Numark MPC DJ – NS7 meets MPC

Numark MPC DJ – NS7 meets MPC

Archiv 20. Januar 2012

Seit gestern abend verbreitet sich das Bild wie ein Lauffeuer und die Rumors darüber sind in vollem Gang: ein „Ding“ namens MPC DJ von Numark erblickt die Welt.

Das „Ding“ scheint sich jedoch erst noch an die irdische Atmosphäre gewöhnen zu müssen, denn nicht ohne Grund verweilt es auf der NAMM Show im gläsernen Sarg Kasten.

Dem Bild nach zu urteilen ist der/die/das „MPC DJ“ eine Kreuzung aus NS7 und MPC, bzw. wohl eher MPD. Oder anders gesagt: ein DJ-Controller mit motorgetriebenen, aktiven Plattern trifft auf einen Drumpad-Controller. An sich eine lustige Idee, nur die Umsetzung ist in meinen Augen ein wenig halbgar. Denn schon beim ersten Ansehen des Bildes stellt sich die Frage „Wozu?“, danach die Frage „Wofür?“ und anschließend „Ja sind die noch…???“. So wie die erste Aufregung verflogen und ich des rationalen Denkens wieder fähig war, begab ich mich auf den Pfad der objektiven Beurteilung und bin zu dem Entschluß gekommen, dass es dieses Gerät in dieser Form niemals geben wird!

mpcdj_2aDie Gründe für dieses Denken sind recht schnell erklärt. Erstens der Name: wie oben schon angemerkt, müsste es ja eigentlich MPD DJ heissen, denn eine komplette MPC in einem NS7 zu integrieren macht wenig Sinn (oder das Ding selbst in der Massenproduktion sowas von exorbitant teuer, dass es sich eh niemand leisten könnte). Zweitens der Anwendungszweck: angenommen, The Bridge für Itch kommt und der Controller soll zur Steuerung dienen, nun was will man denn damit steuern? Zum Starten & Stoppen der Clips hätten auch Pads der APC gereicht und trotzdem würden dann immernoch ein paar Encoder fehlen, um auch die Effektparameter von Ableton bedienen zu können. Man könnte dazu zwar die Linefader vom Mixer per Shift nutzen, aber eine Doppelbelegung an den Haupt-Mixerelementen ist ein haptischer Graus! Dritte Möglichkeit wäre das Ansteuern von Hotcues, Sampleslots oder anderem Schnickschnack einer DJ-Software: nun ja, prinzipiell gerne, aber dann sicherlich nicht mit so einem Schiff. Denn flexibel ist anders, und Zusatzcontroller gibt es inzwischen reichlich. Letzte Möglichkeit, die mir einfällt, wäre das Verwenden der Drumpads als Drumpads: aber egal ob mit einer eingebauten MPC oder einem weiteren Software-Tool getrommelt, wie soll das bitte aussehen? Mal eben zwei Decks scratchen und ganz nebenbei eine kleine Livedrum-Einlage hingelegt? Da gibt es sicherlich einige, die das beherrschen und bei denen es auch super klingt & zusammenpasst, aber wir reden von absoluten Ausnahme-Artisten, die maximal einen klitzeklitzekleinen Anteil der Gesamtmasse ausmachen. Und die brauchen kein All-In-One Gerät.

Fazit: MPC DJ ist eine Studie von Numark, um Meinungen, Reaktionen, Ideen und Nachfrage einzuholen und somit besser abschätzen zu können, ob es für solche Produkte überhaupt potentiellen Absatz geben könnte. Die Ursprungsidee ist eigentlich keine schlechte und man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und ob es denn tatsächlich mal ein Produkt geben wird, das dem hier gezeigten MPC DJ in irgend einer Art und Weise nahe kommt, oder ob man die Idee einfach nur Idee sein lässt.
Ohne jetzt zu pessimistisch sein zu wollen: aber im gläsernen Sarg wurde nicht nur Schneewittchen zu Grabe getragen, sondern auch ein gewisser Herr X7. Wer ihn nicht kennt, sein Vorname lautete Numark. 🙂

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