Platten aus dem 3D-Drucker?

Platten aus dem 3D-Drucker?

Archiv 22. Juli 2014

Hallo Zukunft! Werden wir in fünf Jahren aus digitalen Files Schallplatten herstellen, so wie wir vor fünf Jahren unsere guten alten Vinyl in MP3 gewandelt haben?
Der Buchdruck galt als Revolution, die Erfindung der Dampfmaschine war Grundlage für den Beginn des Industriezeitalters und die Veränderungen durch das Internet erleben wir gerade jeden Tag. In diese Aufzählung reiht sich der 3D-Druck ein, "die Verlagerung des Produktionsprozesses zu den Konsumenten".  Es bedarf wenig Phantasie sich vorzustellen wie eine Welt aussieht, in der sich jeder alles ausdrucken kann. Ein anarchisches Piratenreich in dem die Urheberrechtspolizei ununterbrochen auf Streife gehen wird. Noch sind Prozess- und Materialkosten, sowie die Auflösung und das Handling soweit von einer Massenverbreitung entfernt, wie 1999 eine Kamera vom Handy. Der Countdown läuft jedoch.

Vor einigen Jahren gab es beim Fusion Festival einen Workshop, wo eine Waveform in eine Endlosrille gewandelt und anschließend in eine Holzscheibe geritzt wurde. Das ließ sich dann wohl auch abspielen, war aber inhaltlich Art und klangtechnisch Noise. Art Of Noise. Das Projekt von Amanda Ghassaei ist da einige Schritte weiter. Sie schrieb vor zwei Jahren einen Code, um eine Audio Datei in ein 3D-File zu wandeln, welches anschließend 3D ausgedruckt wurde und als "the worlds first 3-D printed record" gilt. Die Klangqualität konnte es nicht mit gepresstem Vinyl aufnehmen ... die Richtung war aber aufgezeigt. Die Schnapsbrenner von Bacardi führten mit Bloc Party's Kele Okereke die Idee fort und öffneten Ende 2013 temporär "the world's first 3D printing record store". Gutes Marketing, aber perspektivisch ein Widerspruch. Die zukünftigen Selbstversorger werden keinen Laden mehr brauchen. Oder doch?

Links:
Weitere Projekte von Amanda Ghassaei
3D-Printed Recod Projekt bei Instructables
Das Bacardi Projekt "3D-Printing Record Store"

 

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