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Bandcamp: Epic Games kauft die Musikplattform

Bandcamp: Epic Games kauft die Musikplattform

News.3. März 2022

Bandcamp hat gestern in einem Statement mitgeteilt, dass Epic Games die Musikplattform kaufen wird. Man behalte die eigene Unabhängigkeit aber werde in Zukunft gemeinsam an einem "open and artist-friendly ecosystem" arbeiten.

Bandcamp müssen wir hier an dieser Stelle vermutlich nicht erklären. Epic Games dagegen könnte für einige Leser:innen eventuell unbekannt sein. Bekannt geworden ist das Softwareunternehmen vor allem mit dem Battle Royal Shooter Fortnite. Zuvor hatte man sich schon mit Spielen wie der Gears of War-Reihe oder der Entwicklung der Unreal-Engine am Markt etabliert. 2018 wurde zudem der Epic Games Store eröffnet, in dem Entwickler:innen ihre Spiel verkaufen können. Dieser Online-Store ging mit dem Versprechen auf den Markt die Urheber:innen fairer zu entlohnen. Hier wird dann auch die Gemeinsamkeit zu Bandcamp deutlich.

Für eine bisher nicht genannte Summe wird Bandcamp jetzt von Epic Games übernommen. Laut CEO Ethan Diamond soll Bandcamp aber unabhängig weiter arbeiten und an ihrem bisherigen "artist first" Modell festhalten. Gemeinsam mit Epic Games wolle man aber ein großes "offenes Marketplace-Ökosystem" erstellen. Durch das Investment soll Bandcamp in Zukunft international weiter wachsen und man will die Entwicklung von Basics wie der Album Page, der mobilen App, dem Bezahlsystem oder der Suchfunktion vorantreiben. Außerdem könne man, so das Statement, mehr in die geplanten und teilweise bereits umgesetzten eigenen Vinyl-Pressungen und Live-Streams investieren.

So viel zu den großen Versprechungen die eine solche Übernahme immer mit sich bringen. Wo großes Geld involviert ist ist aber auch Skepsis angesagt und so mehren sich auch kritische Stimmen. Einer der größten Kritikpunkte ist der potenzielle Verlust der Unabhängigkeit, die Bandcamp so beliebt bei Independent-Artists machte. Außerdem wäre da die chinesische Firma Tencent, die mehr als 40% der Anteile von Epic Games besitzt und zugleich mit ca. 10% an Spotify beteiligt ist.

Viele Musiker:innen und Labels dürften jetzt also mit Vorsicht auf diese neue Ankündigung reagieren und haben vermutlich auch Recht damit. Fakt ist aber auch, dass die angestaubte Bandcamp-Seite durchaus von der Epic Games Expertise profitieren könnte. Im besten Fall entstehen hier funktionale und kosmetische Synergien, die Bandcamp in Zukunft besser dastehen lassen und auch Musiker:innen helfen. Allerdings bleibt vorerst berechtigte Skepsis. Das gesamte Statement von Bandcamp findet ihr hier.

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Veröffentlicht in News und getaggt mit Bandcamp, Epic Games, Musikstreaming, spotify

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