Test: Numark Scratch – Battlemixer

Test: Numark Scratch – Battlemixer

Tests 27. Oktober 2019

DJ-Ausrüster Numark präsentiert den zweikanaligen Battlemixer Scratch, der inklusive der Software Serato DJ Pro ausgeliefert wird und vor allem digitale Performance-DJs ansprechen möchte. Die Ausstattung des Boliden umfasst daher nicht nur klassische Mixer-Features, sondern auch Controller-Komponenten zur Software-Steuerung. Was hat das kompakte Gerät zu bieten und wie schlägt es sich im Einsatz?

Mixer

Der Numark Scratch misst 320 x 245 x 108 Millimeter und wiegt nur knapp mehr als zwei Kilogramm. Wer das Gerät zu seinen Gigs mitnehmen möchte, kann das somit problemlos bewerkstelligen, zumal Hersteller wie UDG passende Transportlösungen anbieten. Die Verarbeitung des Mixers ist ansprechend und an der Qualität der verbauten Bedienelemente gibt es nichts zu bemängeln.

Der Numark Scratch von oben.
Der Battlemixer Numark Scratch wird inklusive Serato DJ Pro und DVS-Erweiterung ausgeliefert.

Kanäle

Die Oberfläche des zweikanaligen Mixers offenbart sich als aufgeräumter DJ-Arbeitsplatz mit symmetrisch angeordneten Bedienelementen. Die beiden Kanäle sind mit Dreiband-EQs, Gain- und Filterreglern sowie leicht gleitenden Kanalfadern ausgestattet. Zudem gibt es einen Crossfader (innoFader Mini) mit einer Hamster-Switch-Option und zwei wählbaren Kurvenverläufen. Auswahlschalter ermöglichen die einfache Selektion analoger oder digitaler Eingangssignale, und fünfstufige LED-Ketten erlauben die optische Überwachung der Deck- und Masterpegel.

Die Kanäle bieten zudem eine Reihe von Bedienelementen, die in Verbindung mit Serato DJ Pro genutzt werden können. Neben insgesamt acht Pads, die verschiedene kreative Funktionen steuern, gibt es gut erreichbare Taster und Wippen sowie einen Poti für die Effektkontrolle. Beide Kanäle sind außerdem mit doppelt belegten Loop-Encodern ausgestattet, die neben der Loop-Aktivierung die Navigation in der Songsammlung erlauben.

Der Numark Scratch von schräg oben.
Die beiden Kanäle sind identisch ausgestattet und verfügen über Bedienelemente zur Kontrolle der Software.

Anschlüsse

Die Rückseite des Numark-Geräts ist in drei Anschlussbereiche unterteilt, die sauber voneinander getrennt sind und eine einfache Verkabelung von Zuspielern, Lautsprechern und Computern erlauben. Im Bereich "Inputs" stehen zwei umschaltbare Line-/Phono-Eingänge sowie ein symmetrischer Combo-Eingang für ein Mikrofon parat. Der Bereich "Outputs" bietet XLR- und Cinch-Buchsen für das Mastersignal und ein weiteres Cinch-Pärchen für den Monitorweg. Die Kontaktaufnahme mit einem Computer gelingt via USB. Auf der Vorderseite des Mixers sorgen 3,5- und 6,3-Millimeter-Klinkenbuchsen für Kopfhörer für eine maximale Anschlussflexibilität.

Die interne Soundkarte arbeitet mit den branchenüblichen 24 Bit und 48 Kilohertz und ist mit vier Ausgangskanälen und sechs Eingangskanälen ausgestattet.

Das Numark-Gerät bietet im Bereich der Anschlüsse keine großen Überraschungen, wer oft zwischen CD-/Mediaplayern und Plattenspielern wechseln möchte, würde sich wahrscheinlich zwei zusätzliche Cinch-Eingänge wünschen, um ein ständiges Umkabeln zu vermeiden.

Die Rückseite des Numark Scratch.
Die Rückseite des Mixers ist klar strukturiert, eine Verkabelung ist problemlos möglich.
Die Vorderseite des Numark Scratch.
Zwei Kopfhörerbuchsen mit unterschiedlichen Durchmessern stehen auf der Vorderseite parat.

Digitales Mixing

Der Aufbau und die Inbetriebnahme des Numark Scratch werfen aufgrund des aufgeräumten Designs keine Fragen auf und auch die Verbindung zu einem Computer ist schnell hergestellt. Serato DJ Pro erkennt den Mixer und aktiviert die ab Werk hinterlegten Steuerungen selbsttätig, lediglich Windows-Anwender müssen einen zusätzlichen Treiber installieren.

Um das digitale System Serato Pro in Kombination mit dem Numark Scratch nutzen zu können, benötigt man zwei Timecode-Zuspieler. Entscheidet man sich für CD- oder Mediaplayer, kann man die Datei zum Brennen von CDs oder zur direkten Verwendung per USB-Stick von der Serato-Webseite herunterladen, möchte man lieber mit Plattenspielern arbeiten, müssen die entsprechenden Vinyls zusätzlich erworben werden (ab 36 EUR). Nach einem erfolgten Kalibrierungsvorgang lässt sich die gewünschte Timecode-Steuerungsart verwenden. Insgesamt sind während meines Checks keinerlei Probleme aufgetreten und die Steuerungen haben auch mit niedrigen Latenzeinstellungen zuverlässig funktioniert.

Der Numark Scratch dient in dieser Kombination als Steuerzentrale und kann Songs per gedrückter Shift-Taste und Loop-Encoder-Betätigung in die Decks laden. Diese Doppelbelegung ist leider nicht auf dem Gerät direkt ersichtlich und war allerdings auch der einzige Grund, einen Blick in das Gerätehandbuch zu werfen. Die Songs lassen sich mit den ordentlich zupackenden EQs und resonanzgekoppelten Dualmode-Filtern nach Belieben formen. Mit den Kanalfadern und dem sehr leicht gleitenden Crossfader, dessen Cut-Lag auf circa einen Millimeter reduzierbar ist, sind schnelle Cuts und Scratch-Manöver möglich, hier werden auch anspruchsvollere Nutzer voll auf ihre Kosten kommen.

Die Pads des Numark-Mixers haben einen definierten Druckpunkt und lassen sich per Auswahlschalter zum Setzen und Triggern von HotCue-Punkten, Abfeuern von Samples und zur Kontrolle der Roll-Funktion nutzen. DJ-Sets können mit diesen Funktionen kreativ ausgeschmückt werden, sicherlich bieten DJ-Controller hier in der Regel zwar mehr Optionen (acht Pads pro Deck und Mehrfachbelegungen), ich denke aber für einen Battle-Mixer geht das Gebotene in Ordnung.

Die Auswahl der Software-Effekte gelingt treffsicher über beschriftete Taster in der Mitte des Numark Scratch. Mit den Tastern lassen sich die praxisgerecht selektierten Effekte Echo, Delay, Flanger, Reverb, V. Echo und Phaser auswählen und per Poti die Effektstärke regeln. Die Aktivierung der Effektwege für die Decks erfolgt individuell mit Wippen. Die Wippen rasten ein, wenn sie nach oben gedrückt werden, und schnappen zurück, wenn man sie nach unten bewegt. Die Wippensteuerung für die Effekte lässt sich gemeinsam mit den Filter- und Loop-Drehreglern für spannende Sound-Formungen nutzen.

Analoges Auflegen & Mikrofoneinsatz

Der Numark Scratch kann alternativ auch als klassischer Zweikanalmixer in Kombination mit CD-Playern oder Plattenspielern zum Einsatz kommen oder im Mischbetrieb mit Serato DJ Pro. Für die eingehenden analogen Musiksignale aus den Zuspielern stehen Fader, Equalizer und Filter zur Verfügung, Effekte und andere Funktionen der Software lassen sich leider nicht nutzen.

Wer ein Mikrofon für Durchsagen oder MC-Einlagen an das Numark-Gerät anschließt, kann die Lautstärke und Frequenz der Stimmensignale bequem auf der Oberseite des Mixers regulieren, auf Mikrofoneffekte hat der Hersteller leider verzichtet.

Fazit

Der Numark Scratch ist ein solider Battlemixer, der inklusive der Software Serato DJ Pro ausgeliefert wird. Das Gerät spielt in Verbindung mit der Software seine Stärken aus und richtet sich aufgrund seiner Anschlussausstattung und Features an Performance-DJs, die einen Battlemixer für ein überschaubares Budget und semiprofessionelle Einsätze suchen. Das Gerät bietet einen aufgeräumten Arbeitsplatz, einen schnell lernbaren Workflow und lässt sich im Handumdrehen in Betrieb nehmen. Der Mixer liefert ein druckvolles Ausgangssignal und lässt sich dank seiner kompakten Ausführung leicht transportieren. Anwender, die Onboard-Effekte, einen doppelten USB-Anschluss oder eine flexiblere Kreativausstattung vermissen, sollten bedenken, dass entsprechende Geräte deutlich mehr kosten.

 

Pro

Solide Verarbeitung
Inklusive Serato DJ Pro und DVS
Einfache Bedienung
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Kontra

Keine Effekte für externe Signale

 

Preis: 499 EUR
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Numark.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit battlemixer , DVS , Numark , Scratch , Serato DJ Pro

Geschrieben von:
Boris Alexander

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