Clubcommission Berlin: Normaler Partybetrieb erst 2022
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Clubcommission Berlin: Normaler Partybetrieb erst 2022

News 2. Februar 2021

"Es kann nicht von Null auf Hundert gehen". Die Vorsitzende des Veranstalter-Dachverbands Clubcommision e.V. Pamela Schobeß rechnet mit einer langsamen Rückkehr zum Normalbetrieb.

Pamela Schobeß zeigte sich gegenüber der dpa recht pessimistisch. Die Besitzerin des Gretchens denkt nicht, dass das Berliner Clubleben mit einschränkenden Maßnahmen funktionieren würde, anders als bei bestuhlten Konzerten fehle die körperliche Nähe: "Es geht ja auch um Ekstase." Ohne die Hilfe von Bund und Ländern werde das Clubsterben nicht aufzuhalten sein, die aktuellen Hilfen gehen aktuell noch bis Juni. Es ist damit zu rechnen, dass die Veranstaltungsbranche die letzte sein wird, die wieder vollständig an Prä-Corona-Zeiten anknüpfen wird. "Wir sind die Ersten, die geschlossen wurden, und die Letzten, die wieder öffnen dürfen", sagte Schobeß. Ein Sprecher des "://about blank" sagte Resident Advisor, dass man "geduldig sein müsse" und das 2021 aktuell nicht vielversprechender als das Alptraumjahr 2020 wirke.

Andere Clubs sehen Lage optimistischer

Club-Legende Dimitri Hegemann vom "Tresor" sieht dagegen etwas Licht am Ende des Tunnels: "Wir wirtschaften genau und kalkulieren sehr hart. Wir gehen von weiteren Hilfsprogrammen aus und hoffen, dass im Juli die Sonne wieder scheint." Laut Hegemann wird die Sehnsucht nach "zwanglosen Partys" bestehen bleiben, der Druck der Partygänger wird daher nicht nachlassen. Konstantin Krex vom "Kater Blau" gibt keine Prognose für die Zukunft ab, während er den aktuellen Status leidtragend verfolgen muss: "Die Situation ist bitter, weil man nicht machen kann, was man liebt. Und weil es keine verlässliche Perspektive gibt. Man guckt von der Seitenlinie zu, wie sich die Schulden anhäufen."

Ist ein kompletter Neustart überhaupt möglich?

Ob es selbst nach Ende der Pandemie wie früher weitergehen wird, ist alles andere als sicher. Ein Berliner Club (der anonym bleiben möchte) erwartet, dass die Eintrittspreise erhöht werden und das Nachtleben kommerzieller wird. Die aktuellen Verluste müssen nunmal abgebaut werden. Auch ob das aktuelle "Distanzgefühl" gegenüber fremden Personen so schnell vollständig abgelegt werden kann ist nicht sicher. Die Lust nach Partys wird allerdings nicht vergehen. Und spätestens nachdem man das erste mal wieder unter Hunderten in einem schlecht durchlüfteten Underground-Club tanzt, dürfte das "mulmige Gefühl" verfliegen.

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Redaktion

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