Review - MELODICS
Darstellung bei Verwendung des DDJ SP1

Review - MELODICS

Archiv.30. Oktober 2015

Eine Lernsoftware die sich MELODICS nennt - klingt ziemlich trocken, ist es aber nicht.  Denn mit dieser App kann man das Pad- oder Fingerdrumming erlernen.

Was macht eigentlich Sam Gribben? Das ist der ehemalige Vorzeigekopf der DJ-Software SERATO, dort nicht unwesentlich für den Erfolg von Scratch Live verantwortlich gewesen. Ende März 2014 war nach zehn Jahren Schluß, nun meldet sich Gribben mit MELODICS zurück. Eine Art Guitar Hero für Fingerdrumming. Der Einsatz von Cue-Points oder (Drum)Samples ist ohne Frage ein probates Mittel ein DJ-Set aufzuwerten. Diesbezügliche Skillz sind also von Vorteil. Mit MELODICS kann man sich als Einsteiger Grundlagen aneignen oder als Profi sein Level verbessern. Im Wortsinne und spielerisch.

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Was braucht man? -> Zuerstmal benötigt man die Software. 66MB groß und derzeit nur für OSX verfügbar. Windows soll folgen. Zum Ansteuern kann man die Tastatur des Rechners nutzen, ein MIDI-Controller mit Pads ist natürlich weit besser geeignet. MELODICS unterstützt eine Vielzahl von Geräten plug`n play. Ich teste mit meinem alten Launchpad und dem DDJ-SP1.

Wie funktionierts? -> Das Prinzip ist das von Guitar Hero. Nach dem ersten Start der Software legt man einen Account an und verbindet - so vorhanden - die Hardware mit dem Computer. Für den Einstieg stehen etwa zwanzig Lektionen zur Auswahl, unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen. Um im Level zu steigen und neue Übungen freizuschalten sind also Lernerfolge nachzuweisen. Für den eigenen Ansporn kann eine tägliche Übungszeit festgelegt werden.

Melodics_Ansicht
Darstellung bei Verwenung des Launchpads
Melodics Controller DDJ SP1
Darstellung bei Verwendung des DDJ SP1

Die ausgewählte Lektion ist grafisch vorbildlich umgesetzt. Abgebildet ist der angeschlossene Controller mit seinen belegten Pads, dazu die rechte und die linke Hand. Die zu nutzenden Finger sind hervorgehoben. Über einen Preview-Button gewinnt man einen Eindruck vom Übungsziel, dann geht es auch schon los.

melodics_play

Ein System, welches an Notenlinien erinnert, zeigt die zu spielenden Elemente an und wo am Controller man diese findet. Also zum Beispiel Bassdrum, Snare oder Hi Hat. Wird die Übung gestartet, laufen "die Noten" über eine Markierung, das Zeichen diese anzutriggern.  Wenige Loops Loops lang, ist die Übung so aufgebaut, dass in einzelnen Durchgängen Element für Element dazukommt. Man übt erst mit der Bassdrum, dann mit der Snare, dann in Kombination und am Ende den kompletten Beat.

melodics_skillz

Die Quote an perfekt getroffenen, verpassten oder zu früh bzw. zu spät angetriggerten Elementen wird fein säuberlich aufgelistet. Bis zu einer bestimmten Fehlerfreiheit ist ein Schritt zu wiederholen, erst dann kann er abgeschlossen werden. Für die gesamte Lektion erhält man wiederum Punkte und man gelangt darüber zu weiteren Aufgaben. Klassische Funktionsweise eines Computerspiels.

Was kostet es? -> Die MELODICS-Software inklusive der ersten Lektionen ist kostenlos. Für einen jederzeit kündbaren monatlichen Preis von 9,99 Dollar erhält man Zugang zu 100 weiteren Lektionen, neue kommen wöchentlich hinzu. Außerdem gibt es exklusiven Content von Künstlern wie Jazzy Jeff oder Gaslamp Killer.

melodics_lesson_level

Was bringt es? -> Skillz, Spass und Verständnis. Ich hielt mein Rhythmusgefühl - als ehemaliger Bassist - für ordentlich, Fingerdrumming war für mich noch nie Praxisthema. Nach kurzer Zeit weiß ich, dass meine Fähigkeiten als menschliches Metronom ausbaufähig sind und dass ein simpler Beat mit gleichzeitig Bassdrum, Snare und Hi Hat gar nicht so schwierig zu realisiern ist. Zumindest im Grundlevel. Das ist ja auch Sinn der Sache. Ich bin angefixt, ich bleib dran, ich erhoffe mir einen Zugewinn bei meinen Sets in Serato. Und wenn es nix wird, gibt es tausend Arten seine Zeit sinnloser zu verschwenden, ganz nebenbei schult man seine rhythmischen Skillz.

Veröffentlicht in Archiv und getaggt mit Fingerdrumming, melodics

Geschrieben von:
Olaf Hornuf