Rückblick - MUSIKMESSE FRANKFURT 2009

Rückblick - MUSIKMESSE FRANKFURT 2009

Archiv 6. April 2009

Musikmesse 09 Nun ist sie also Geschichte, die Musikmesse ProLight & Sound 2009. Ein Rückblick mit DJ-Augen. 

 

 

 

Donnerstag gegen Mittag betraten wir die Halle 5.1, Untertitel "Remix", Schwerpunkt DJ-Equipment. Das eigentliche Abschreiten der Fläche dauerte in etwas so lange, wie das Schreiben dieser Zeilen und eine, sich beim Anblick des Ausstellerverzeichnisses einstellende Vermutung wurde Gewissheit: Musiker, ich habe die Messe geschrumpft!Wenn Branchenriesen wie PIONEER fehlen, die sonst mal locker eine dreistellige Quadratmeterzahl an Fläche belegen, offenbart sich der Unterschied zum letzten Jahr schnell. Das ABLETON oder NATIVE INSTRUMENTS, trotz neuer Produkte nicht da sind, ist man leider schon aus den Vorjahren gewohnt. Die Softwareprodukte beider Firmen sah man allerdings an vielen Ständen, als Referenz für die vorgestellte Hardware.
SL3
Unser erster Anlaufpunkt war RANE / SERATO, die ja bereits am Vortag das neue Interface SL3 vorgestellt hatten. Im Gegensatz zu vielen anderen Messeneuheiten ist SL3 tatsächlich sofort lieferbar und hinterließ auch einen guten Eindruck. Die, vom Hersteller gewohnte, unverwüstliche Verarbeitung ist selbstverständlich erhalten geblieben. SL3 ist noch etwas handlicher als der Vorgänger und verfügt unter anderem über (je einen) zusätzlichen Ein- und Ausgang, bessere Phono-Preamps und 24bit Audiowandler. Mit dem Rechner arbeitet SL3 jetzt via USB 2.0 zusammen. Wie schon - hier - geschrieben, eine runde Sache. In Anbetracht der unlängst erschienenen Duo-Version von Traktor Scratch, verwunderte uns allerdings die Preisgestaltung etwas. Das bisherige SL1 soll zum alten Preis im Handel bleiben, SL3 soll 799 Euro kosten. Scheinbar will man sich hier nicht vom Mitbewerber unter Druck setzen lassen und baut auf seine große und treue Fanbase, sowie auf einen sehr guten Ruf. Details zum aktuellen Stand der Zusammenarbeit mit ABLETON waren den Neuseeländern nicht zu entlocken. Im Laufe des Jahres soll es wohl genauere Infos geben. Ziel der Kooperation ist kein neues Programm, sondern eine optimierte An- bzw. Einbindung von SSL und Live.
Deejay Trim
Weiter ging es zu HERCULES, wo es unter Glas das neue Audio-Interface DEEJAY TRIM zu sehen gab. Das vorgestellte Muster erwies sich im echten Leben einiges größer, als auf Fotos. Die technischen Details hatten wir - hier - schon vermeldet. In dem Preissegment (199 Euro) sehen wir, bei dem Preis/Leistungsverhältnis, durchaus Potential.
Beginner Set
Ein weiterer Preishammer ist das e-Cafe DJ Kit, ebenfalls von HERCULES. Hier bietet man Einsteigern oder Leuten mit Lust auf ein Zweitsystem ein markeneigenes Netbook (eCAFÉ EC-800-H20) plus Controller (DJ Control MP3) und vorinstallierter, schlichter DJ-Software für 299 Euro (Linux) bzw. 339 Euro (Windows). Ob dieses Killerangebot exakt so in den Fachhandel kommt scheint fraglich, da wird beim Vertrieb noch mit spitzen Bleistift gerechnet. Übrigens: Der Sound kommt per Miniklinke direkt vom Soundchip, für den Preis sollte man aber auch keine Wunder erwarten.
Nextbeat
Nächster: NEXTBEAT. Das "DJ-Instrument" vom Grafiktabletthersteller WACOM bietet alle erdenklichen Features, inklusive einem abnehmbaren Controller. Der lädt dazu ein sich von der DJ-Kanzel wegzubewegen oder sich - DJ-untypisch, überhaupt mal ordentlich zu bewegen. Wie der Gitarrist einer Metalband zum Beispiel, ihr wisst schon. Bis 30 Meter schafft es der Controller wohl mit dem Basisgerät in Kontakt zu bleiben, die Batterien, mit denen er betrieben wird, halten fünf Stunden. Wie schreibt der Hersteller? "Nextbeat breaks down the boundaries between the DJ and the audience." Mitanzen ist angesagt :). Für einen noch nicht genannten Preis (angeblich zwischen 1400 - 2000 Euro!) vereint das kompakte Gerät zwei Decks, Mixer, Effekte und einen Sampleplayer. Die Musiksammlung wird NEXTBEAT per CF-Card zugeführt. Das ganze erinnert an einen PACEMAKER in groß. Ob es solche Ansätze über den Status des teuren Spielzeuges schaffen bleibt abzuwarten.
TR1
Bei VESTAX gab es den bereits früher vermeldeten VCM400 unter der neuen Bezeichnung TR1. Optimiert wurde der Controller (ohne Audio-Interface) zum steuern von vier Decks in TRAKTOR. Der Preis soll bei 499 Euro liegen.TANK
Ebenfalls erstmalig kam mir eine Soundkarte vor Augen, die einem Panzer ähnelt und die demzufolge auch TANK heißt. Oder auch VAI 80 USB Audio Station. Besondere Merkmale: XLR-Ausgänge und riesige Klangregler. Preis: 299 Euro.DaMix
Auch die SC-Familie von STANON erhielt Zuwachs. DaMix a.k.a. SCS 3M, die Mixerentsprechung zu DaScratch. Wie bei diesem erfolgt die Steuerung der Funktionen ohne physische Elemente. "Touch me, I wanna feel your body." Sang vor zwanzig Jahren Samantha Fox und meinte damit sicher keinen Mixer ohne Fader und Regler. Ingesamt ein interessantes, wenn auch gewöhnungsbedürftiges Konzept, das durchaus Sinn macht. Preis: 199 Euro.
SPIN2+
Bei RELOOP gab es Bier und Sushi. Eine clevere Taktik, der Stand war gut besucht. Die Mehrzahl der präsentierten Produkte waren Weiterentwicklungen. SPIN2 mit überarbeiteter Software und Interface, SPIN2+ mit der Hardware-Kombination von Interface und DVS-Controller. Generell halte ich das für wegweisend, die Umsetzung ist - nach meiner Meinung - ausbaufähig. Wenn SPIN3+ mit nur noch einem Multicorekabel kommt und sich auch flach vor einem Mixer platzieren lässt, überreiche ich den SALECTION-Innovationsorden in Pappgold. Gegenwärtig war das Interface auf einen speziellen (Laptop)Ständer aufgepflanzt, den es optional auch im Handel geben soll.Digital Jockey 2
RELOOPs Digital Jockey konnte sich bereits gut etablieren. Hier bestätigen meine Erfahrungen die schönen Worte des Marketings. Version 2 kommt nun mit touchsensitiven Jogwheels Allerdings nur die Interface Edition, was mir neu war.APC40
Bei NUMARK, ALESIS und AKAI gab es zwei Stars. Der ABLETON-Controller APC40 war erwartungsgemäß dicht umlagert. Die Vorabinfos hatten nicht zuviel versprochen, gemacht für intuitives Arbeiten mit ABLETON LIVE. Selten war mit einem Produkt soviel Vorfreude verbunden und es ist anzunehmen, dass beim testen des/der APC durch viele Hirne der Gedanke an ein längerfristiges, illegales Ausleihen spukte. Hoffen wir, dass die Zeit des Wartens (lieferbar angeblich ab Juli) nicht wie beim NS7 ausfällt.

Wider meiner Skepsis scheint der NS7 bei den Leuten anzukommen. Die Controllerlösung mit motorisierten 7" Plates, Mixer, interner Soundkarte und der Software SERATO ITCH wurde von vielen Leuten auf "Scratchtauglichkeit" geprüft. Das Fazit war hauptsächlich positiv und Kaufabsichten werden nur noch vom Preis (1500 Euro) behindert. Ich muss gestehen, dass ich anfänglich keine Zielgruppe für das Gerät sah und nun, wie ein Politprofi, langsam mit dem zurückrudern beginne. 🙂

Die Belgier von PERCUSSA basteln weiter an ihren verrückten Audio Cubes. Vorgestellt wurde das VST Wrapper, mit denen sich die Würfel nun zum steuern von VSTs in DAWs wie Ableton, Cubase oder FL-Studio nutzen lassen. Mit DeckaBridge gibt es einen ähnlichen Ansatz um kreativ mit den Cubes und einer DJ-Software (Deckadance) zu arbeiten. Laut PERCUSSA soll der Ansatz auch auf TRAKTOR ausgeweitet werden.

Was gab es sonst noch? Der EKS OTUS RAW soll nun, entgegen der letztjährigen Ankündigung, nicht als abgespeckter OTUS kommen, sondern im Hauptunterschied zu diesem auch über physische Bedienelemente verfügen. NOVATION stellte die neue Version seiner Remote SL Controller vor. Für DJs dürfte besonders der tastaturlose ZERO von Interesse sein. Neu ist auch die zugehörige Automap3-Software.

Insgesamt verging die Zeit, trotz geringerer Ausstelleranzahl, wie im Flug. Da wir auch viel mit Business beschäftigt waren, blieb manch Schatz unentdeckt. So kommt es, dass man im Nachhinein von TRAKTOR SCRATCH Timecode 7"s erfährt, die der gute ZIEL100 am ECLER-Stand verteilt hat. Naja, vielleicht gewinn ich ja dafür beim Gewinnspiel, nicht wahr Matthias. 🙂
FeinFein
PS: Eine Freude war es uns Teile unseres erlauchten Leserkreises in Natur zu sehen. Und das noch mit Propaganda auf der Reckenbrust. 🙂

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