Überblick: Die fünf besten DAW für House & Techno

Überblick: Die fünf besten DAW für House & Techno

Features 15. November 2020

DAW steht für Digital Audio Workstation und ist einfach ein anderer Begriff für ein Programm zum Produzieren von Musik. Was sich in diesem Markt in den letzten zehn Jahren getan hat, ist einfach sensationell, nie waren die Programme leistungsfähiger und die Möglichkeiten zahlreicher. Was früher utopisch und undenkbar schien, wurde durch die digitale Revolution zur Realität - selbst auf einem Smartphone oder Tablet kann man durch die mobilen Miniatur-Musikstudios inzwischen einfach überall Musik komponieren und produzieren. Es gibt außerdem eine große Auswahl an verschiedenen DAWs, wodurch es gar nicht so leicht war, die fünf besten Programme zu ermitteln. Zwischen 200 und 600 Euro liegen die Preise für die Vollversionen unserer Kandidaten, das ein oder andere Premium-Paket mit zusätzlichem Content kann auch schon mal bei fast 800 Euro liegen. Um euch bei dieser Vielfalt bei der Wahl zu unterstützen, haben wir die fünf besten DAWs für das Produzieren von House & Techno zusammengestellt.

Ableton Live

Ableton Live ist unter elektronischen Musikern wahrscheinlich die uneingeschränkte Nummer 1 und selbst unter Produzenten anderer Genres findet die DAW aus Berlin immer mehr Anklang. Der Name, die reduzierte Optik und tolle Workflow-Features legen nahe, worum es bei Live geht: die Performance und den Live-Einsatz. Für Letzteren eignet sich besonders die Session-Ansicht, eine von Ableton eingeführte Form des GUIs, in der man Loops in die sogenannten Clips laden kann, um diese dort abzuspielen und um dort mit ihnen zu experimentieren, ohne sich auf ein bestimmtes Arrangement festlegen zu müssen. Besonders DJs profitieren von der Session-View beim Auflegen, das Produzieren über die herkömmliche Arrangement-Ansicht ist selbstverständlich aber auch möglich. Das Audio-Editing lässt etwas zu wünschen übrig, genau wie die Nutzung von Automationen, aber dafür wurde die Software vorrangig auch nicht gemacht.

Ableton Live gibt es in verschiedenen Versionen: 'Intro' (ca. 75 EUR), 'Standard' (ca. 300 EUR) und 'Suite' (ca. 600 EUR). Wie auch bei anderen Herstellern üblich unterscheiden sich die Versionen zum einen durch ihren Funktionsumfang der Software selbst, zum anderen durch die beinhalteten Instrumente und Sounds.

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Steinberg Cubase

Cubase von Steinberg gehört zu den Dinosauriern der DAW-Szene und alleine aufgrund der damit verbundenen Erfahrung heute zu den leistungsstärksten Optionen auf dem DAW-Markt. Kein Wunder also, dass nicht nur PC-basierte Filmkomponisten wie Hans Zimmer oder Junkie XL Cubase für ihre Soundtracks nutzen, sondern diese DAW auch in vielen Musik- und Projektstudios anzutreffen ist. Das Programm ist so konzipiert, dass eine komplette Produktion mit all ihren Einzelschritten in der DAW realisiert werden kann, von der ersten Idee bis zum finalen Mix. Und auch die Ausstattung kann sich sehen lassen: Comping-, Audio-Alignment- und VariAudio-Funktion für die Aufnahme und die Bearbeitung von Vocals sowie eine Mix-Console-History sind nur einige neue Features, durch die Cubase am Puls der Zeit bleibt. Der Kopierschutz wird durch einen Dongle gewährleistet; das mag nicht jeder User und auch die Einarbeitung kann aufgrund der Möglichkeiten, des Workflows und des GUIs eine Weile in Anspruch nehmen.

Eine der besten DAW für House & Techno: Cubase.

Cubase gibt es in insgesamt fünf verschiedenen Versionen: 'Pro' kostet ca. 600 EUR, 'Artist' ca. 350 EUR und 'Elements' ca. 100 EUR. 'AI' und 'LE', zwei noch stärker gedrosselte Versionen, gibt es beim Kauf von Hardware ohne Aufpreis dazu.

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Logic Pro X

Auch Logic gibt es schon lange und kam ursprünglich aus dem Hause Emagic, inzwischen wurde das Programm des Apple-Konzerns aufgekauft, kann nur noch dort erworben werden und läuft seitdem logischerweise auch nicht mehr unter Windows. Logic ist eine Allrounder-DAW der alten Schule, berücksichtigt vor allem herkömmliche Produktionstechniken bis hin zum klassischen Notensatz und wird deshalb auch von vielen mac-basierten Filmkomponisten genutzt. Neuere Features, die eher in Richtung elektronische Musik deuten, findet man zwar eher weniger, dennoch arbeitet man auch hier dran. So wurde nun in der neuesten Version zum Beispiel die schon aus Ableton bekannte Session-View implementiert. Da Apple auch beim Thema Audioproduktion einen eigenen Weg geht, können Drittanbieter-Plugins nur dann in den eigenen Workflow mit eingebunden werden, wenn sie im AU-Format erhältlich sind.

Eine der besten DAW für House & Techno: Logic.

Trotz des relativ großen Funktionsumfanges kostet Logic inzwischen nur noch knapp über 200 EUR und ist auch nur noch in der Vollversion erhältlich. Oft wird kritisiert, dass es weder gedrosselte Versionen oder eine Demo-Version gibt. Beim relativ geringen Preis für die Vollversion und der Tatsache, dass jeder Mac-User ja sowieso Zugang zu der sehr ähnlich aufgebauten Freeware-Software Garage Band hat, ist dies allerdings durchaus verständlich.

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Studio One

Studio One gehört zu den neueren DAWs und stammt ursprünglich aus der Feder von Matthias Juwan, der sein Handwerk als Programmierer bei Steinberg erlernte. Inzwischen gehört Studio One zur amerikanischen Marke Presonus und hat sich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem DAW-Markt entwickelt. So wird Studio One inzwischen auch von immer mehr Profis in den Bereichen Mixing und Mastering genutzt. Der Workflow der DAW ist mit der konsequenten Drag-and-drop-Philosophie durchzogen - vom Erstellen von Instrumentenspuren bis hin zu Effektkanälen - und damit nicht nur äußerst intuitiv, sondern auch sehr schnell zu bedienen. Somit ist Studio One also auch für Einsteiger top, denn die Einlernphase fällt verhältnismäßig kurz aus. Außerdem arbeitet Presonus eng mit seiner Community zusammen, so sind viele User-Wünsche in Updates zu finden.

Das Programm gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. 'Professional' kostet ca. 400 EUR und bietet den vollen Funktionsumfang der Software, 'Artist' wurde an einigen Stellen gedrosselt und kostet ca. 100 EUR, seit Version 5 sind nun aber Drittanbieter-Plugins möglich. 'Prime' ist die kostenlose Version für Einsteiger und solche, die den Workflow von Studio One in Ruhe testen wollen.

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FL Studio

Noch unter dem Namen Fruity Loops revolutionierte das Programm mit seinem einfachen Workflow den DAW-Markt, inzwischen hat sich FL Studio aber zu einer voll ausgestatteten Musiksoftware entwickelt, mit der sich die eigenen musikalischen Ideen komplett umsetzen lassen. Besonders in den Genres Hip-Hop und elektronische Musik findet FL Studio heute den meisten Anklang - Martin Garrix, Avicii, Deadmau5, Boi-1da, OZ und 9th Wonder sind sehr bekannte User. Das liegt sicherlich auch an der pattern-basierten Beat-Produktion, die den Workflow mit Hardware-Drum-Maschinen wie z. B. der MPC simuliert. Auch mit FL Studio kann man sehr schnell arbeiten, die Einarbeitung braucht aufgrund des Bedienkonzeptes allerdings seine Zeit. Besonders der Mixer wird von einigen Usern als umständlich empfunden.

Insgesamt gibt es vier verschiedene Versionen von FL Studio. Für Einsteiger ist 'Fruity' gedacht (ca. 90 EUR), 'Producer' bietet die DAW dann bereits fast ohne Einschränkungen (ca. 190 EUR). 'Signature' bietet dann noch mehr Plugins (ca. 290 EUR). Wer noch mehr möchte, muss für das All-Plugins-Bundle dann deutlich mehr berappen (ca. 790 EUR). Erwähnenswert ist die Tatsache, dass FL Studio alle zukünftigen Updates auf Lebenszeit kostenlos anbietet.

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Veröffentlicht in Features und getaggt mit ableton live , DAW , FL-Studio , House , Logic Pro X , Producing , Steinberg Cubase , Studio One , Techo

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Redaktion

1 Kommentare zu "Überblick: Die fünf besten DAW für House & Techno"

Thomas 18. November 2020 • 14:20 Uhr

Bitwig would be a nice addition especially for electronic music.

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