Überblick: USB-Sticks für DJs – Tipps und Auswahl

Überblick: USB-Sticks für DJs – Tipps und Auswahl

Features.7. März 2022

DJ USB-Stick: Durch die Omnipräsenz digitaler USB-Medienplayer wie dem Pioneer DJ CDJ-3000 und SC6000 von Denon DJ sowie DJ-Workstations Prime 4 und XDJ-XZ in Clubs, Diskotheken und auf Festivals hat sich der DJ-Workflow in den letzten Jahren gewandelt. Die zuvor oft eingesetzten CDs wurden sukzessive durch praktische kleine Massenspeicher ersetzt, die locker in die Hosentasche passen. Aber nicht nur die Baugröße macht diese Art des Songtransports so attraktiv, sondern auch die integrierte Songverwaltung (per Playlisten) ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Die Auswahl ist riesig und daher ist es nicht leicht, den passenden DJ USB-Stick herauszupicken. Wir haben daher versucht, ein paar geeignete Sticks zu identifizieren.

Relavante Hardware Specs

Bei der Auswahl eines passenden USB-Sticks sollte man auf folgende Kriterien achten:

• Geschwindigkeit
• Speichergröße
• Verarbeitung

Während die Lesegeschwindigkeit für den Playereinsatz problemlos von modernen Sticks erreicht wird, da selbst der in die Jahre gekommene USB-2.0-Standard für alle Dateiformate inklusive WAV und AIFF ausreichend ist, sorgt eine höhere Schreibgeschwindigkeit für einen größeren Komfort beim Kopieren der Songs. Wir empfehlen somit Sticks mit mindesten USB 3.0 (3.2 Gen 1), da diese nur unwesentlich teurer sind als USB-2.0-Geräte. So wird die Übertragung von Songs aus den Vorbereitungsprogrammen Rekordbox oder Engine Prime nicht zum Geduldsspiel. Jeder halbwegs aktuelle Computer ist mittlerweile mit USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet.

Die meisten Hersteller geben die Lese- und Schreibgeschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde an, wobei hier die real gemessenen Werte meistens unter den angegebenen Werten liegen. Auf der hier verlinkten Webseite finden sich Realmessung von zahlreichen USB-Sticks.

Nachstehend findet ihr theoretisch mögliche Übertragungsgeschwindigkeiten für aktuelle USB-Typen. USB 3.2 haben wir aufgrund der nicht kompatiblen Steckerform (USB-Tyc C) nicht berücksichtigt.

• USB 2.0 bis zu 60 MB/s
• USB 3.0 bis zu 625 MB/s
• USB 3.1 bis zu 1250 MB/s

Bei der USB-Stick-Klassifizierung muss man zudem etwas aufpassen, da sich hier die Bezeichnungen in den letzten Jahren etwas geändert haben.

Aktuell lauten die USB-Typ-Bezeichnungen:

• USB 3.0 >> USB 3.2 Gen 1x1
• USB 3.1 >> USB 3.2 Gen 2x1
• USB 3.2 >> USB 3.2 Gen 2x2 (x2 steht für zwei Datenströme)

Die Speichergröße eines Sticks bestimmt, wie viele Tracks sich mitführen lassen. Während Tracks im WAV-Forma ca. 50-60 MB groß sein können, sind 320er MP3s um die 10 MB groß. Ein 32 GB großer USB-Stick erlaubt somit den Transport von ca. 3200 MP3- bzw. 640 WAV-Dateien. Hersteller Pioneer DJ empfiehlt USB-Sticks bis zu einer Größe von 128 GB und SD-Karten bis maximal 32 GB, Denon DJ gibt keine Größenlimits für USB-Sticks an und erlaubt SD-Karten bis zum SDXC-Standard (2 TB). Zudem werden USB-3.0- und Class U1- oder U3-SD-Karten empfohlen.

Aufpassen sollte man auch bei der Formatierung der Datenträger. Hier unterstützt Pioneer DJ für SD-Karten FAT 16&32 und für Sticks zusätzlich HFS+. Denon DJ empfiehlt exFAT, funktionieren sollten laut Hersteller aber auch FAT32 APFS/HFS/HFS+ (macOS) und NTFS (Windows).

Bei der Verarbeitung von USB-Sticks gibt es diverse Meinungen, die weit auseinander liegen können. Das hat zum Teil damit zu tun, das jede:r DJ eigene Erfahrungen in der Handhabung und Mobilität macht und vieles auch über Mundpropaganda weitergetragen wird. Grundsätzlich setzt man im professionellen DJ-Bereich auf Langlebigkeit bzw. Zuverlässigkeit, damit es auf dem Floor nicht plötzlich still ist.

Ob aus Metall oder Kunststoff, groß oder klein, mit Kappe oder lieber versenkbar - das hängt vom persönlichen Umgang ab. Viele DJs nutzen lieber extrem flache USB-Sticks, weil es beim Auflegen schon dazu kam, dass Berührungen am USB-Slot des Players zu Unterbrechungen geführt haben. Sehr kleine USB-Sticks und vor allem SD-Karten werden andererseits aber auch gerne übersehen, vergessen und gehen leichter verloren.

USB-Sticks aus Metall lassen sich am Schlüsselbund transportieren und sind weniger empfindlich. Schützt man seine Auflege-Sticks aber sowieso in einem Case, dann spielt das verwendete Material eher eine nachgestellte Rolle. Man sollte sich beim Gehäuse nur sicher sein, dass es nicht viel breiter als ein USB-A-Stecker ist, sodass wenn man am Rechner zwei USB-Ports direkt nebeneinander liegen hat, beide noch nutzbar bleiben. Das kann z. B. dann zum Tragen kommen, wenn man schnell einen Notfall-USB-Stick vorbereiten möchte und einer der beiden Slots beispielsweise mit einem genutzten Audio-Interface belegt ist.

Welcher USB-Stick soll es sein?

Grundsätzlich sollte man die Finger von No-Name-Produkten lassen und wenn es keine Angaben zur Lese- und Schreibgeschwindigkeit gibt ebenfalls. Selbst USB-3.0-Sticks können dann langsamer sein als USB-2.0-Sticks. Meistens ist hier der niedrige Preis ein Indiz dafür. Bei den meistgenutzten USB-Sticks und SD-Karten unter DJs sticht ein Markenname immer wieder heraus, wenn es um dauerhafte Datensicherheit geht: SanDisk.

SanDisk Extreme PRO 128 GB USB-Stick

Der SanDisk Extreme PRO hat ein kompaktes Aluminiumgehäuse und einen Schiebemechanismus, der den USB-A-Stecker bei Nichtgebrauch schützt. Eine blaue Status LED informiert den:die User:in über Schreib- und Leseaktivtiäten. Der Stick hat die Abmessungen 71 x 21 x 11 mm (LxBxH) und gehört zum Lager der USB-3.2-Gen-1-Geräte. Seine Schreibgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 380 MB/s, was auch in einem Realtest bestätigt wurde. Für den Stick werden ca. 38 Euro fällig.

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Corsair Flash Voyager GTX 128 GB USB-Stick USB 3.1

Der Corsair Flash Voyager GTX 128 GB USB-Stick hat ein stabiles Gehäuse aus einer Zinklegierung und bietet fünf Jahre Herstellergarantie. Der schnelle 3D-NAND-Speicher ermöglicht Lesegeschwindigkeiten von gemessenen 411 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 358 MB/s. Der Stick misst 78 x 26 x 10 mm und ist mit veranschlagten 55 Euro leider nicht gerade ein Schnäppchen.

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Transcend 128 GB JetFlash 810 USB 3.1 Gen 1

Wer einen besonders robusten USB-Stick sucht, kann sich den Transcend 128GB JetFlash 810 näher anschauen. Der Stick erfüllt die U.S MIL-STD-810G 516.6 Falltest-Standards und hat ein wasser-, schmutz- und staubresistentes Gummigehäuse. Er misst ‎63 x 20 x 9 mm, wiegt 10 Gramm und wird für günstige 22 Euro angeboten. Kleiner Haken: die Schreibgeschwindigkeit liegt mit 42 MB/s leider eher im unteren Bereich.

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Patriot Supersonic Rage Pro USB 3.2 Gen 1 High-Performance 128 GB USB Stick

Ein ebenfalls recht günstiger Stick ist der Patriot Supersonic Rage Pro. Der mobile Speicher kostet weniger als 30 Euro, ist 59 x 21 x 8 mm groß und wiegt 11 Gramm. Sein Gehäuse ist mit Aluminium ummantelt und ein LED-Indikator informiert über eine Schreib-/Leseaktätigkeit. Die gemessene Schreibgeschwindigkeit liegt bei 300 MB/s und die Lesegeschwindigkeit bei 420 MB/s.

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Lexar Professional 2000x 32 GB SDHC UHS-II

Die Lexar Professional 2000x 32GB SDHC UHS-II wird oft im Video-/Fotokamera-Bereich empfohlen und bietet laut Hersteller eine Leseübertragungsgeschwindigkeit von bis zu 300 MB/s, eine Schreibperformance von bis zu 260 MB/s und genügt der Klasse 10, U3, V90 - damit auch als SD-Karte den Ansprüchen an einen DJ USB-Stick. Die Karte ist zudem temperaturbeständig (bis 70 Grad), stoßfest (bis 200 G), vibrationsfest und röntgensicher.

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Fazit

Wenn man nach einem DJ USB-Stick sucht, ist das Angebot extrem unübersichtlich und verändert sich relativ schnell. Ein oben genannter USB-Stick kann daher schon morgen wieder aus dem Programm verschwinden. Für ca. 35 Euro bekommt ihr aktuell einen 128 GB Stick, wobei die Preise und Verfügbarkeiten in der aktuellen Chipkrise natürlich recht volatil sind. Um fürs Auflegen mit einem Mediaplayer trotzdem einigermaßen auf der sicheren Seite zu sein, habe ich folgende Merkliste erstellt, die nach Belieben gerne persönlich in den Kommentaren ergänzt werden kann:

  • Wir empfehlen USB-3.0-Sticks, die Anschaffung eines technisch überholten USB-2.0-Sticks lohnt sich nicht mehr.
  • Fürs Kopieren vom Rechner auf den Stick ist die Schreibgeschwindigkeit entscheidend. Die Lesegeschwindigkeit an den Mediaplayer kann man vernachlässigen.
  • Man sollte Markenprodukten den Vorzug geben, bei denen auch Lese- und Schreibgeschwindigkeit angegeben werden.
  • Ein DJ USB-Stick mit 128 GB Speicher bietet ausreichend Platz für umfangreiche Songsammlungen und erlaubt zusätzlich das Mitführen von fertigen Mixen, Aufnahmen und Firmware-Updates etc.
  • Es kann zudem sinnvoll sein, eine Text-Datei mit einer Kontaktmöglichkeit (Adresse, Telefonnummer o. ä.) auf den Stick zu kopieren, um eine Rückführung im Verlustfall zu ermöglichen.
  • Man sollte sich über den Einsatzort und den Transport des USB-Stick Gedanken machen. Muss er robust sein, weil er am Schlüsselbund hängt, oder klein und kompakt, weil jemand am Player dagegenstoßen könnte?
  • Mit der FAT32 Formatierung sind die meisten Mediaplayer kompatibel.
  • Man sollte sich mindestens einen weiteren Backup-USB-Stick zulegen, falls der erste ausfällt oder verloren geht.
  • Für die Messung der Geschwindigkeit von Speichermedien gibt es unter Windows das kostenlose Programm Crystal Diskmark und unter Mac OS die App Blackmagic Diskspeed Test.

Veröffentlicht in Features und getaggt mit Corsair, dj, Lexar, Patriot, SanDisk, Transcend, usb stick

Geschrieben von:
Marius Pritzl