Spotify - Bald nur noch begrenzt kostenloser Musikgenuss?

Spotify - Bald nur noch begrenzt kostenloser Musikgenuss?

Archiv 25. März 2015

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potify gerät unter Druck. Glaubt man diversen Artikeln im Netz, fordern die Plattenfirmen eine Begrenzung des "Kostenlosen Musikgenusses".

Nachdem bereits bekannte Künstler wie Taylor Swift, Thom Yorke oder Beck Kritik an dem finanziell hoch bewerteten Streamingdienst übten, hat die Musikindustrie andere Bedenken. Auf den Tadel der Kreativen, die eine Vergütung von 0,0-irgendwas Cent pro Stream für zu niedrig halten, reagiert Spotify mit Transparenz und verweist auf steigende Auszahlungen ... die mehrheitlich an die Rechteinhaber gehen. Diese müssen bekanntermaßen nicht identisch mit den Urhebern sein. Meist sind es Verlage, Labels oder Plattenfirmen. Just diese wiederum sehen ein Problem im Model von Spotify.  Genauer: im kostenlosen Angebot.

"You can make the subscription service more attractive, with high-resolution sound or exclusive albums, or you can make the free version worse, by limiting the amount of stuff you can listen to."*

Anfang 2015 hatte Spotify 60 Millionen User weltweit. Immerhin ein Viertel davon sind zahlende Premiumkunden. In Deutschland kostet der Premiumaccount 9,99 Euro im Monat. 45 Millionen nutzen den Streamingdienst allerdings kostenfrei. Okay ... umsonst ist nicht mal der Tod, statt Geld zu zahlen, muss man Werbung erdulden. Damit spielt Spotify sicher auch ein Sümmchen ein, doch scheinbar nicht genug. Und daher könnte der kostenlos verfügbare Inhalt limitiert werden. Die Superstrategen der Musikindustrie versprechen sich dadurch mehr zahlende Premiumkunden. Scheinbar hat man bei Universal und Co schon wieder verdrängt, dass es vor den Streamingdiensten so komische Sharingplattformen gab. Wo allenfalls schmierige Anwälte Geld verdient haben.
Thema Geld. Spotify ging Anfang des Jahres mit den Kumpels von Goldmann & Sachs in eine neue Finanzierungsrunde. 500 Millionen sollen von Kapitalgebern eingesammelt werden, der Marktwert soll damit auf 7 Milliarden steigen. Börsengang kommt noch. Fette Summen, für ein Unternehmen, welches 2013 bei 747 Millionen Umsatz einen Verlust von knapp 60 Millionen Euro eingefahren hat. Naja ... geht ja eigentlich um Musik. Sagt sich auch Apple, die angeblich die ollen Beats-Kopfhörer nur gekauft haben, weil es einen Streamingdienst dazu gab. Beats Music wird wohl gerade in Apples Gesamtkonzept eingebaut. Sollte Apple durchstarten, ist der Disput mit der Musikindustrie vermutlich das kleinere Problem für Spotify. Die Frage bleibt nur: Bringt die Entwicklung vom Tonträger zum Streamingabo mehr Geld zu den Künstlern? Beats Music soll Gerüchten zufolge nur 8 Dollar im Monat kosten. Der Preiskampf ist eröffnet.
PS: Nutzt Spotify eigentlich die selbe Fotoagentur, die auch den Ikea-Katalog macht? Eine gruselige Happy-Hipster-Family-Lifestyle-Welt unter www.spotify.de

Veröffentlicht in Archiv und getaggt mit Beats Music , spotify

Geschrieben von:
Olaf Hornuf

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