Test: Reloop Flux / 6x6-kanaliges Audiointerface für Serato DJ Pro

Test: Reloop Flux / 6x6-kanaliges Audiointerface für Serato DJ Pro

Tests. 5. August 2023 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Boris Alexander

DJ-Ausrüster Reloop schickt mit dem 6x6 kanaligen Flux ein Audiointerface ins Rennen, das zur Kombination mit Serato DJ Pro ausgelegt ist. Flux aktiviert die Nutzung der DVS-Steuerung in Serato DJ und bietet zudem USB-Hub-Features und USB-C-Ladefunktionen. Wer sich das Interface zulegen sollte und wie es um die Qualität des Reloop Flux bestellt ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Quick Facts

  • 6×6 kanaliges Audiointerface
  • DVS-Soundkarte für Serato DJ Pro
  • USB-C-Anschlüsse für Power Delivery
  • USB-Hub zur Erweiterung
  • Soundkarte für Performance-DJs und Studio-Anwendungen

Reloop Flux

Das Reloop Flux ist ein recht kompaktes Audiointerface, das 160 x 120 x 34 mm misst. Sein stabil wirkendes Metallgehäuse liegt recht schwer in der Hand, kann für den mobilen Einsatz aber sehr einfach in einer Gigbag transportiert werden. Das gut verarbeitete, schwarze Kistchen kommuniziert mit Mac- oder Windows-Computern und wird inklusive zweier USB-Kabel (USB-C/A und USB-C/C) und zweier Cinch-Kabel geliefert. Die Nutzung von Serato DJ Pro und der DVS-Erweiterung ist im Kaufpreis von 389 Euro enthalten. Um die DVS-Steuerung nutzen zu können, müssen zusätzlich spezielle Steuerschallplatten mit Serato NoiseMap Control Signal angeschafft werden. Wer eine CD-Kontrolle bevorzugt, lädt die benötigte Audiodatei kostenlos herunter und brennt diese anschließend auf einen Datenträger.

Reloop Flux von oben.
Das Audiointerface Reloop Flux bietet sechs Ein- und Ausgänge und schaltet Serato DJ Pro inklusive der DVS-Erweiterung frei.

Audioanschlüsse

Das Reloop Flux bietet auf der Vorderseite drei Stereo-Cinch-Eingänge und drei Stereo-Cinch-Ausgänge auf der Rückseite. Die Eingänge lassen sich individuell per Dip-Schalter konfigurieren und mit Line- oder Phono-Signalen kombinieren, eine flexible Zuspielerkombination ist somit nutzbar. Die Ausgänge liefern Line-Signale, die digitale Datenverarbeitung findet mit 24 Bit und wahlweise 44,1, 48 oder 96 kHz statt.

Reloop Flux Vorderansicht.
Auf der Vorderseite des Flux befinden sich die umschaltbaren Line-/Phono-Eingänge.

USB-Anschlüsse

Reloop hat das Flux auf der Rückseite mit einer Reihe an USB-C- und USB-A-Ports versehen, die unterschiedliche Kommunikations- und Spannungsversorgungs-Aufgaben übernehmen. Ein USB-C-Anschluss dient zur Verkabelung eines Computers. Dank der zwei beiliegenden Kabel lassen sich Verbindungen zu Rechnern mit USB-C- oder USB-A-Ports sehr einfach herstellen. Ein weiterer USB-C-Anschluss mit der Aufschrift „DC IN“ steht zur Verkabelung eines optionalen Netzteils (5 V – 20 V/2 A - 3A) parat.

Schließt man ein solches an das Interface an, kann der Computer mit maximal 60 Watt geladen werden oder eine Standalone-Nutzung ohne Computerkontakt erfolgen. Im Standalone-Einsatz lassen sich die Eingänge 1 und 2 durchschleifen, der dritte leider nicht. Darüber hinaus hat Reloop dem Flux USB-A-Buchsen spendiert, die als passiver oder aktiver Hub nutzbar sind und den Anschluss von Controllern und anderen Geräten erlauben. Da aktuelle Laptops, vor allem aus dem Hause Apple, mit immer weniger (USB-)Schnittstellen auskommen müssen, hat uns diese Umsetzung sehr gut gefallen.

Reloop Flux Rückansicht.
Die Rückseite ist mit Line-Ausgängen und USB-Ports ausgestattet.

Praxis

Das Reloop Flux ist mit einer internen Firmware ausgestattet, die sich per Update-Tool aktualisieren lässt. Hier sollte man sich immer auf der Reloop-Webseite über die neuesten Entwicklungen informieren, damit das System zuverlässig läuft. Das Interface kann ohne Treiberinstallation an einem Mac betrieben werden, wer einen Windows-Computer verwendet, benötigt einen ASIO-Treiber.

Sobald der Flux mit einem Computer verbunden ist, kann der Zuspieler verkabelt werden. Hier lassen sich bis zu drei Plattenspieler oder CD-Player, aber auch eine Kombination beider Gerätetypen verwenden. Alle drei Anschlüsse können zur Zuführung der DVS-Signale genutzt werden. Alternativ kann der dritte Soundkartenkanal auch die Software-Sampler-Signale ausgeben oder die Eingangssignale durchschleifen – dies lässt sich in der Software auswählen.

Taster auf der Oberseite des Interfaces ermöglichen zudem das bequeme Durchschleifen der Kanäle 1 und 2, hier informieren LEDs über den gewählten Status. Zusätzliche LEDs im Bereich der Ein- und Ausgänge dienen der Signalüberwachung – bei Übersteuerungen blinken sie.. Die Ausgänge des Flux können an den Eingängen eines DJ-Mixers angeschlossen werden.

Serato DJ Pro unterstützt das Reloop Flux ab der Version 3.0.5, das Interface dient hierbei als Hardware-Dongle und schaltet parallel auch die DVS-Erweiterung frei. In unserem Testlauf haben wir ein MacBook Pro und Serato-Vinyls sowie -CDs verwendet, die nach einer schnellen Kalibrierung einsatzbereit waren. Das DVS ließ sich mit beiden Medientypen sehr direkt steuern, sodass Turntable-Tricks wie scratchen, Backspins etc. treffsicher umgesetzt werden konnten.

Alternative Einsätze

Das Reloop Flux kann alternativ auch im Studio oder für Live-Performances auf der Bühne verwendet werden. Angesichts der ordentlichen klingenden Wandler und der Phono-Preamp-Funktion eignet sich der Flux auch zur Digitalisierung von Schallplatten. Wer hierfür keinen speziellen Audioeditor hat, kann auf kostenlose Lösungen wie Audacity zurückgreifen. Flux ist aber auch als Audiointerface für Sequenzerprogramme wie Ableton Live oder DJ-Software wie VirtualDJ und Traktor nutzbar, die keine speziellen Soundkarten zum Betrieb benötigen.

Wer anstelle eines Computers lieber ein iPad nutzen möchte, kann auch diesen Weg gehen. Wir haben das Interface erfolgreich mittels USB-/Lightning-Adapter an ein iPad Air 3 angeschlossen. Das iPad erkennt das Flux selbsttätig und alle Kanäle der Soundkarte stehen zur Verfügung. DJing mit Apps wie djay Pro AI ist möglich, aber auch die Soundausgabe eines Sequencers oder Synthesizers. Das Interface hat uns in allen getesteten Varianten durch niedrige Latenzen und eine gute Audioqualität überzeugt.

Alternativen

Fazit

Das Serato-DJ-DVS-Audiointerface Reloop Flux hat uns in unserem Praxischeck recht gut gefallen und ist aktuell das einzige seiner Art auf dem Markt. Der Münsteraner DJ-Ausrüster hat das kompakte Device mit drei Eingangspaaren versehen, an die Phono- oder Line-Zuspieler anschließbar sind. Die Signale dieser Geräte lassen sich an eine Software oder direkt an einen Mixer oder Verstärker weiterleiten, wobei das Durchschleifen des dritten Kanals im Standalone-Betrieb leider nicht möglich ist. Eine moderne USB-C-Ausstattung erlaubt den Computer-unabhängigen Betrieb und das Laden von Rechnern. Über einenUSB-Hub kann das Setup ganz einfach um Controller und andere Geräte erweitert werden. Zahlreiche LEDs sorgen dafür, dass sich gewählte Modi und Signaleingänge- und -ausgänge optisch überwachen lassen. Das Reloop Flux kostet 389 Euro und bietet damit ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis, da Serato Pro und die DVS-Erweiterung enthalten sind. Das Ganze hätte uns natürlich noch besser gefallen, wenn die passenden Control-Vinyls ebenfalls inkludiert gewesen wären. Das Flux empfiehlt sich für alle, die Serato DJ via DVS steuern möchten und dabei auf ihren vorhandenen (nicht-digitalen) Mixer zurückgreifen möchten.

Gesamtwertung:
4,5 von 5,0
Qualität:  
4,5 von 5,0
Klang:  
4,5 von 5,0
Preis-Leistung:  
5,0 von 5,0

Pro

Kompakt dimensioniert
Solides Metallgehäuse
Flexible Nutzung (Line-/Phono-Eingänge)
USB-C-Anschluss mit PD
USB-Hub-Features
Guter Klang
Serato DJ Pro & DVS-Erweiterung enthalten

Kontra

DVS-Vinyls nicht enthalten
Dritter Kanal standalone nicht durchschleifbar

Preis:

398,00 EUR

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Reloop.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit Audiointerface , Digital DJing , DVS , reloop , Reloop Flux , Serato DJ Pro , Soundkarte für DJing

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