Manch einer hat geglaubt, dass Plattenspieler im DJing nach und nach durch digitale Laufwerke abgelöst werden. Dennoch findet das schwarze Gold der DJs immer noch Einzug in so manches Set. Aber nicht nur Profis nutzen weiterhin Turntables um klassisches Vinyl oder die Timecode-Variante aufzulegen, sondern auch Fortgeschrittene, die nach ihren ersten Erfahrungen mit einem DJ-Controller gerne noch mal das Beatmatching-Handwerk in seiner ursprünglichen Form erlernen möchten. Nachstehend findet ihr deshalb unsere Top 5 DJ-Turntables, die sich für jede Art von DJ eignen.

Technics SL-1200GR (silber) / SL-1210GR (schwarz)

Auch wenn Technics den SL-1210GR nicht wirklich als DJ-Plattenspieler bewirbt, so trägt er ganz klar die DNA des legendären SL-1210, der über dreißig Jahre am Markt die DJ-Kanzeln weltweit prägte. Der SL-1210GR ist nichtsdestotrotz ein DJ-Turntable von der Stange in einer sehr edlen Ausführung. Schon unter der Haube macht sich das bemerkbar. Der Motor des SL1210GR ist ein Direktantrieb ohne Eisenkern, der das Polruckeln minimiert. Die Motorsteuerung mit Positionsüberwachung sorgt für mehr Gleichlauf.

Der Plattenteller ist aus Druckgussaluminium und besitzt eine Gummibeschichtung, um Vibrationen zu minimieren. Das Drehmoment kann über drei Stufen bis auf 2,2 kg/cm justiert werden. Die Anlauf- bzw. Bremsgeschwindigkeit ist ebenfalls einstellbar. Neben 33 1/3- und 45 U/min. gibt es nun auch 78 U/min. um Schellackplatten abspielen zu können. Der Pitchbereich kann wahlweise von +/-8 % auf +/-16 % verdoppelt werden. Der Tonarm aus Aluminium ist präzise gelagert und bietet mit seinem Antiskating eine Feinjustierung, um die Nadel möglichst ruhig in der Rille zu halten. Einen Line-Ausgang oder USB-Anschluss gibt es nicht, jedoch wurden dem SL-1210GR Phono-Anschlüsse in Cinch-Form und eine Erdungsschraube verpasst.

Der SL-1210GR definiert seine Stärken in der hochwertigen Verarbeitung, seinem überarbeiteten Antrieb, der Gehäusedämpfung und einem hervorragenden Klang. Für 1499 Euro erscheint der SL-1210GR gegenüber anderen DJ-Plattenspielern im ersten Augenblick vergleichsweise teuer. Betrachtet man jedoch die zu erwartende lange Haltbarkeit (etwa wie bei seinen Vorgängern), so relativiert sich der Preis sehr schnell.

Preis: 1499 EUR

Test SL-1200GR

Denon DJ VL12 Prime

Die Denon DJ Prime Serie gilt in Sachen Tabletop Mediaplayer seit einiger Zeit als ernstzunehmender Mitbewerber im Clubbereich. Mit dem VL-12 schickt man einen robusten Turntable ins Rennen der Wertigkeit mit aktuellen Features und einem außergewöhnlichen Design vereint. Das Metallgehäuse wirkt mit seinen Verschraubungen massiv. Dieser Eindruck wird fortgeführt, wenn man den polierten Plattenteller mit Gummiisolierung abnimmt. Darunter verbirgt sich ein LED-Kranz, dessen Farbe und Helligkeit angepasst werden kann. In dunkler Umgebung ergibt sich dadurch ein sehr ansehnliches Design-Element, das den VL-12 zu einem Hingucker macht.

Aber auch die inneren Werte können sich sehen lassen. Mit einem Drehmoment von 5 kg/cm besitzt der VL-12 einen leistungsstarken Motor, der wahlweise auch auf 3,4 kg/cm gezähmt werden kann. Der Direktantrieb bietet dabei zwei Geschwindigkeiten (33 1/3 und 45 U/min). Der S-förmige Tonarm lagert auf einer höhenverstellbaren Base und kann mit jeglichen SME-Systemen verwendet werden. Der Pitchbereich verfügt über 3 Stufen: +/-8 %, +/-16 % und +/- 50 %. Der über 12 Kilo schwere VL-12 wird auf Füßen gelagert, die besonders gut vor Vibrationen isolieren.

Durch die seitlichen Anschlüsse eignet sich der VL-12 auch für das Aufstellen im Battlemode (um 90 Grad gedreht). Wer einen robusten Profi-Plattenspieler sucht, jedoch das Geld für einen Technics SL1210GR nicht ausgeben möchte, sollte sich unbedingt den Denon DJ VL-12 anschauen und ausprobieren. Denn hier vereinigen sich Leistung und Design in einem DJ-Turntable, wie man es bisher noch nicht gesehen hat.

Preis: 589 EUR

Test VL12 Prime

Pioneer PLX-1000

Mit dem PLX-1000 erweiterte Pioneer DJ sein Produktsortiment in dem Moment, als Technics die Produktion des SL-1210MK2 einstellte. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Design des PLX-1000 an den Technics SL-1210 erinnert, da Pioneer hier vermutlich den Clubstandard unter eigener Flagge gerne weiterführen würde. Das Gehäuse des PLX-1000 wurde deswegen mit speziellen Materialien gedämmt, um die Aufnahme von Vibrationen und Resonanzen zu verringern. Der Motor liefert ein Drehmoment von 4,5 kg/cm damit Schallplatten flott auf ihre Betriebsgeschwindigkeit gebracht werden. Dazu stehen zwei Geschwindigkeiten zur Verfügung, 33 1/3 und 45 U/min. Der Pitchbereich besitzt drei Stufen und kann zwischen +/-8 %, +/-16 % und +/-50 % gewählt werden. Mit über 14 kg ist der PLX-1000 kein Leichtgewicht und lässt sich dadurch auch von nichts aus der Ruhe bringen.

Der S-Tonarm ist auf einer höhenverstellbaren Base gelagert und erlaubt alle nötigen Feinjustierungen, um den optimalen Sitz der Nadel zu erreichen. Als Anschluss steht dem PLX-1000 lediglich eine Phonobuchse und Erdungsschraube zur Verfügung. Damit beschränkt sich der PLX-1000 fürs Auflegen auf das Nötigste und verzichtet auf Features wie einen Line-Ausgang oder ein wählbares Drehmoment. Bei einem Preis von 629 Euro ist der PLX-1000 zwar nicht der günstigste Profi-Plattenspieler am Markt, jedoch bekommt man dafür ein solides Arbeitsmittel für den Clubbereich.

Preis: 629 EUR

Test PLX-1000

Reloop RP-7000MK2

Der Münsteraner DJ-Equipment-Hersteller Reloop besitzt ein sehr breites Sortiment an DJ-Plattenspieler. Der RP-7000MK2 spielt dabei in der Profiliga mit und kommt neben der Basisausstattung mit weiteren Features um die Ecke, die mehr Spielfreude aufkommen lassen. Ein doppelter Start-Stop-Taster soll es ermöglichen, den RP-7000MK2 auch bequem im Battlemode zu bedienen. Für spezielle Mix- und Übergangstechniken gibt es einen Rückwärtslauf. Mit drei Plattentellergeschwindigkeiten können neben normalen Vinylscheiben auch Schellackplatten abgespielt werden.

Das Drehmoment des Motors ist manuell einstellbar und kann von 4,5 kg/cm bis auf 2,8 kg/cm reduziert werden. Die Bremsgeschwindigkeit beim Ausschalten des Plattentellers wird ebenfalls mit einem kleinen Regler oberhalb des Pitchfaders eingestellt. Die Pitchrange besitzt drei Stufen und bietet die Option den Faderweg auf +/-8 %, +/-16 % und +/-50 % auszulegen. Anschlussseitig besitzt der RP-7000MK2 einen Cinchbuchsen-Ausgang, der entweder ein Phono- oder Line-Signal ausgibt. Dies ermöglicht es, den Plattenspieler z. B. auch direkt an eine Soundkarte anzuschließen oder den Line-Eingang eines Mischpultes zu nutzen.

Der Reloop RP-7000MK2 bietet einige Features, die für spezielle Plattenteller-Manöver gut geeignet sind und das Drehmoment lässt sich gleichzeitig individuell anpassen. Das macht den RP-7000MK2 zu einem Allrounder, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Den RP-7000MK2 gibt es in den Ausführungen Silber oder Schwarz.

Preis: 499 EUR

Test RP-7000MK2

Stanton ST.150 M2 & STR8.150 M2

Stanton bleibt seiner Linie treu und bietet weiterhin zwei Profi-Turntables an. Den ST.150 M2 mit S-Tonarm für Mix-DJs und den STR8.150 M2 mit geradem Tonarm für Scratch DJs. Ansonsten sind beide Player technisch identisch. Die 150er-Serie ist solide gebaut und sauber verarbeitet. Das Update "M2" zeigt sich vor allem in einem Facelift mit einem cleaneren Look. Alle Tasten sind im Gehäuse versenkt, sodass keine Kanten entstehen. Der klassische Ein- und Ausschalter ist beim ST.150 M2 auf die Rückseite gewandert.

Am Plattenteller findet man nur ein schlankes LED-Licht, das nach wie vor zum Finden des Pitch-Nullpunktes genutzt werden kann und bei dem man nun nicht mehr versehentlich den Turntable ausschalten kann. Der direkt angetriebene Motor liefert 4,5 kg/cm Drehmoment und bringt den gedämpften Alu-Plattenteller schnell auf Arbeitsgeschwindigkeit. Dazu bietet der 150er drei Geschwindigkeiten und einen Rückwärtslauf, der durch einen Doppelklick auf der Start-Taste aktiviert wird. Durch einen Regler auf der Gehäuserückseite lässt sich die Bremsgeschwindigkeit beim Stopp-Vorgang justieren.

Der Pitch kann in den Bereichen +/-8 %, +/-25 % und +/-50 % gefahren werden. Mit einem Gewicht von 10,2 kg sind die 150er zwar etwas leichter als ihre Vorgänger, jedoch bieten sie immer noch einen festen Stand, um im Cluballtag überleben zu können. Als kleines Highlight liegt den ST.150ern die DJ-Software Deckadance bei, die sich auch im DVS-Modus verwenden lässt.

Preis: 369 EUR

 ST.150 M2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.