Überblick: Die besten DJ-Apps zum Auflegen | 2022

Überblick: Die besten DJ-Apps zum Auflegen | 2022

Features19. Januar 2022

DJ-Apps für Smartphones und Tablets bieten einen großen Funktionsumfang und viele Features, die man sonst nur in professionellen DJ-Programmen vorfindet. Neben einem automatischen und manuellen Beatmatching, kreativen Funktionen wie Cue-Punkten, Loops und Effekten, bieten einige Apps auch eine Controller- und Audiointerface-Unterstützung und manche sogar eine DVS-Steuerung mit Timecode-Medien. Songs lassen sich aus dem Gerätespeicher laden, aber auch Streamingdienste und Cloud-Speicher-Lösungen werden immer mehr integriert und sorgen für eine große Musikauswahl. Der größte Vorteil einer solchen Lösung ist, dass sich sehr kompakte Setups zusammenstellen lassen, die zudem auch eine spontane Nutzung erlauben. Nachfolgend haben wir die aktuell besten DJ-Apps für euch zusammengestellt, die sich oft kostenlos und somit unverbindlich testen lassen.

Algoriddim djay pro AI

Die App djay gehört schon sehr lange zum erlauchten Kreis der besten DJ-Apps und wird von der Softwareschmiede Algoriddim für Mac und iOS, aber auch für Windows und Android angeboten. Aktuell bieten die Mac- und iOS-Umsetzungen den größten Funktionsumfang und tragen den Zusatz "AI". Wer die App kostenlos testen möchte, kann zwei Decks mit Wellenform- oder Plattenspielerdarstellung steuern, Songs pitchen, mit Dreiband-EQs, Filtern und fünf Effekten bearbeiten. Neben einer Controller-Unterstützung für ausgesuchte Modelle gibt es eine Ableton-Link-Synchronisation und einen Zugriff auf Streamingdienste wie Tidal, Soundcloud, Beatport und Beatsource.

Wer bereit ist 49,99 Euro pro Jahr zu investieren, bekommt zusätzlich wählbare zwei- oder vier Deck-Ansichten sowie einen Looper, Sequencer, Sampler und über 30 Effekte von Sugar Bytes. Zudem lassen sich Videos mixen und Mappings für über 50 MIDI-Controller sind enthalten. MIDI-Learning für nicht unterstütze Controller gibt es ebenfalls und auch mehrkanalige Audiointerfaces lassen sich nutzen. Mit der neu implementierten "Neural Mixing"-Funktion lassen sich Songparts wie Percussions, Basslines, Melodien etc. separat bearbeiten und Mashups oder Echtzeitremixe ohne spezielle Songvorbereitung anfertigen.

djay Pro AI (eingeschränkte Funktion): kostenlos
djay Pro AI (voller Funktionsumfang): 49,99 Euro/Jahr
Download iOS Download Google Play

Traktor DJ App

Die Native Instruments Traktor DJ-App ist eine abgespeckte DJ-Software der Traktor Pro Desktopversion, mit der man über zwei Decks auf einem iPhone oder iPad auflegen kann. Die Wellenformen können angefasst werden, um direkt in die Tracksteuerung einzugreifen. Die Ansicht der Oberfläche ist auf das Querformat fixiert und die Einzeldeckansicht kann intuitiv mit einem separaten Fader erreicht werden. Metadaten wie Cue-Punkte, Loops und BPM lassen sich in beide Richtungen zwischen der Desktopversion und der App übertragen, sodass man die Trackanalyse nicht erneut durchführen muss; auf diese Weise kann die App auch unterwegs zur Vorbereitung von Sets genutzt werden.

Die Musik zieht sich die App dabei aus iTunes oder Dropbox. Fürs Mixing stehen 3-Band-EQ, Filter und zahlreiche Effekte aus Traktor Pro zur Verfügung, die Handhabung ist einfach und die App ist nicht in zu viele Untermenüs verschachtelt. Um der Nachwelt das gemixte Werk zur Verfügung zu stellen, besitzt die Traktor DJ-App eine Record-Funktion und eine direkte Schnittstelle zu Mixcloud, sodass der Mix im Handumdrehen in der Cloud ist und geteilt werden kann. In Sachen Hardware-Anschluss zeigt sich die App bedingt flexibel: Für ein Plug-&-Play-Feeling lassen sich nur die NI Controller Z1, S2 und S4 anschließen, alternativ kann man auch eine NI Soundkarte nutzen, um Tracks vorhören zu können.

Wer die App nur per iPhone oder iPad nutzt, benötigt zum Vorhören ein Audio-Splitter-Kabel, dieses wird ohne bestimmte Spezifikationen auch von NI direkt angeboten. Die Vorteile der Traktor DJ-App liegen in der Präzision fürs Mixing, die Metadatennutzung inklusive der Beatgrid-Informationen tragen dazu erheblich bei. Dazu bekommt man einige Mixing-Tools an die Hand, die alle Basics abdecken, um saubere Übergänge zu gestalten. Die App eignet sich als Stand-Alone für kleinere Parties oder als Ergänzung zum primären Traktor Pro Setup. Leider ist die Plug-&-Play-Charakteristik den NI-Produkten vorbehalten und die App gibt es nur für iOS-Geräte.

iPhone: 2,29 EUR
iPad: 10,99 EUR
Download iOS

Mixvibes Cross DJ

Die französische Softwareschmiede Mixvibes bietet mit der kostenlosen Cross DJ-App eine Möglichkeit, die ersten Schritte auf einem Mobilgerät zu testen. Man kann dabei Songs aus dem internen Gerätespeicher laden oder auf den kostenpflichtigen Streamingdienst Soundcloud zugreifen. Die App gibt es für iOS und Android und bietet rudimentäres 2-Deck-Mixing mit zwei Effekten, einem 3-Band-EQ und Loops. Eine BPM-Erkennung und Autosync mit Phasenmeter sind inklusive, sodass die ersten Gehversuche damit erledigt werden können. Die Decks werden als drehende Schallplatte angezeigt, wobei sich die Anzeige je nach Ausrichtung des Gerätes auf ein oder zwei Decks verändert. Es gibt auch eine kleine Gesamtansicht der Tracks, um darin zu scrollen.

Für das präzise Setzen von Cue-Punkten ist die Ansicht allerdings zu ungenau, sodass einem das manuelle Beatmatching schwer gemacht wird. Wer dennoch auf die App fürs professionelle Mixing vertrauen möchte, wird schnell mit den nötigen In-App-Kaufangeboten konfrontiert. Weitere Effekte, ein Sampler mit zwölf Slots und entsprechend vorgefertigtem Futter, eine Automix-Funktion oder auch die Aufnahme des Mixes sind Features, die nur gegen einen Aufpreis erhältlich sind. Dabei kann man die Features jeweils einzeln oder als Komplettpaket einkaufen.

Der Vorteil der Cross DJ-App liegt eigentlich nur darin, dass man hier ein kostenloses Testpaket auf allen Plattformen erhält, das einem einen Vorgeschmack aufs Mobile-Device-Mixing bietet. Das manuelle Beatmatching liegt dabei weniger im Fokus, denn die platzverschwendende Darstellung der Decks als Schallplatte lässt keine visuelle Kontrolle von Cue-Punkten zu. Parallel verlaufende Wellenformen gibt es leider nur in Kleinansicht, was einen letztendlich dazu zwingt, nur per Gehör zu mixen oder sich auf die BPM-Erkennung der App zu verlassen.

Preis: Gratis
Download iOS Download Google Play

DJ Player Professional

Mit der Betonung auf "Professional" ist DJ Player Profesional aktuell die wohl umfangreichste und präziseste App, die sich ein DJ wünschen kann. Die in Schwarz gehaltene Oberfläche ist zwar nicht unbedingt ein Augenschmaus, jedoch ist der Funktionsumfang von DJ Player Professional so groß, dass sich diese App sogar mit professionellen Desktopanwendungen messen kann. Wo die meisten DJ-Apps bei Effekten, Loops und sonstigen Spielereien aufhören, setzt DJ Player Professional an und bietet mit ausgereiften Beatgrids, MIDI-Mapping, bis zu 4 Decks sowie der Synchronisation per Ableton Link und einer DVS-Unterstützung (für Traktor und Serato Timecodes) Features, die den Pro DJ hellhörig werden lassen.

Die Musik zieht die App aus iTunes, einem Dropbox-Ordner oder einem beliebigen Netzwerkordner. DJ Player Professional wirbt dabei mit einer hohen Soundqualität, einer sehr geringen Latenz und einer smoothen Waveformdarstellung ohne Ruckeln oder Aussetzer. Die App erlaubt weiterhin den Anschluss jeglicher MIDI-Controller für freie Mappings und USB Class Compliant Audio-Interfaces. Die Vorteile von DJ Player Professional sind die vielen Einstellmöglichkeiten, die bis ins Detail reichen, und die hohe Konnektivität mit externen Geräten über entsprechende Schnittstellen.

Die Oberfläche wird für den Laien recht unübersichtlich wirken, auch wenn sie sich dynamisch mit der Geräteausrichtung verändert. Der Pro DJ wird auf jeden Fall bei den ersten Gehversuchen merken, dass alles sehr durchdacht angelegt ist und mithilfe der Shift-Taste kaum Funktionen zu vermissen sind. In diesem Sinne ist die App weniger ein Spielzeug, sondern ein professionelles Tool, das auf dem Niveau von Desktopanwendungen wie Traktor Pro oder Serato DJ Pro liegt. DJ Player Professional gibt es nur für iOS-Geräte.

Preis: Testversion kostenlos; Abo ab 2,99 Euro/5 Monate
Download iOS Download Google Play

edjing Mix

Edjing Mix wirbt mit einem erweiterten Musikmanagement, welches es zulässt, die eigene Musik vom Gerät, aus einer Cloud wie Google Drive, Dropbox oder iCloud zu laden. Zudem lassen sich auch Streaminganbieter wie Tidal oder Soundcloud nutzen, die zukünftig um Beatport und Beatsource erweitert werden. Die Oberfläche der App ist dabei sehr aufgeräumt, das Zentrum bildet ein 2-Deck-Mixer, der zwischen zwei virtuellen Turntables sitzt. Hot Cues, EQs, Smart EQs (zum Separieren von Vocals, Percussions und Instrumenten), Loops und ein paar Effekte sind im direkten Zugriff ebenfalls erreichbar. Obendrauf bekommt man einen kleinen Sampler, der durch In-App-Käufen mit Samplepaketen gefüllt werden kann.

Edjing Mix gibt es für iOS und Android und wirkt in seinem Funktionsumfang und der Handhabung ähnlich wie Algoriddim djay Pro AI mit dem Unterschied, dass die App erst sieben Tage gratis nutzbar ist und sich danach entweder in ein 7,99 Euro teures Abo pro Woche oder ein 40,99 Euro teures Abo pro Jahr verwandelt. Ein kleines Highlight ist die Option, einen Bluetooth Crossfader als externes Gerät mit der App zu verbinden. Zusätzlich gibt es die Option, die App mit DVS-Timecodes oder normalem Audio-Vinyl zu nutzen - auch MIDI wird von der App unterstützt.

Edjing gibt es für 8,99 Euro im Appstore auch als Pro-Version ohne Abo, bei der für präziseres Arbeiten eine große Wellenformansicht vorhanden ist und die Funktionen mit weniger Gesten erreicht werden. Obendrauf gibt es neben der automatischen BPM-Erkennung auch das manuelle Nachjustieren per Tap und Beatgrid. Wer eine App zum professionellen Auflegen sucht, bekommt mit edjing Pro eine Software, die mit allen Basics und dem Zugriff auf viele Musikquellen ausgestattet ist. Fürs Ausprobieren und als Spielerei reicht edjing Mix vollkommen aus.

edjing Mix: ab 7,99 EUR im Abo
edjing Pro: 8,99 EUR
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Pacemaker

Die schwedische App Pacemaker tritt das Erbe einer gleichnamigen Hardware-Lösung an, die als stylisches und innovatives Gadget die Herzen der DJs erobern wollte. Das Unterfangen glückte auch durchaus, aber nach circa drei Jahren wurde die All-in-one-DJ-Lösung im Hosentaschenformat, die mit einer 120-GB-Festplatte, zwei Decks, Mischpult, Crossfader und Effekten ausgestattet war, von der technischen Entwicklung ein- und überholt und somit vom Markt genommen. Ein Neuanfang sollte mit der App Pacemaker gelingen, die in zwei unterschiedlichen Versionen für iOS angeboten wird. Während die iPhone-Ausgabe DJ-Funktionen ausschließlich automatisch ausführt, bietet die iPad-Umsetzung "echte" DJ-Features. Die App kann sieben Tage lang kostenlos getestet werden und kostet im Anschluss 5,49 Euro pro Woche oder 16,99 Euro pro Monat.

Die App Pacemaker bietet eine sehr schlanke Bedienoberfläche mit zwei multifunktionalen, kreisförmigen Bedienelementen. Die Kreise dienen zur Kontrolle der Songs und durch Umschalten auch zur Änderung der Songtempi, Steuerung von EQs, Loops und Beatjump sowie sieben Effekten (Echo, Reverb, Chop, Filter, Roll, Noise und Bitcrusher). Die kombinierte EQ/Effekt-Steuerung kann vom Anwender angepasst werden, hier lassen sich EQ-Bänder und Effekte auswählen und beliebig anordnen. Es ist allerdings nicht möglich mehrere Parameter simultan zu steuern. Der Mixvorgang erfolgt per automatischem oder manuellem Beatmatching und einem Crossfader. MIDI-Controller und Audiointerfaces werden nicht unterstützt, möchte man Vorhöhren, kann man ein Audiosplitterkabel verwenden. Da Spotify für DJ-Apps nicht mehr nutzbar ist, sind im Abopreis von Pacemaker die Musikkataloge der Labels Sony Music Entertainment und der Warner Music Group enthalten.

Preis: ab 5,49 Euro im Abo
Download iOS

Veröffentlicht in Features und getaggt mit Algoriddim djay 2, Android, app, DJ Player Professional, edjing Mix, iOS, iPad, iphone, Mixvibes Cross DJ, mobil, smartphone, tablet, traktor dj app

Geschrieben von:
Marius Pritzl

1Kommentare zu "Überblick: Die besten DJ-Apps zum Auflegen | 2022"

mike wissler 4. Dezember 2020 •16:40 Uhr

mike

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