How-To: DJ-Software Output optimieren

How-To: DJ-Software Output optimieren

Archiv 26. Oktober 2011

Traktor & Co. bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Aussteuerung des Output-Signals. Doch diesen Pegelanzeigen sollte man nicht zwingend blind vertrauen.
Jede DJ-Software gibt ein digitales Signal an die Soundkarte, in der es dann zu einem analogen Signal gewandelt und an den Mixer oder direkt in die PA weitergeleitet wird. Das Problem dabei ist, dass im Fall eines einsetzenden Limiters in der Software ein bereits digital komprimiertes Signal erneut digital zusammengepresst wird, da die meisten Produktionen heutzutage bereits in ihrem Entstehungsprozess komplett digital verarbeitet wurden. Irgendwann hat man dann nur noch einen fast durchgängig gleichen waagrechten Balken, der die Waveform symbolisieren soll, ohne Berge und Täler. Sprich: ohne Dynamik.

DJ-Software Output optimieren

Dies läßt sich aber ziemlich einfach verhindern. Gerade beim externen Mixen (also separate Ausgabe der Software-Decks auf einen externen Mixer) reicht es schon aus, den Output-Level weit unter dem digitalen Maximium (0dB) zu halten und das am Mixer eingehende Signal über die Gain-Regler manuell und – was das Entscheidende ist – analog anzupassen. Im Beispiel von Traktor bedeutet dies: Master-Volume auf -10dB (oder wenigstens -7,5dB) & Master-Limiter deaktiveren, über den Gainregler am Mischpult die gewünschte Lautstärke einstellen und sich dann über ein nicht geringes Plus an Dynamik erfreuen. Sollte die Software keine Möglichkeit bieten, den Output-Level zentral zu regeln, so kann man sich natürlich auch damit behelfen, einfach den Gainwert des jeweiligen Software-Decks zu reduzieren. Dies hat im Prinzip den gleichen Effekt, allerdings könnte man dabei die Auto-Gain-Funktion (sofern vorhanden) verlieren bzw. nur noch bedingt nutzen können.

Auch im internen Mixermodus (wenn man also nur das Mastersignal ausgibt und weiterleitet) kann man dies ohne großen Aufwand realisieren, indem man in der Software nie bis zum „roten“ aussteuert und im besten Fall auch deutlich darunter bleibt, und zwar sowohl bei den einzelnen Decks als auch bei der Masterlautstärke. Sofern der Master-Out dann in einen Mixer geleitet wird, gilt die gleiche Regel wie für den externen Modus: eingehendes Signal über den Gainregler anpassen. Geht das Signal der Soundkarte direkt in die PA, muss man einfach nur deren Pegel erhöhen und kommt auch so auf die gleiche Lautstärke wie zuvor.

Diesen kleinen „Trick“ sollte jeder einmal ausprobiert haben und sich selbst vom Unterschied überzeugen. Meine eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet sind jedenfalls durchweg positiv, da auch ich zu Beginn meines Digital-Zeitalters ein Rotfahrer war und mir zunächst keine großen Gedanken darum gemacht habe. Drauf gekommen bin ich, als der Master-Out in Traktor einmal verstellt war und ich mich schon gewundert habe, warum die Tracks so leise sind. Kurzerhand hab ich dann den Gain am Mixer aufgedreht und relativ schnell gemerkt, dass der Sound (obwohl ähnlich laut wie vorher) irgendwie anders klingt: einfach dynamischer und runder. Und seitdem achte ich eben immer drauf, den Software-Level immer nur so hoch zu halten, wie es zwingend nötig ist und den Rest eben wie früher bei Platten über den Mixer zu regeln.

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