Überblick: USB-Sticks für DJs – Tipps und Auswahl

Überblick: USB-Sticks für DJs – Tipps und Auswahl

Features 31. März 2019

USB-Mediaplayer sind gegenwärtig weit verbreitet und bieten DJs den Komfort, bei leichtem Gepäck mit riesigen Tracksammlungen unterwegs zu sein. Für viele DJs heißt es mittlerweile: Tracks auf einen USB-Stick laden, Kopfhörer einpacken und los geht's! Doch welche USB-Sticks eignen sich zum Auflegen bzw. für die Nutzung mit DJ-Mediaplayern? Aktuell werden die meisten Mediaplayer im professionellen DJ-Bereich von Pioneer DJ und Denon DJ gestellt und heißen CDJ-2000NXS2, XDJ-1000MK2 oder SC5000. Aber auch Konsolen wie der XDJ-RX2 oder Denons Prime 4 saugen ihre Musik aus USB-Medien oder SD-Karten.

Da der Markt an USB-Sticks sehr unübersichtlich ist, haben wir ein paar Tipps und Empfehlungen für USB-Sticks zum Auflegen mit Mediaplayern zusammengestellt, die sowohl aus eigenen als auch Erfahrungsberichten anderer DJs stammen.

Worauf kommt es an?

Es gibt drei Faktoren, die beim Kauf eines USB-Sticks entscheidend sind:

  • Geschwindigkeit
  • Speichergröße
  • Verarbeitung

Grundsätzlich kommen die meisten USB-Mediaplayer mit der Lesegeschwindigkeit von USB 2.0 klar, selbst wenn man mit unkomprimierten Dateien im WAV-Format bis zu vier Player gleichzeitig füttert. Entscheidend für den Datentransfer von z. B. Rekordbox oder Engine Prime auf den Stick ist die Schreibgeschwindigkeit. Sofern man mit größeren Datenmengen arbeitet schafft USB 3.0 gegenüber USB 2.0 ca. das ZEhnfache mehr an Datenmenge pro Sekunde. Voraussetzung ist natürlich, dass der genutzte Rechner auch einen USB 3.0 Port besitzt. Die meisten Hersteller geben die Lese- und Schreibgeschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde an, wobei hier die real gemessenen Werte meistens unter den angegebenen Werten liegen. Mein SanDisk Extrem Go 64 GB USB 3.1 Stick soll mit angeblich (bis zu) 150 MB/s beschreibbar sein. Der Realwert liegt allerdings durch mein Macbook Pro 2014 mit USB 3.0 bei ca. 110 MB/s.

Dimension der Übertragungsgeschwindigkeiten von USB-Typen:
USB 2.0 bis zu 60 MB/s
USB 3.0 bis zu 625 MB/s
USB 3.1 bis zu 1250 MB/s

Die Speichergröße ist grundsätzlich davon abhängig, wie viele Tracks man mitführen möchte und in welchem Format diese sind. Während Tracks in WAV ca. 50-60 MB groß sein können, sind 320er MP3s um die 10 MB groß. Mit einem 32 GB USB-Stick kann man also ca. 3200 MP3s bzw. 640 WAVs mitnehmen. Die meisten Mediaplayer interessiert die Größe des USB-Mediums nicht, sodass man auch mit 128 GB USB-Sticks oder 256 GB SD-Karten arbeiten kann. Das gilt dann für USB 2.0, USB 3.0 und USB 3.1.

Bei der Verarbeitung von USB-Sticks gibt es diverse Meinungen, die weit auseinander liegen können. Das hat zum Teil damit zu tun, das jeder DJ seine eigenen Erfahrungen in der Handhabung und Mobilität macht und vieles auch über Mundpropaganda weitergetragen wird. Grundsätzlich setzt man im professionellen DJ-Bereich auf Langlebigkeit bzw. Zuverlässigkeit, damit es auf dem Floor nicht plötzlich still ist. Ob aus Metall oder Kunststoff, groß oder klein, mit Kappe oder lieber versenkbar - das hängt vom persönlichen Umgang ab. Viele DJs nutzen lieber extrem flache USB-Sticks, weil es beim Auflegen schon dazu kam, dass Berührungen am USB-Slot des Players zu Unterbrechungen geführt haben. Sehr kleine USB-Sticks und vor allem SD-Karten werden allerdings auch gerne übersehen, vergessen und gehen leichter verloren.

USB-Sticks aus Metall lassen sich am Schlüsselbund transportieren und sind gegenüber Stößen und Druck weniger empfindlich. Schützt man seine Auflege-Sticks aber sowieso in einem Case, dann spielt das verwendete Material eher weniger eine Rolle. Man sollte sich beim Gehäuse nur sicher sein, dass es nicht viel breiter als ein USB-A-Stecker ist, wenn man am Rechner zwei USB-Ports direkt nebeneinander liegen hat, damit beide noch nutzbar bleiben. Das kann z. B. dann zum Tragen kommen, wenn man schnell einen Notfall-USB-Stick vorbereiten möchte und einer der beiden Slots beispielsweise mit einem genutzten Audio-Interface belegt ist.

Welcher USB-Stick soll es sein?

Grundsätzlich sollte man die Finger von No-Name-Produkten lassen und wenn es keine Angaben zur Lese- und Schreibgeschwindigkeit gibt ebenfalls. Selbst USB 3.0 Sticks können dann langsamer sein als USB 2.0 Sticks. Meistens ist hier der niedrige Preis ein Indiz dafür. Bei den meist genutzten USB-Sticks und SD-Karten unter DJs sticht ein Markenname immer wieder heraus, wenn es um dauerhafte Datensicherheit geht: SanDisk.

Es wird hin und wieder auch positiv vom Kingston HyperX Savage und dem Samsung Memory Bar aus Metall berichtet. Auch bei den SD-Karten fällt der Name SanDisk mit der Extrem Serie sehr oft. Ich selbst nutze SanDisk Extreme Pro SD-Karten für Videoaufnahmen (man kann diese aber genauso gut fürs Auflegen nutzen) und kann deren Qualität und Geschwindigkeit nur weiter empfehlen.

Sandisk Extreme Go 64 GB USB 3.1

Leider hat Sandisk die alte Extreme Serie aus dem Sortiment genommen, sodass meine Empfehlung auf den etwas langsameren aber dennoch flotten Extreme Go 64 GB USB 3.1 ausfällt. Der USB-Stecker lässt sich bei diesem Stick mit einem Slide-Mechanismus im Gehäuse versenken, sodass er beim Transport geschützt ist. Er ist aus Kunststoff gefertigt und besitzt eine blaue LED, die während der Nutzung leuchtet bzw. abgemeldet pulsiert. Die Schreibgeschwindigkeit liegt bei ca. 110-140 MB/s und der Stick gehört zu den größeren Gehäusevarianten mit den Maßen 1,1 x 2,1 x 7,1 cm (BxHxL). Wem dieser Stick zu mittelmäßig ist, kann auch zum schnelleren Sandisk Extreme Pro greifen mit einer Schreibgeschwindigkeit von bis 380 MB/s. Diesen gibt es allerdings nur in der 128 bzw. 256 GB Variante.

USB-Stick für DJs.

Preis: ca. 20 EUR
Sandisk

Sandisk Ultra Fit USB 3.0 64 GB

Dieser USB-Stick ist extrem klein und unauffällig. Wenn er im Mediaplayer steckt, sollte ein versehentliches Berühren nicht gleich zu einer Hebelwirkung auf die USB-Buchse führen. Mit einer Schreibgeschwindigkeit von ca. 70 MB/s lässt er sich immer noch als recht schnell beschreiben. Leider verselbstständigen sich solche kleinen Gegenstände gerne oder man vergisst ihn, weil man ihn leicht übersieht. An dieser Stelle sei gesagt, dass der Stick recht schnell heiß wird, was aber keine bekannte Auswirkung auf seine Leistung hat. Aufgrund der sehr kleinen Maße von 0,9 x 1,5 x 1,9 cm (BxHxL) gibt es auch keine Öse oder Schlaufe, um ihn zu befestigen.

USB-Stick für DJs.

Preis: ca. 20 EUR
Sandisk

Kingston HyperX Savage 64GB USB3.0

Dieser USB-Stick ist zwar nicht so günstig, jedoch liefert er mit einer Schreibgeschwindigkeit von bis 180 MB/s einen rasanten Datentransfer, der sich - gerade wenn es mal wieder schnell gehen muss - auszahlt.

USB-Stick für DJs.

Preis: ca. 42 EUR
Kingston

Samsung USB 3.1 Flash Drive BAR Plus 64 GB

Mit dem Flash Drive BAR Plus bekommt man einen USB-Stick, der aus einem Unibody-Metallgehäuse besteht, welches sich auch zur Befestigung an einem Schlüsselring eignet. Das Gehäuse ist besonders robust und man wirbt damit, dass der Stick bis zu 72 Stunden in Salzwasser überlebt, stoßfest und magnetresistent ist und angeblich auch gegen Röntgenstrahlen immun bleibt. Mit einer Schreibgeschwindigkeit von ca. 60 MB/s liegt er in Sachen Datentransfer im Mittelfeld. Die größeren Varianten ab 128 GB sind etwas flotter.

USB-Stick für DJs.

Preis: ca. 20 EUR
Samsung

Sandisk Extreme Pro 64 GB SD-Karte

Mit dieser SD-Karte lassen sich sehr schnell Daten verschieben. Mit ca. 90 MB/s gehört sie zu den schnelleren Karten der Extreme Serie. Neben dem Auflegen eignet sie sich auch für Videoaufnahmen in 4K mit 150 MBit/s. Da SD-Karten an Mediaplayern meist komplett im Einschub verschwinden, vergisst man diese auch mal gerne. Für den Transport sollte man die Kontakte durch ein Case schützen.

SD-Karte für DJs.

Preis: ca. 44 EUR
Sandisk

Fazit

Der Markt von USB-Speichermedien ist extrem unübersichtlich und verändert sich relativ schnell. Deswegen können die oben genannten Produkte schon morgen wieder ihre Aktualität verlieren. In der Regel sollte man mit ca. 20 Euro für einen 64 GB USB-Stick rechnen. Um fürs Auflegen mit einem Mediaplayer trotzdem einigermaßen auf der sicheren Seite zu sein, habe ich folgende Merkliste erstellt, die nach Belieben gerne persönlich in den Kommentaren ergänzt werden kann:

  • Für kleinere Datenmengen, die vorher auf dem Rechner analysiert werden, reicht USB 2.0. Ansonsten empfiehlt sich bei größeren Datenmengen ab 100 Tracks USB 3.0.
  • Fürs Kopieren vom Rechner auf den Stick ist die Schreibgeschwindigkeit entscheidend. Die Lesegeschwindigkeit an den Mediaplayern kann man vernachlässigen, denn die wird in fast allen Fällen schon von USB 2.0 Sticks erreicht.
  • Man sollte nur Markenprodukte kaufen, bei denen auch Lese- und Schreibgeschwindigkeit angegeben werden.
  • Wenn man weiß, wie groß die Datenmenge der zu kopierenden Tracks ist, dann sollte man einen Speicher wählen, bei dem noch ein wesentlicher Teil frei bleibt. Diesen kann man für fertige Mixe, Aufnahmen und Firmware-Updates gebrauchen, oder einfach nur dazu, um Daten zu verschieben.
  • Man sollte sich über den Einsatzort und den Transport des USB-Stick Gedanken machen. Muss er robust sein, weil er am Schlüsselbund hängt, oder klein und kompakt, weil jemand am Player dagegenstoßen könnte?
  • Mit der FAT32 Formatierung sind die meisten Mediaplayer kompatibel.
  • Man sollte sich mindestens einen weiteren Backup USB-Stick zulegen, falls der erste ausfällt oder verloren geht.
  • Für die Messung der Geschwindigkeit von Speichermedien gibt es unter Windows das kostenlose Programme Crystal Diskmark und unter Mac OS die App Blackmagic Diskspeed Test.

2 Kommentare zu "Überblick: USB-Sticks für DJs – Tipps und Auswahl"

Bartek Schreiber 5. April 2019 • 9:36 Uhr

Diese USB Sticks sind echt geil??????????

Raphael 9. April 2019 • 21:01 Uhr

Warum ist der Corsair Survivor nicht in der liste?

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