How-To: mehr Performance mit Hybrid-HD

How-To: mehr Performance mit Hybrid-HD

Archiv 3. Februar 2012

SSD-Festplatten sind zwar immer mehr im Kommen, allerdings nach wie vor recht teuer. Eine gute Alternative ist hier eine Hybrid-Platte, um dem Laptop ein Stück mehr Performance zu geben.

Bei Hybridfestplatten handelt es sich um eine Mischung aus "klassischer" S-ATA HD mit einem integrierten Flash-Speicher. Dabei ist die Gesamtkapazität ähnlich wie bei Nicht-Hybridplatten alltagstauglich groß und die Preisleistung bezogen auf den Speicherplatz sehr lukrativ. Eine reine SSD würde im Verhältnis dazu ein Vielfaches kosten, weshalb der Komplettwechsel auf ein solches Speichermedium bei DJ-Laptops häufig nicht umsetzbar ist. Denn die Track-Collection hat dann entweder nicht ausreichend Platz oder man müsste sie auf ein externes Speichermedium auslagern.
Hier sind Mac-User klar im Vorteil, denn sie könnten das CD-Laufwerk ausbauen und den frei gewordenen Steckplatz mit einer zweiten Festplatte bestücken. Entsprechende Einbaurahmen (auch inklusive externem Gehäuse für das CD-Laufwerk) gibt es zu kaufen, was den Umbau sehr einfach und unkompliziert gestaltet. Durch diesen Umstand lässt sich eine kleinere (und damit erschwingliche) SSD als Hauptplatte (für Betriebssystem und Programme) einbauen, und die frei gewordene alte HD als Datenspeicher anstelle des CD-Laufwerks. Dies bringt unter'm Strich eine sehr schnelle Systemplatte bei dennoch hoher Gesamtspeicherkapazität.
Leider sind Windows-Laptops sehr unterschiedlich konzipiert und ein vergleichbares Prozedere wie beim Mac scheitert entweder an nicht erhältlichen Festplattenadaptern für den CD-Laufwerksschacht oder sogar an dessen Schnittstelle, sofern diese nicht als nativer S-ATA Anschluss ausgelegt ist.

Was also tun?
Eine Möglichkeit wäre der Wechsel auf eine Hybridfestplatte. Bei solchen Speichern gibt es neben den S-ATA üblichen mechanischen Speicherplatten noch einen kleinen Flashspeicher, auf den häufig genutzte Programme und Daten abgelegt werden und sich die Zugriffszeit darauf erheblich reduziert. Im Laufe der Zeit merkt sich die Platte also, welche Tools am häufigsten genutzt werden und verpasst diesen einen Zugriffs-Turbo.
Wer jetzt eine ad-hoc Änderung auf Lichtgeschwindigkeitsniveau erwartet, wird direkt nach dem Umbau wohl eher enttäuscht werden. Dennoch macht sich im Vergleich zur vorherigen Konstellation ein merklicher Geschwindigkeitszuwachs bemerkbar. Wie gesagt, wir reden hier von der Festplatte! Das Attribut Geschwindigkeit bezieht sich also in erster Linie auf das Lesen und Schreiben von Daten, und nicht auf deren Verarbeitung & Berechnung. Hierfür müsste man an der CPU Hand anlegen, was jedoch gerade bei Laptops oftmals ein mehr als schwieriges bis unrealisierbares Unterfangen ist.

Was bringt es?
Nun, das lässt sich wohl am ehesten an einem Praxisbeispiel verdeutlichen. Vor kurzem bin ich im Deejayforum mal wieder auf das Thema Hybridfestplatte aufmerksam gemacht worden, u.a. auch auf das positive Feedback einiger User, die den Umbau getätigt haben. Also dachte ich mir, ich könnte meinem Sony Vaio doch mal wieder was Gutes tun und so habe ich mir eine Seagate Momentus XT Hybridplatte mit 500 GB Kapazität & 4 GB Flashspeicher bestellt. Parallel dazu habe ich mich noch ins Thema Festplatte klonen eingelesen, da mir aktuell die Zeit zur Neuinstallation fehlt und ich unkompliziert auf die neue HD wechseln wollte. Fündig geworden bin ich bei Acronis True Image 2011, wovon ich eine Bootable Version auf einen Stick legen und damit die alte HD auf die Neue klonen konnte, incl. meines Dual-Boot Modus und aller drei Partitionen.
Die alte HD war eine Samsung Spinpoint mit 400 GB und 5400 UpM. Schon allein wegen der höheren Geschwindigkeit von der Momentus XT (7200 UpM) erwartete ich ein flüssigeres Arbeiten und wurde nicht enttäuscht! Nach dem Klonen (was zusammen mit dem Umbau der Platten insgesamt ca. 3 Stunden gedauert hat) wagte ich den ersten Systemstart mit dem Ergebnis: alles funktioniert wie gehabt, nur um einiges schneller! Nächster Test war das Starten von Traktor und ein Consistency Check. Dauerte diese mit der alten Platte noch gute 3 - 5 Minuten (aktuell habe ich ca. 3300 Tracks in meiner Collection), ist der Check mit der neuen Festplatte in weniger als einer Minute abgeschlossen. Na das macht doch Lust auf mehr! Also, nächster Test: das Laden von Tracks in die Decks. Vorher hat es mitunter schon mal 2 - 4 Sekunden dauern können, bis die Waveform erschien - mit der Momentus ist der Track innerhalb einer Sekunde komplett im Deck geladen und visualisiert. Auch ein schnelles aufeinanderfolgendes Laden abwechselnd in Deck A und B läuft super flüssig. Was mir auch positiv aufgefallen ist: das Analysieren eines Tracks hat sich ebenfalls deutlich beschleunigt.
Weitere Tests (u.a. mit MediaMonkey, Maschine und WaveLab) zeigten ähnliche Ergebnisse. Ich bin wirklich rundum begeistert und bereue die Investition bisher keine einzige Sekunde.

Fazit
Wer also einen leicht altersschwachen Laptop zum Auflegen oder Musizieren nutzt, sollte über einen Wechsel auf eine Hybridplatte nachdenken. Der Umbau kostet nicht viel, ist relativ schnell gemacht und mit einem entsprechenden Klon-Tool (z.B. Acronis True Image) erspart man sich sogar die Neuinstallation. Allerdings sollte man vorher prüfen, welche Art von Festplatte im Rechner bereits verbaut ist. Denn sollte sich dort schon eine schnelle Platte (7200 UpM) befinden, wird der Geschwindigkeitszuwachs nicht ganz so massiv ausfallen, wie in meinem Beispiel. Auch kann ich nicht genau sagen, wovon ich nun mehr profitiere: ist es nun tatsächlich schon der Flash-Speicher oder eher die höhere Geschwindigkeit (von 5400 auf eben 7200)? Ehrlich gesagt ist mir das egal, denn es läuft merklich schneller und performanter als zuvor.
Auf diesem Weg möchte ich vor allem audio_anarchy vom Deejayforum danken, der mich auf die Idee gebracht und selbst auch alle seine Laptops mit einer Seagate Momentus XT ausgestattet hat, worüber er bisher nur Gutes berichten konnte.

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