Test: Numark Mixtrack Pro 3 – Was kann die Neuauflage des Controllers?

Test: Numark Mixtrack Pro 3 – Was kann die Neuauflage des Controllers?

Archiv 10. Juni 2015

Numark schickt den Mixtrack-Controller bereits in die dritte Runde. Wie sich die Neuauflage in der Mixpraxis schlägt und welche DJs der Hersteller im Visier hat, habe ich für euch herausgefunden.

 

Numark Mixtrack Pro 3 - Ring frei zur dritten Runde!
Numark Mixtrack Pro 3 – Ring frei zur dritten Runde!

Numarks Mixtrack-Controller fanden in der Vergangenheit gerade bei Einsteigern und Hobby-DJs einen großen Anklang, die ein Gesamtpaket aus Hard- und Software bevorzugen. Ich habe die neue Auflegelösung für euch durchleuchtet und berichte, ob sich das Handanlegen gelohnt hat.

 

Inspiziert

Der Mixtrack Pro 3 ist ein 2-Deck-Controller der in einem circa 2 Kilo schweren Kunststoffgehäuse steckt, das 55 cm breit und 24 cm tief ist. Das nüchtern, aber elegant wirkende Gerät bietet euch zwei große Deck-Steuerungsbereiche mit silberfarbenen Jog-Wheels, beleuchteten Transport- und Sync-Tasten sowie gummierten Performance Pads zur Kontrolle von kreativen Funktionen.

Numark Mixtrack Pro 3 - Decksteuerungen
Numark Mixtrack Pro 3 – Decksteuerungen

Zur Tempoveränderung gibt es Pitchfader, die mit 10 cm einen auffällig großen Regelweg haben.

Numark Mixtrack Pro 3 - Pitchfader mit langem Regelweg
Numark Mixtrack Pro 3 – Pitchfader mit langem Regelweg

Oberhalb der Jog-Wheels befinden sich Touchstrips, die ihr zur Effektbedienung und der Navigation innerhalb eines Songs nutzen könnt. In der Mitte des Mixtrack Pro 3 gibt es eine zweikanalige Mixersektion mit EQ- und Filterdrehreglern, Kanalfadern und einem Crossfader. Ein großer Encoder ermöglicht das Scrollen in der Musiksammlung und drei Drehregler übernehmen die Ausgangs- und Kopfhörerpegel-Steuerung.

Numark Mixtrack Pro 3 - Mixersektion
Numark Mixtrack Pro 3 – Mixersektion

Die Soundkarte des Controllers arbeitet mit 24 Bit/44,1 kHz und verfügt über 2 Stereoausgänge, die zur Wiedergabe des Master- und Kopfhörersignals dienen. Das Mastersignal gelangt über ein Cinchpaar, das auf der Geräterückseite ausgeführt ist, an eine Verstärkeranlage oder ein zwischengeschaltetes DJ-Mischpult.

Numark Mixtrack Pro 3 - Ausgänge
Numark Mixtrack Pro 3 – Masterausgang

Einen separaten Boothausgang gibt es nicht. Auf der Vorderseite hat Numark dem Controller einen Mikrofoneingang spendiert, dessen Signale direkt an den Masterausgang und somit nicht in die Software weitergeleitet werden.

Numark Mixtrack Pro 3 - Mikrofoneingang
Numark Mixtrack Pro 3 – Mikrofoneingang

Euren Kopfhörer zum Vorhören von Songs könnt ihr an eine 6,3 mm oder eine 3,5 mm Buchse anschließen.

Numark Mixtrack Pro 3 - Kopfhöreranschluss
Numark Mixtrack Pro 3 – Kopfhöreranschluss

Ausprobiert

Der Numark Mixtrack Pro 3 lässt sich fix installieren und dank seiner Bündelung mit Serato DJ Intro auch von digital-DJ-Neulingen ohne große Mühen inbetriebnehmen. Nach der Installation der Software und dem Anschluss des Controllers ist das System betriebsbereit und erlaubt euch die ersten Gehversuche. Wenn ihr Songs in die Software kopiert habt, könnt ihr diese mit dem Controller in die Decks laden und mit den Transporttasten starten. Verschiedene Wellenformdarstellung und songspezifische Infos in Serato DJ Intro erleichtern euch das Mixen. Die direkte Songsteuerung gelingt mit den beiden Jog-Wheels, die mich ehrlich gesagt positiv überrascht haben. Ich kenne kaum einen anderen Einsteiger-Controller, dessen Wheels so exakt reagieren und sich sehr zum Scratchen eignen.

Numark Mixtrack Pro 3 - Das Ausstattungshighlight: Die Jog-Wheels
Numark Mixtrack Pro 3 – Das Ausstattungshighlight: Die Jog-Wheels

Das absolute Songtempo lässt sich durch den sehr langen Regelweg der Pitchfader sehr gut justieren und kann in Verbindung mit einer Tonhöhenkorrektur kombiniert werden, die die Tonhöhe bei Tempoveränderungen stabil hält. Wenn ihr erst mit dem Auflegen anfangt oder wenn es beim Mixen mal etwas hektischer wird, könnt ihr von der automatischen Sync-Funktion Gebrauch machen, die das Angleichen der Tracks für euch erledigt. Das Mixen der Songs mit den Bedienelementen der Mixersektion funktioniert grundsätzlich ganz gut, wobei die Materialqualität und Verarbeitung nicht über das Einsteigerniveau hinausgeht. Gleiches gilt für den Crossfader, dessen Verlauf in der Software angepasst werden kann.

 

Kreatives

Der Numark Mixtrack Pro 3 bietet einen direkten Zugriff auf die kreativen Funktionen von Serato DJ Intro. Mit den Touchstrips oberhalb der Jog-Wheels lassen sich die Effekte steuern. Damit es bei der Nutzung des Touchstrips nicht zu Parametersprüngen kommt, müsst ihr recht fest auf das Bedienelement drücken.

Numark Mixtrack Pro 3 - Effektsteuerung per Tauchstrip
Numark Mixtrack Pro 3 – Effektsteuerung per Touchstrip

Beachten solltet ihr zudem, dass immer alle drei Effekte eines Effektslots gleichzeitig modifiziert werden. Die Aktivierung der Effekte kann aber einzeln durch Tastendruck erfolgen. Die Software bietet zur Bearbeitung von Songs Filter, Flanger, Phaser, Echo und Reverb als Effekte an, die klanglich recht ordentlich sind. Die unterhalb der Wheels platzierten Performance-Pads übernehmen, je nach aktiviertem Modus, unterschiedliche Funktionen. Mit den Pads gelingt der Zugriff auf bis zu vier Cue-Punkte, die ihr für Mixtricks oder zum Springen innerhalb eines Songs nutzt könnt. Zur Wiederholung von Songteilen für nahtlose Übergänge erlauben die Pads eine Aktivierung der automatischen oder manuellen Loop-Funktion. Serato DJ Intro ist zudem mit einem Sampler ausgestattet, der vier Sample-Speicherplätze hat. Auch diese lassen sich mit dem Performance Pads steuern und am besten für Einwurfsounds nutzen, da die Intro-Version keine Synchronisationsmöglichkeit für Samples bietet.

 

Traktor, iPad und Co.

Der Mixtrack Pro 3 ist mit einer „Class Compliant“-Soundkarte ausgestattet und seine Bedienelemente senden standardisierte MIDI-Kommandos. Aufgrund dieser technischen Ausgangslage könnt ihr den Controller mit nahezu jeder beliebigen DJ-Software auf einem Mac- oder Windows-Computer oder auf einem iPad kombinieren. Für meinen Praxistest habe ich Traktor Pro auf einem Mac und die App DJ Player auf einem iPad getestet.

Numark Mixtrack Pro 3 - Appsteuerung
Numark Mixtrack Pro 3 – Appsteuerung

Beides funktionierte sehr gut, setzt allerdings etwas Fleißarbeit voraus, da es aktuell noch keine MIDI-Mappings für diese Programme gibt und ihr die Funktionszuweisungen selbst vornehmen müsst.

 

Fazit

Ich finde, die dritte Auflage des Mixtrack Pro ist sehr gut gelungen, da das für Einsteiger konzipierte Gerät ein stimmiges Gesamtpaket aus Hard- und Software darstellt. Serato DJ Intro deckt alle Funktion ab, die ihr zum Einstieg benötigt und ist zudem mit einer kreativen Grundausstattung versehen. Ein kostenpflichtiges Upgrade auf Serato DJ ist möglich, meiner Meinung nach aber nicht unbedingt nötig. Der Controller bietet ausreichenden Platz für alle Mixtätigkeiten und einen umfassenden Zugriff auf die kreativen Funktionen. Wer mit der enthaltenen Software Serato DJ Intro arbeitet, kann als Einsteiger ohne große Mühen die ersten Schritte des (digitalen) Auflegens erlernen, aber auch Anwender, die eine andere Software präferieren, bekommen einen recht ordentlichen Controller für einen fairen Preis. Wer schon eine Soundkarte besitzt, kann den Mixtrack ohne den Zusatz „Pro“ erwerben und spart ein paart Euro.

 

Hersteller: Numark

Preise: 249 Euro

Hier geht es zum Test von AMAZONA.DE
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Alternativen

 

Pioneer DDJ-SB

259€

 

Gemini Slate

229€

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