PIONEER zu verkaufen? Und wer kaufts?

PIONEER zu verkaufen? Und wer kaufts?

Archiv 4. September 2014

Im Netz macht heute eine Meldung von REUTERS* die Runde, wonach die DJ-Sparte von PIONEER ("japanese car electronic maker") zum Verkauf steht. Was irgendwie überrascht. Zumindest mich.

 

Eine meiner Vermutungen der letzten Monate war die, dass PIONEER SERATO kauft. Die enge Kooperation ist unübersehbar. Gut, bei Recordbox haben MIXVIBES die Finger im Spiel, deren DJ-Software hat aber nie den Ruf und die Verbreitung von SERATO erreicht. SERATO hing zwischenzeitlich mal in den Seilen, weil man den Controllerzug verpasst hatte. Doch dann kam noch ein Zug, der Lokführer hieß PIONEER. Die hatten auch die erste Bahn verpasst und statt hinterherzurennen, sind sie selber losgefahren. Mit dem besseren Antrieb, weil Zug zwei fährt grad vorn und die Japaner dürften mittlerweile auch Marktführer bei DJ-Controllern sein. Zumindest gefühlt. Minus "h und plus "l" ergibt das Wort: gefüllt. Was ich bei deren Kasse vermutet hätte. Gut gefüllt, auch wenn man sowas konzernweit betrachten sollte. Zumindest dachte ich, dass die locker 50 Millionen für SERATO hinblättern könnten.

Für PIONEERs-DJ Sparte stehen wohl 570 Millionen Dollar im Raum. Viel Geld, aber ein Witz wenn man sich vor Augen führt, was APPLE kürzlich für so olle Kopfhörer - in "B-Qualität" - zahlte. APPLE ist dann auch einer der Kandidaten, über die wild spekuliert wird. Glaub ich aber nicht. Auch SERATO wird als potentieller Käufer vermutet. Was krass wäre. Immerhin haben die mit Software, Zubehör und Lizenzen eine fette Marge. Die Zahl der User dürfte in die Hunderttausende gehen. Das mal ein oder zwei Expansion-Packs, plus ein oder zwei Timecodevinyl im Jahr macht ... wohl nicht 570 Millionen. Warum sollten die auch plötzlich Hardware bauen wollen?

DENON wurde gerade von INMUSIC gekauft. Zu denen gehört auch NUMARK, AKAI, ALESIS und M-AUDIO. Die kommen aus der Branche und manche Personalspur führt von PIONEER zu INMUSIC. Ob die aber das Konto so voll haben? Ihre Bank bestimmt, und so würde auch Sinn machen, dass sie bisher alles gekauft haben, was bei drei nicht VIRTUAL DJ gesagt hat. Müsste ich tippen, wäre das mein Favorit.

Der aufgerufene Preis ist in etwa der Jahresumsatz von dem Laden, der mit T beginnt. Die stecken aber grad Energie in den Kampf mit so neureichen Holländern. Und Umsatz ist nicht Gewinn. Vielleicht kauft nach dem Erfolg von DJ-Kram in der ALDI-Wühlkiste irgendein branchenfremder Verbund PIONEER. Oder MARK ZUCKERBERG baut sich ne DJ-Spielwiese. Am Ende kapert NATIVE INSTRUMENTS die Lok, weil die die Schnauze davon voll haben, dass SERATO im Zug an ihnen vorbeifährt. Spannend, denn wer immer PIONEER kauft ... es könnte die DJ-Welt ändern.

* Quelle

Veröffentlicht in Archiv und getaggt mit Pioneer zu verkaufen

Geschrieben von:
Olaf Hornuf

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