Studie: Musikstreaming als Umweltsünde

Studie: Musikstreaming als Umweltsünde

News 10. Mai 2019

Nachhaltigkeit, Fairer Handel und Transparenz dürfen in kaum einem Firmenkonzept dieser Tage fehlen. Angesichts des Klimawandels ist Umweltverträglichkeit ein Muss und viele Branchen haben ihre Kampagnen in den letzten Jahren entsprechend angepasst. Nur im Musikbusiness wird abgesehen vom Fairtrade Shirt am Merch-Stand relativ wenig über das Thema gesprochen.

Deutschlandfunk Nova hat jetzt eine Studie veröffentlicht, die die Ökobilanz von Musikstreaming mit dem Konsum von CDs, Schallplatten und Co. vergleicht. So soll bei cloud-basierten Streaming-Diensten zwar weniger Verpackungsmüll anfallen, die dabei entstehenden CO2-Emissionen seien jedoch im Vergleich zu älteren Tonträgern höher. Grund dafür seien die stromfressenden Server der Streaming-Anbieter. Von 1970 bis Mitte der 90er wurden etwa noch zwischen 56 und 58 Mio. kg Plastik pro Jahr verwendet. Im Jahr 2000 – zur Glanzzeit der CD – waren es sogar 61 Millionen kg. 2016 ist die Zahl dann wieder auf 8 Mio. kg Plastik gesunken.

Rekordhalter vor dem Streaming-Zeitalter sei wieder die CD, die im Jahr 2000 ca 185 Mio. kg an CO2 Ausstoß produziert haben soll. Ab 2016 sei die Zahl durch die Verbreitung von Streaming-Diensten dann „regelrecht explodiert“ und auf stattliche 200 – 350 Mio. kg gestiegen. Diese würden schließlich nicht nur für die Herstellung der Tonträger auf Hochtouren laufen, sondern auch beim Abspielen.

Apropos Abspielen: Die Emissionen der Abspielgeräte wurde in der Studie wohl nicht berücksichtigt und auch der Transport und die Aufnahmestudios wurden mit ihren CO2 Emissionen scheinbar nicht berücksichtigt. Klar, Tonstudios und Abspielmedien verursachen auch heute noch umweltbelastende Abgase, aber auch hier würde sich ein stichhaltiger Vergleich entlang der historischen Entwicklung anbieten, sonst wirken derartige Studien schnell wie Panikmache. Die verantwortlichen ForscherInnen seien aber nicht daran interessiert, Musikgenuss zu verderben, sondern eine Perspektive anbieten, den eigenen Konsum umweltorientiert zu hinterfragen.

Hier geht es zum Artikel von Deutschlandfunk Nova.

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