USA: Erstmals seit 30 Jahren mehr Schallplatten als CDs verkauft
© Sean Benesh

USA: Erstmals seit 30 Jahren mehr Schallplatten als CDs verkauft

News.19. Januar 2022

Der Vinyl-Hype hält weiter an und wurde durch die Pandemie noch weiter verstärkt. Mittlerweile machen Platten-Verkäufe mehr als die Hälfte der physischen Albumverkäufe aus.

2021 wurden in den Vereinigten Staaten erstmals seit 1991 mehr Schallplatten als CDs verkauft. Laut einem Bericht von Billboard entfielen 38% aller Albumverkäufe auf Vinyl. Damit machen Schallplatten über 50% der veräußerten physischen Tonträger aus.

Die Anzahl der Vinyl-Verkäufe stieg im Vergleich zum Vorjahr um 51% auf 41,7 Millionen Stück. Das liegt auch an der erhöhten Promotion und Produktion von gepressten Platten durch internationale Topstars. So war der größte Verkaufsschlager Adeles Album '30', wovon eine halbe Millionen Platten in die Läden kamen. Davon wurden allein in den USA 318.000 Stück verkauft. Danach folgen Olivia Rodrigo mit 'Sour' (268.000) und Taylor Swift mit 'Red' (260.000). Abbey Road von The Beatles bleibt weiterhin der beliebteste Klassiker im Vinyl-Format. 2021 wurde das elfte Studioalbum der Beatles 200.000 mal verkauft.

Rekordzahlen auch in Großbritannien

Das gleiche Bild zeichnen die Zahlen im Vereinigten Königreich. Laut der British Phonographic Industry (BPI) wurden in UK ebenfalls die höchsten Verkaufszahlen von Schallplatten seit 30 Jahren notiert. Demnach wurden 2021 fünf Millionen Platten verkauft. Das ist ein Anstieg von 8% gegenüber 2020 und damit gab es das 14. Jahr in Folge höhere Verkaufswerte. Letztes Jahr wurden 23% aller in UK verkauften Alben in Vinylform veräußert.

In einer Umfrage von MRC Data wurde 4.041 Personen zu ihrem Musikkonsum befragt. Dabei gaben 15% der Befragten aus der Gen Z an in den letzten zwölf Monaten Platten gekauft zu haben. Bei den Millenials waren es hingegen 11%.

Die neuen Rekordzahlen stehen auf dem ersten Blick im Widerspruch zu einer Krisenzeit, in der sich die Vinylindustrie befindet. Die Preise steigen, die Produzenten können die hohe Nachfrage nicht mehr bedienen und es gibt Schwierigkeiten bei globalen Lieferketten. Doch auch weitere Probleme könnten den Vinylboom implodieren lassen. In unserer dreiteiligen Reportage ("Die Vinylkrise: Eine Blase implodiert") haben wir die Hintergründe beleuchtet, die zur aktuellen Eskalation auf dem Markt geführt haben.

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Redaktion