Test: Teenage Engineering PO-128 Mega Man / Pocket-Synthesizer

Test: Teenage Engineering PO-128 Mega Man / Pocket-Synthesizer

Tests. 17. Mai 2021 | / 5,0

Geschrieben von:
Jan Jankowski

Mit dem PO-128 schickt der schwedische Hersteller den zweiten Pocket Operator mit Capcom-Lizenz ins Rennen und widmet sich sowohl optisch als auch klanglich dem namensgebenden Videospiel-Klassiker. Ob das Crossover aus Synthesizer und Retro-Game erneut aufgeht, checken wir für euch im Kurztest.

Äußerlichkeiten

Wie bei der PO-Serie gewohnt wird auch der PO-128 in einem nett gestalteten Papp-Blister ausgeliefert, dessen Inhalt lediglich eine knappe, mehrsprachige Bedienungsanleitung beiliegt, der sich alle Features und Funktionen des Synthesizers gut entnehmen lassen.

Auch bei der Hardware setzt Teenage Engineering erneut auf das puristische, wenn auch etwas fragil wirkende Design im Hosentaschenformat: Alle Bedienelemente sowie Display und Batterieeinheit sind offen auf der Platine verlötet, weshalb sich ein optionales Silicon Case besonders bei Ausflügen und Touring mit dem Pocket Operator durchaus empfiehlt. Des Weiteren finden sich links- und rechtsseitig 3,5mm-Miniklinkenbuchsen, die als Phones-/Line-out bzw. Sync-Input zum Anschluss anderer Pocket Operator und anderer Groove-Tools wie z. B. der Korg Volca Serie fungieren. Der Klang des verbauten Lautsprechers ist eher als “zweckmäßig“ zu bezeichnen.

Verziert wird der kompakte Synthesizer durch Grafiken im Stile des DOS-Klassikers sowie charmanten Animationen auf dem LCD-Display, die das Gamer-Herz höher schlagen lassen.

Praxis

Anders als bei dem von uns getesteten PO-133 Street Fighter, handelt es sich bei dem PO-128 um einen waschechten Synthesizer samt einer “Micro Drum Machine“ mit insgesamt 16 vorinstallierten Samples. Wie die Ziffer in der Modellbezeichnung schon andeutet, handelt es sich bei der Klangerzeugung um eine angepasste Version der 8-Bit Synthesizer-Engine des PO-28 Robot und erinnert beim Durchschalten der Synth-Sounds sowie der vorinstallierten Pattern stark an den Soundtrack des Retro-Klassikers.

Die insgesamt 16 verschiedenen Sounds werden entweder über den 16-Step-Sequenzer einprogrammiert oder mit gehaltener „Write“-Taste live eingespielt. Zur Auswahl stehen hierbei sechs Lead-, fünf Bass-Sounds sowie die bereits erwähnte “Micro Drum Machine“, wobei sich jedoch nur jeweils ein Lead- und Bass-Sound gleichzeitig abspielen lässt. Eingespielte Pattern lassen sich auch hier wieder mit insgesamt 15 verschiedenen “Punch-In-FX“ sowie Step-Multipliern und Parameter-Locks (bzw. Automationen) auflockern und laden zum Experimentieren ein.

Kritik gibt es wieder einmal für die oft etwas fummelige, teils nervige Bedienung des PO-128:

Diverse Funktionen wie z. B. das Bedienen des Step-Multiplier oder Kopieren bzw. Löschen einzelner Pattern sind nur über eine Vielzahl teils unlogisch wirkender Shift-Belegungen zu erreichen. Immer wieder unterbrechen Blicke ins Handbuch und hastige Fehlgriffe den sonst so eindeutigen, simplen Workflow des Gerätes.

Fazit

Die Synth-Engine des PO-128 liefert einen wundervoll authentischen, an die SNES-Ära erinnernden Klang, der besonders Fans von 8-Bit-Sounds gefallen dürfte. Dass sich mit dem Gerät ganze Songs oder Live-Sets performen lassen, darf man von dem knapp unter 100 Euro teuren Gerät nicht erwarten. Möchte man sein bestehendes Setup jedoch mit nostalgischen Retro-Sounds erweitern oder einen eigensinnigen und kompakten Synthesizer für spontane Jams unterwegs haben, könnte der kleine Schwede Abhilfe leisten. Mit einer etwas hakeligen Bedienung ist leider jedoch in beiden Fällen zu rechnen.

Gesamtwertung:
4,5 von 5,0
Qualität:  
3,0 von 5,0
Klang:  
4,5 von 5,0
Preis-Leistung:  
5,0 von 5,0

Pro

Authentische 8-Bit Synth-Engine
Parameter-Locks & Effekte
Sync-Funktionen mit anderen Groove-Tools
Charmantes Design

Kontra

Fragile Verarbeitung
Viele Shift- und Doppelbelegungen

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit Capcom , Mega Man , PO-128 , Teenage Engineering , Test

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