Test: Pioneer DDJ-WEGO DJ-ControllerReview: Pioneer DDJ-WEGO DJ-Controller

Test: Pioneer DDJ-WEGO DJ-ControllerReview: Pioneer DDJ-WEGO DJ-Controller

Archiv 11. November 2012

Ende August 2012 berichteten wir bereits von Pioneers neuen Einsteiger DJ-Controller namens DDJ-WEGO. Inzwischen ist die schicke Konsole für den kleinen Geldbeutel im Handel für knappe 300.-Euro in fünf verschiedenen Farben erhältlich (Weiß, schwarz, grün, rot und violet). Gebundelt mit Virtual DJ LE sorgt der DJ-Controller in der unteren Kompaktklasse jetzt schon für viel Aufsehen, denn neben Funktionalität hat Pioneer sehr viele Designelemente verbaut, mit denen man Standardfunktionen in einem neuen Licht erscheinen lässt. Grund genug mal einen genaueren Blick auf den Newcomer zu werfen.

Im Überblick

DDJ WEGO kommt in einem kompakten Kunststoffgehäuse, dass gerade mal 38cm in der Breite misst. Die farbige untere Kunststoffschale ist mit der schwarzen Faceplate äußerst verwindungsarm verbaut. Das Design reiht sich klar in die Consumer-Linie von Pioneer ein, d.h. abgerundete Ecken und die angewinkelte Bedienoberfläche zeigen die Verwandschaft zum DDJ ERGO und sollen dem Nutzer eine verbesserte Erreichbarkeit der Bedienfläche ermöglichen. Die Mischpultsektion ist im 2-Deck Layout auf das Nötigste reduziert, und birgt zwei Inputfader, einen Crossfader, 3-Band EQ, zwei Cue-Monitor-Tasten, sowie eine Browser/Load Sektion und eine Shift-Taste für die Aktivierung von Mehrfachbelegungen. Die Anordung von Transport-und Effektsektion reiht sich um das Jogwheel auf und ist  intuitiv schlüssig. Für Loops gibt es jeweils einen Encoder, der bei Drehung die Looplänge justiert und auf Druck den Loop aktiviert und auch wieder deaktiviert. Master- und Monitor Sektion sind im oberen Faceplatebereich angesiedelt.

Anders als bei vielen Controllern auf dem Markt, befinden sich die Anschlüsse für die USB-Datenübertragung, Kopfhörer und dem Master Out auf den Seiten. In erster Linie hat das den Vorteil, dass man die Konsole kopfseitig direkt an den Laptop oder anderes Equipment stellen kann ohne abgehende Kabel dabei knicken zu müssen. Zum anderen würden bei dieser Neigung der Bedienoberfläche die Anschlüsse auf der Vorderseite wahrscheinlich nur in Konflikt mit der Abstellfläche kommen. Bei Platzverhältnissen, bei denen jeder Zentimeter zählt, kann das schon entscheidend  für das DJ-Wohlgefühl sein. Kopfhöreranschlüsse gibt es als Mini- und normale Klinke und der Master Out steht als Cinch zur Verfügung.

Haptik & Optik

Klar ist, dass man in der WEGO-Preisklasse kein Fadergefühl wie von einem DJM-900 erwarten kann. Jedoch hat man hier zu mindest darauf geachtet, dass der Crossfader (45mm) wesentlich leichtgängiger als die Inputfader ist (Das Input-Lag des Crossfaders ist übrigens extrem klein und liegt bei ca. 1mm). Dabei weisen die Inputfader (45mm) mehr seitliches Spiel auf, als der Crossfader. Das hat aber weder irgendwelche Einflüsse auf das Ansprechverhalten, noch auf das Mixing mit schnellen Faderbewegungen. Die Faderkappen fallen etwas schmaler aus, als bei einem Standard-Mischpult, denn bei der äußerst kompakten Bauweise von WEGO zählt jeder Milimeter. Die gummierten Regler für EQ, Loop, Monitor und Master sind alle äußerst griffig und haben einen guten und ausgewogenen Drehwiderstand. Die schwarzen Regler sind mit einer weißen Narbe versehen, um sowohl optisch, als auch haptisch ausreichend Rückmeldung über die Position zu geben. Die Pitchfader haben eine Mittenrastung und besitzen in etwa die gleiche Trägheit, wie die Inputfader. Die berührungsempfindlichen Jogwheels besitzen eine glatte Metalloberfläche und drehen glücklicherweise bei Backspins nicht bis in die Unendlichkeit. Mit einem Durchmesser von ca. 9,5cm bieten sie genügend Fläche, um mit einer 2-Fingertechnik Cueing oder die Effektsteuerung zu bewältigen. Alle Knöpfe auf dem WEGO sind aus einem harten Kunststoff und haben einen kurzen Mikroschalter Druckweg. Die Sendung der Befehle erfolgte in mehreren Tests stets direkt ohne Aussetzer.

Neben der geschwungenen Gehäuseform bietet der DDJ-WEGO durch die außergewöhnliche Beleuchtung der Jogwheels einen besonderen Hingucker, denn mit der Shift-und den Cue-Monitor-Tasten kann man zwischen neun verschiedenen Farben pro Deck wählen. Beim Laden eines Tracks in ein Deck, gibt dieses durch kurzes Aufblinken Feedback. Im Playmodus wandert sogar eine LED im Kreis, um den Status des Decks anzuzeigen. Für eine präzise Anzeige der Nadelposition reicht dies zwar nicht aus, aber für solche Fälle arbeitet man meistens sowieso mit der Software. Die Jogwheelbeleuchtung ist so intensiv, dass auch Bereiche im Jogwheelumkreis ausgeleuchtet werden. Somit gibt es neben dem problemlosen arbeiten in einer dunklen Umgebung noch einen kleinen Disco-Effekt, der auf jeden Fall Blicke auf sich zieht.

Die Software

DDJ-WEGO wird mit einer eigens für den Controller zugeschnittenen LE-Version von Virtual DJ ausgeliefert. Die Installation ist einfach und die Einstellmöglichkeiten des Software Setup sind auf die Soundkartenparameter begrenzt. Das erlaubt ein einfaches Anschließen mit sofortigem Spielvergnügen. Die Oberfläche dieser LE-Version ist optisch an WEGO angepasst und darüber hinaus kann man auch hier  noch nachträglich die Farbe für Faceplate und Jogwheel in der Software auswählen, damit alles zu 100% aus einem Guss kommt. Neben diesen optischen Spielereien gibt es aber auch sehr viel Funktionales. Virtual DJ LE bietet ja generell schon als Bundlesoftware eine Menge Features, die man bei anderen Softwares erst in der Vollversion erwarten kann.

Neben der Unterstützung von Video, einem Sampler und dem Spielen mit insgesamt vier Decks bekommt im Zusammenspiel mit WEGO auch die Effektsteuerung eine andere Bedienungsform. Sobald ein Effekt mit einer der drei Tasten oberhalb des Jogwheels aktiviert wird, dient das Jogwheel selbst als Dry/Wet Regler, d.h. man steuert durch Drehung des Wheels den Effektanteil im Kanal. Die Scratch- oder Pitchbend-Funktion wird während dieses Vorgangs deaktiviert. Der Effektanteil bzw. die Position des Reglers in der Software bleibt auch nach dem Wechseln des Effektes gespeichert. Einen direkten Reset gibt es auch per Shift-Taste nicht, was zu Folge hat, dass man vor jedem neuen Übergang den Regler manuel zurückdrehen muss, um nicht direkt mit dem letzten Status arbeiten zu müssen. Neben den drei Effekten pro Deck lassen sich auch ein Low/Highpass Filter und die Tonhöhe mit dem Jogwheel steuern. Letzteres läßt sich bei dieser Bedienungsart wunderbar nutzen um selbst kreierte Sweeps oder Turndowns für individuelle Übergänge zu produzieren.

Virtual DJ LE WEGo Edition im 4-Deck Modus

Software Features im Überblick

  • 1 zu 1 Optik der Oberfläche zum Gerät wählbar
  • 3-Band Kill-EQs
  • Pitchbereich mehrstufig zwischen 6-100% wählbar
  • 3 Crossfaderstellungen wählbar (Cut, Fade, Deaktiviert)
  • Hot-Cues und Sampler
  • Autoloop
  • Effekte
  • Filter
  • Keylock
  • 2- oder 4-Deckmodus wählbar
  • Browser- und Tree-Navigation (per Shift)
  • Verschiedene Waveformansichten wählbar
Virtual DJ LE WeGo Edition im 2-Deck Modus

In der Praxis

DDJ-WEGO verfügt über alle essentiellen Funktionen um die Basics fürs digitale Auflegen zu erfüllen. Das Navigieren in der Tracklist kann genau so gut durchgeführt werden, wie das Browsen im Tree (Explorer). Dank der Shift-Taste hat man hier  eine sinnvolle Doppelfunktion des Browse-Encorders. Nach der Auswahl des Tracks kann man diesen dann direkt in das Deck laden. Darauf folgend analyisiert VDJ sofort die BPM und Wellenformdarstellung. Da WEGO über keine Gainregler verfügt, sollte man in der Software (im Deck) die Autogainfunktion aktiviert haben, da man sonst während des Mixings gezwungen wäre die Lautstärkenangleichung mit der Mouse zu machen. Übergänge können sowohl manuel eingepitcht werden oder per Sync-Funktion angeglichen werden. VDJ LE hat hier im Test auch bei stark komprimierten Tracks einen guten Job gemacht. Das normale Cueing mit dem Jogwheel funktioniert ebenfalls problemlos. Kleinere Latenzen zeigen hier aber, dass WEGO nicht zum Scratchen geeignet ist. Aber für solche Spezialfälle ist WEGO auch nicht konzipiert. Das Arbeiten mit Hot-Cues und Loops erweist sich genauso problemlos wie das Einspielen von Samples über den integrierten Sampler. Zu guter letzt bietet VDJ LE auch eine Recording-Funktion an, um den eigenen Mix auf der Festplatte zu speichern.

Fazit

Pioneer hat mit dem DDJ-WEGO nicht nur den Anschluss zur Einsteigerklasse hergestellt, sondern diese wahrscheinlich sogar neu definiert. Featureseitig dürften hier wohl für alle Hersteller klar die Grenzen gesetzt sein, jedoch wo andere Hersteller mit 08/15 Kisten aufwarten, trumpft Pioneer mit einem kleinen Designschmuckstück auf, dass jeden Sehenden in seinen Bann zieht. Alles in Allem ein Rundes Konzept, dass in der Praxis überzeugt und nebenbei einen DJ-Controller zum Fashion-Objekt avencieren lässt. Gerade in der Hinsicht, dass DJ-Controller meist alle gleich aussehen, nämlich schwarz und viereckig, bietet WEGO Futter, damit das Auge mitessen darf. Der Profi-DJ könnte von WEGO genauso angetan sein, wie der Einsteiger, denn die ultrakompakte Bauweise ist genauso perfekt, um WEGO als Backup-Controller mit zu führen oder ihn einfach für die Spontane kleine Party zu nutzen. Da WEGO ein MIDI-Controller ist, dürfte es also auch nicht all zu lange dauern, bis erste Mappings für Traktor oder andere Softwares im Netz zur Verfügung stehen. Persönlich erinnern mich die verschiedenen verfügbaren Gehäusefarben an die damalige Einführung der bunten Apple iMacs. Ob Pioneer mit dem DDJ-WEGO an einer ähnlichen Erfolgsstory teilhaben wird bleibt ab zu warten, denn WEGO ist erst seit ca. 1 Monat für rund 300.- Euro auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Tendenzen scheinen aber bisher vielversprechend.

+ Plug & Play Controller-Software Konzept

+ Funktionales und übersichtliches Design

+ Leichte und kompakte Bauweise

+ Beleuchtung individuell anpassbar

+ Gute Verarbeitung

- Keine Gainregler

Mehr Infos findet ihr auf der Herstellerseite!

Hier geht es zum Test von AMAZONA.DE

1 Kommentare zu "Test: Pioneer DDJ-WEGO DJ-ControllerReview: Pioneer DDJ-WEGO DJ-Controller"

Drando 16. November 2012 • 22:55 Uhr

ich habe mir das teil heute mal angeschaut und ich finde es fühlt sich besser an, als man von den fotos her vermuten lässt. die line fader gehen allerdings gar nicht - die sind so klein und nah beieinander, dass man die beide gleichzeitig oder gegeneinander gar nicht regeln kann ohne mit den finger aneinander zu stoßen...sonst macht das teil aber einen ganz guten eindruck.

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