STANTON SCS.4DJ – Review

STANTON SCS.4DJ – Review

Archiv 28. September 2011

Weg vom Computer, hin zum All-in-One Standalone Gerät. So lautet das Motto von Stanton’s neuer Mediakonsole SCS.4DJ. Wir haben getestet, ob man den Laptop nun tatsächlich zuhause liegen lassen kann.

SCS stand schon immer für Innovation. Bereits die motorgetriebenen SCS.1D oder auch die auf Ribbon ausgelegte SCS.3 Serie brachten neue und vor allem ungewohnte und bisher kaum da gewesene Features. Leider konnten sich weder SCS1 noch SCS3 großflächig durchsetzen und fristeten stets einen gewissen Exotenstatus. Zum einen mag es daran liegen, dass viele User einfach noch nicht so weit waren und sich lieber an klassische und bekannte Technik hielten, und zum anderen blieb sehr oft eine gewünschte Nachhaltigkeit aus. Soll heißen, nach Abflachen der ersten Rumors fehlte immer ein wenig das Wiederaufleben von Seiten des Herstellers. Erst als es schon fast zu spät war, hat Stanton dann mal reagiert und der SCS Geschichte einen Push verpasst – aber eben erst dann, als die Sache für die meisten User schon durch war.
Der SCS.4DJ jedenfalls hat vom Konzept her durchaus das Potential, ein bahnbrechendes neues Produkt zu werden. Denn reine Standalone Konsolen sind aktuell noch absolute Mangelware, und außer dem Nextbeat von Wacom fällt mir spontan auch sonst kein Gerät ein, das zwei Decks, einen vollwertigen Mixer und eine integrierte DJ-„Software“ mit Musikverwaltungsoption vereint.

Die Hardware
Mit knapp 44 x 30 cm (BxT) und einer Höhe von rund 8 cm ist der SCS.4DJ ähnlich groß wie z.B. ein VCI-300, und das Gesamtgewicht von 2,3 kg läßt auf die vorwiegend verwendeten Materialien schließen, nämlich Kunststoff soweit das Auge blickt. Im Prinzip ist das ja auch erstmal nix Schlechtes, aber bei näherer Betrachtung wirkt der SCS.4DJ schon ein wenig „billig“ und nicht gerade 1000% bulletproof hardcore-roadtauglich. Während sich die Potis trotz ihrer sehr glatten Gummikappen solide und mit kaum seitlichem Spiel drehen lassen, haben die Line- und Pitchfader da schon deutlich mehr Freiraum und wackeln munter quer zu ihrer eigentlichen Bewegungsrichtung. Beim linken Linefader hört und fühlt man ein geringfügiges Schleifen, zwar nicht viel aber dennoch deutlich anders als sein Kollege von Deck B. Die Jogwheels haben einen fest vorgegebenen und nicht einstellbaren Drehwiderstand, 12cm Gesamtdurchmesser (wovon abzüglich dem gummierten Rand noch 9,5cm touch-sensitive „Scratchfläche“ übrig bleiben) und machen einen robusten Eindruck. In der Mitte des Geräts thront ein großes Drehrad, das für das Trackbrowsing & Durchscrollen der Settings dient, und sonst eigentlich keine weitere Aufgaben besitzt. Teilweise finde ich die Auflösung viel zu fein, so dass man ganz schön drehen muss um zum gewünschten Ziel zu gelangen. 49 Buttons (falls ich richtig gezählt habe) übernehmen die übrigen Funktionen und reagieren dabei größtenteils auch zuverlässig. Umso ärgerlicher ist es daher, dass dies nicht für alle Knöpfe zutrifft und man bei einigen schon sehr genau zielen muss, um die entsprechende Funktion auszuführen. Dies macht sich dadurch bemerkbar, dass man entweder deutlich stärker drücken muss als bei anderen Buttons, oder aber nur eine ganz bestimmte Stelle am Taster auf den Druck reagiert.
Im Inneren werkelt ein kleiner Computer mit aufgespielter DJ-Software und einem internen Speicher, der jedoch ausschließlich für das Betriebssystem, die Software & deren Einstellungen und ein paar Demo-Inhalte vorgesehen ist. Für eigene Tracks muss man dann auf USB Fash-Speicher zurückgreifen, für die es insgesamt vier USB 2.0 Ports gibt: einer auf der Oberseite, einer hinten am Gerät und weitere zwei im Festplatten-Aufbewahrungsfach, das über einen abnehmbaren Deckel auf der Unterseite zu erreichen ist. An den Ports lassen sich dann beliebige, treiberfreie und mit NTFS, FAT32 oder HFS+ formatierte USB-Datenträger beliebiger Größe anschließen und auslesen bzw. über die Aufnahmefunktion auch beschreiben, um seine Sets mitzuschneiden. Allerdings ist trotz unlimitierter Speichergröße bei spätestens 20000 Tracks Feierabend, da das Gerät pro Device nicht mehr Songs verwalten kann. Ferner dient der USB-Port auch noch zur Verwendung einer externen Tastatur, mit der sich per vorgegebener Hotkey-Belegung fast alle Funktionen auch damit steuern lassen, sowie die entsprechenden Begriffe in der Suchfunktion eingegeben werden können. Ohne Tastatur müsste man hier die Buchstaben und Zeichen einzeln per Drehrad auswählen und bestätigen. Neben den bereits erwähnten vier USB-Buchsen vom Typ A ist auch noch eine USB-B Buchse zu finden, mit der das Gerät an einem PC angeschlossen und als MIDI-Controller verwendet werden kann.
Für die Ausgabe des Master-Audiosignals stehen wahlweise zwei 6,3mm Klinkenbuchsen (symmetrisch) oder ein Cinch-Pärchen (unsymmetrisch) zur Verfügung, der Kopfhörerausgang (mit Cue-Master Mixfunktion) ist als 6,3mm und 3,5mm Anschluß ausgelegt und auch ein regelbarer Mikrofoneingang (ohne Equalizer) über 6,3mm Klinke ist ebenfalls vorhanden. Einen eigenen Booth-Out gibt es zwar nicht, aber man kann die beiden Master-Ausgänge auch ohne Weiteres parallel betreiben, nur eben deren Lautstärke nicht getrennt regeln.

Das Display
scs4_2aMit 4,3 Zoll bzw. 11cm in der Diagonalen und mehrfarbiger Darstellung lassen sich die Infos im Prinzip ganz gut ablesen, aber teilweise erscheint die Auflösung etwas zu hoch gewählt, bzw. werden sehr viele Infos auf sehr kleinem Raum angezeigt, was gerade beim Browsen durch die Tracks und Playlisten eine relativ kleine Schriftgröße zur Folge hat. Teilweise ist man also geneigt, sich des öfteren Richtung Display zu beugen, um alles richtig ablesen zu können. Die farbige Waveform bildet das Frequenzspektrum eines Tracks ab (ähnlich wie bei Serato Scratch/Itch oder neuerdings auch Traktor 2), aktivierte bzw. inaktive Loops und deren Länge sind an einer blauen Hintergrundmarkierung zu erkennen. Sind in den Tags der Musikdateien die Coverbilder gespeichert, so werden diese im SCS.4DJ auch angezeigt. Sobald ein Track eine gewisse Restzeit unterschreitet (einstellbar in 5, 10, 20 oder 30 Sekunden), fängt die Titelinfo an rot zu blinken und die Gesamt-Wavedarstellung in der „Home“-Ansicht ändert sich ebenfalls von hellgrün (Deck A) bzw. hellblau (Deck B) zu rot. Für beide Decks lassen sich im Display auch noch der aktuelle Pitch- und BPM-Wert sowie der ausgewählte Effekt ablesen.
Änderungen an den Systemeinstellungen lassen sich über das Display mit Hilfe des großen Drehrades, den darüber liegenden „Enter-“ und „Back-„Buttons und den 8 Tastern rechts und links neben der Anzeige schnell und einfach erledigen. Etwas friemeliger wird da schon die Umsortierung von Playlisten oder das Nutzen der Suchfunktion, bei der man (ohne angeschlossener Tastatur) jeden Buchstaben einzeln „erdrehen“ und bestätigen muss.
Etwas kurios ist der Menüpunkt „Videoplayer“ in den Settings, mit dem sich auffindbare (d.h. auf den USB-Speichern befindliche) AVI-Dateien auf dem Display abspielen und über die Playbuttons bzw. Jogwheels steuern lassen. Da der SCS.4DJ keinen Videoausgang besitzt, bleibt der Sinn dieses Features irgendwie im Verborgenen. Außer natürlich, man nutzt das Gerät als Mini-Videoplayer, wobei Mini hier eigentlich nur auf das Display zutrifft. Wie gesagt, kurios.

Die Bedienung
Alles beginnt mit dem Einschalten des SCS und dem Bestaunen der pompösen Einschaltanimation. Bis zum Erreichen der Betriebsbereitschaft vergehen knapp 25 Sekunden, was für einen Media-Player zwar recht lang erscheinen mag, jedoch mit der Berücksichtigung, dass sich im Grunde ein Computer samt Software hinter der ganzen Sache verbirgt, eigentlich gar nicht so langsam ist. Nach dem Hochfahren werden die angeschlossenen Speichermedien gescannt und auf un-analysierte Files überprüft. Die Analyse eines Tracks nimmt ca. 1/5 seiner tatsächlichen Spieldauer in Anspruch, was beim erstmaligen Anschließen eines Sticks mit mehreren hundert Titeln dann schon mal etwas länger dauern kann. Hierzu ein kleines Rechenbeispiel: ein Datenträger mit 1500 Titeln à 4 Minuten Spielzeit im Durchschnitt braucht also insgesamt 1500 x 4 Min. (= 6000 Minuten)  x 1/5 = 1200 Minuten bzw. 20 Stunden für die Analyse aller Tracks. Laufende Analysejobs erkennt man an einem speziellen Symbol im Display und im Browser sind die Tracks ebenfalls anders dargestellt. Sobald ein Lied einmal analysiert wurde, sind alle relevanten Informationen in der Datenbank hinterlegt und damit beim Laden des Tracks in ein Deck sofort verfügbar. Die Datenbank wird dabei ebenfalls auf den USB-Stick oder die USB-Festplatte geschrieben, weshalb diese Ordner nicht gelöscht werden sollten, falls man das Speichermedium zum Aufspielen neuer Tracks an den Rechner anschließt. Sollte bei der Analyse die Geschwindigkeit eines Tracks einmal nicht korrekt erkannt worden sein oder das Beatraster nicht 100% auf den Downbeats sitzen, kann man dies über das Display vom SCS korrigieren und dann berichtigt abspeichern. Die BPM-Engine arbeitet aber relativ zuverlässig, wie ich im Test feststellen konnte.
Das reine Abspielen und Steuern der Musikfiles funktioniert sehr akkurat und flüssig. Die Jogwheels reagieren präzise auf Drehung, sowohl beim Pitch-Bending als auch zum Scratchen. Glaubt man jedoch der Displayanzeige bzgl. der Pitchausflösung, so kann das manuelle Angleichen teilweise zum echten Glücksspiel ausarten. Der Pitchbereich läßt sich auf ±5%, ±10, ±25 oder +25%/-100% einstellen, und laut Display sind die minimal möglichen Änderungsschritte (in gleicher Reihenfolge wie die genannten Ranges) 0,05%, 0,10%, 0,20% bzw. +0,20%/-1,00%. Mit den 6cm langen Pitchfadern muss also ganz schön filigran gearbeitet werden, um auf das richtige Ergebnis zu kommen. Wenn man allerdings seine Tracks alle analysiert und ggf. korrigiert hat, kann man das Angleichen auch von der Autosync-Funktion übernehmen lassen, die sowohl BPM als auch Phase an den laufenden Track anpasst, was im Test immer zuverlässig funktioniert hat. Pro Deck gibt es die Möglichkeit, über das Aktivieren der Keylock-Funktion die Tonhöhe beim pitchen zu korrigieren. Bis ±10% Tempoänderung klingt das Ergebnis auch wirklich passabel, alles darüber oder darunter erzeugt teils deutlich hörbare Artefakte und man sollte lieber den typischen Mickeymouse-Effekt in Kauf nehmen, der das wesentlich geringere Übel darstellt. Über das Settingsmenü kann man beim Starten und Stoppen über die Playtaste die Anlauf- und Abbremsgeschwindigkeit in vier Stufen (langsam, mittel, schnell, ohne) einstellen, ebenso das Reagieren beim Loslassen der touchsensitiven Fläche vom Jogwheel.
Der Mixerbereich ist bestück mit zwei Linefadern, einem Crossfader, 3-Band Isolator-EQ (OFF/+6dB), Cue-Buttons zum Vorhören und eine Rec-Taste, um die Aufnahme zu starten, die dann auf den USB-Speicher in CD-Qualität (16bit, 44,1kHz WAV) geschrieben wird. Sollten mehrere Sticks oder Festplatten angeschlossen sein, kann man vorher auswählen, wo die Mitschnitte abgespeichert werden sollen. Ist der Datenträger voll, so endet die Aufnahme automatisch und man kann ein neues Medium bestimmen und weiter recorden. Über die Settings hat man insgesamt 5 Crossfaderkurven zur Wahl, die sich (abgesehen von „Schnellschnitt“, das bedeutet „fast cut“ 1:1 übersetzt) aber eher marginal voneinander unterscheiden. Ebenfalls ist die Seitenumkehrung (sprich CF-Reverse) machbar, nicht jedoch eine komplette Deaktivierung. Die Kreuzblende ist also immer aktiv. Zum Aussteuern des Ausgangspegels gibt es eine Stereo-LED-Kette und die beiden Kanalpegel werden über eine dreifarbige LED angezeigt. Auf einen Gainregler wurde leider komplett verzichtet und so muss man sich auf den analysierten Wert und die Autogain-Funktion (die permanent aktiv ist) verlassen. Gerade bei selbst digitalisierten Tracks, die u.U. einige Pegelspitzen (z.B. durch Staub auf der Platte) beinhalten, hat man also keine Möglichkeit, am entsprechenden Kanal lauter zu drehen. Abhilfe schafft hier eigentlich nur ein selbst generierter Headroom, indem man die Linefader nur auf 3/4 Level hochschiebt, um über das restliche Viertel dann leise Tracks noch ein wenig pushen zu können. Schön wäre es, wenn sich wenigstens der durch die Analyse errechnete Gainwert eines Tracks individuell anpassen ließe, um falsche Auswertungen (die ja im Prinzip eigentlich gar nicht falsch sind, sich aber dennoch am lautesten Pegel orientieren) zu korrigieren.
Jedes der beiden Decks hat eine Loop-Funktion, bei der per Knopfdruck eine vorgegebene Looplänge (1, 2, 4, 8 oder 16 Takte; kann nur in den Settings voreingestellt werden) gesetzt wird, die sich anschließend schrittweise bis 1/16 Takt halbieren oder auf die vollen 16 Takte verdoppeln läßt. Nach dem Deaktivieren und Weiterspielen vom Track gelangt man per Reloop zurück in den vorher gesetzten Loop. Wird stattdessen erneut der Loop-Button gedrückt, so wird auch ein neuer Loop gesetzt, wieder mit der entsprechenden Looplänge aus den Voreinstellungen. Die Loops lassen sich frei oder quantisiert setzen, d.h. der Loop richtet sich nach dem Beatgrid. Dies wird über die „Eínrasten“ Option im Display eingestellt und setzt den Startpunkt des Loops an den letzten bzw. nächsten Grid, je nach dem wann man den Loop aktiviert. Bis zur ersten Hälfte zwischen zwei Beats geht es zum letzten Grid zurück, alles danach wird auf den folgenden Grid gelegt. Die Loops sind immer nur temporär gesetzt und werden nicht dauerhaft gespeichert. Wo man hier vielleicht auch gleich mit erwähnen könnte, dass pro Track ein fester Cuepunkt gespeichert werden kann, an den der Track beim Laden ins Deck springt, sofern man dies so eingestellt hat. Die beiden anderen Verhalten beim Laden wären „Springe zum Dateianfang“ & „Gehe zum Audiostartpunkt“, wobei die beiden sich dadurch unterscheiden, dass entweder komplett am Trackanfang begonnen wird oder erst da, wo die Waveform auch tatsächlich ihre erste Auslenkung erfährt.
Da heutzutage ja scheinbar nichts mehr ohne Effekte geht, hat Stanton also auch dem SCS.4DJ jedem Deck eine FX-Einheit mit 4 wählbaren Effekten (Filter, Flange, Slice & Delay) spendiert. Zur Modulation stehen jeweils zwei Drehregler zur Verfügung, den aktuellen Amount-Wert und welcher Effekt ausgewählt wurde kann man dann ebenfalls im Display ablesen. Beim „Slice“ ist mir aufgefallen, dass die Timing-Änderung teilweise nur sehr träge wiedergegeben wird. Wenn ich z.B. den Slice von 4 Beats auf 1/2 Beat drehe, springt der hörbare Effekt erst deutlich später auf den neuen Wert. Weiterhin gibt es beim Filter (bipolar, LoPass nach links, HiPass nach rechts) einen LFO, der aber anscheinend erst nach dem Filter greift (also erst wird gefiltert, danach wird oszilliert) und bei langem Timing (1 Beat & mehr) kaum hörbar ist, bei kurzen Raten (1/2 bis 1/16) irgendwie seltsam klingt. Das schlimmste Manko ist aber der Button für Slice, da dieser nur auf genau anvisierten Klick am linken Rand des Knopfes richtig reagieren will. Hier kommt das zum Tragen, was ich oben bereits angesprochen habe: die Buttons sind teilweise sehr eigenwillig und unzuverlässig, hier scheint ein mechanisches oder bauartbedingtes Problem vorzuliegen. Da dieser SCS bereits das zweite Gerät ist und wir beim ersten auch schon ähnliche Probleme (allerdings mit anderen Buttons) hatten, kann man einen absoluten Einzel- & Ausnahmefall wohl ausschließen. Erst, wenn man ganz bewußt die richtige Stelle vom Button drückt (und die ist im Fall vom Slice-Button NICHT mittig, wie man annehmen könnte), reagiert das Gerät so wie es soll. Sobald man ohne nachzudenken drückt, wird es zum Glücksspiel ob was passiert oder nicht. Und das für ein Gerät dieser Preisklasse nicht gerade ein Pluspunkt. Inwiefern sich dieses Tastenverhalten dann nach längerem Gebrauch weiter verschlechtert oder gar auf zuvor nicht  betroffene Tasten ausweitet, läßt sich aktuell nicht abschätzen. Aber es wäre auf jeden Fall denkbar.
Wer keine Lust auf selber mixen hat, kann dies vom AutoDJ übernehmen lassen. Diverse Überblendmöglichkeiten stehen dabei in den Systemsettings zur Verfügung. Zum automatischen Abspielen richtet man sich eine Playliste ein und aktiviert den „AutoDJ“, und sobald der erste Track in ein Deck geladen und gestartet wird, spielt der SCS.4DJ alle Titel in der gespeicherten Reihenfolge ab.
Zu guter letzt bleibt noch die Option, den SCS als MIDI-Controller zu verwenden. Dies kann über das Settingsmenü ausgewählt bzw. aktiviert und der MIDI-Kanal bestimmt werden. Über die rückseitige USB-B Buchse kommuniziert das Gerät dann mit dem Computer, und bis auf die beiden Drehregler für Mastervolume und Mikrofon-Eingangspegel sind alle übrigen Tasten, Fader und Potis in der MIDI-fähigen Software frei belegbar. Hätte Stanton dem SCS.4DJ auch noch ein Laptop-kompatibles Audio-Interface spendiert, wäre die MIDI-Funktion ein feines Zusatzfeature. Aber da der Soundgenerator nur im Konsolenmodus funktioniert, wirkt die MIDI-fizierung ein wenig verwaist und unpassend zum restlichen Konzept.

Das Fazit
Unsere Vorfreude war groß, da wir eigentlich eine kleine Revolution erhofft haben. Der SCS.4DJ geht auf jeden Fall einen neuen Weg, bietet einige gute und innovative Ansätze und wird mit Sicherheit wieder Pate stehen für die Nachzügler, die bald mit ähnlichen Features aufwarten werden. Leider haben uns aber einige Punkte zu sehr gestört, als dass wir dem Gerät eine bedingungslose Kaufempfehlung aussprechen könnten. Als Beispiele seien hier die nicht 100% fehlerfreien Buttons oder auch die fehlende Gain-Funktion genannt, wobei sich letzteres wenigstens durch den Linefader-Workaround kompensieren ließe. Aber optimal ist das nicht und immer ein bisschen mit Kompromissen verbunden.
Positiv zu erwähnen ist aber die Verbesserungs- und Upgradefähigkeit via Firmware, da eben alles über eine integrierte Software läuft. Und genau HIER ist wohl auch der zukunftsweisende Aspekt bei Standalone-Geräten zu sehen: wer weiss, wann das erste Embedded DJ-Programm erscheint, das sich dann auf solche Geräte aufspielen läßt!? So könnte der User eben selbst entscheiden, was er nutzen möchte und welche Features ihm wichtig sind. Eben ähnlich, wie es heute schon Usus ist bei Laptops, wo jeder sein DJ-Tool selbst auswählen kann. Und genau dann haben wir eigentlich den Punkt erreicht, wo der Rechner tatsächlich zuhause bleiben kann. 🙂

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