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