Wien: Debatte um sexuelle Übergriffe in der Clubszene

Wien: Debatte um sexuelle Übergriffe in der Clubszene

News. 29. August 2023 | 3,0 / 5,0

Geschrieben von:
Redaktion

In der Wiener Clubszene ist eine Debatte um sexuelle Übergriffe wieder entflammt. Unter dem Hashtag TechnoMeToo werden derzeit zahlreiche sexistische Übergriffe und Fälle sexualisierter Gewalt gesammelt. 

Derzeit wird in Wien wieder über häufige sexuelle Übergriffe und Gewalt innerhalb der Clubszene diskutiert. Ausgangspunkt ist die Anklage einer Frau, die einen bekannten Protagonisten des Wiener Nachtlebens Vergewaltigung vorgeworfen hat. Der Mann wurde wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung und Körperverletzung verurteilt, doch ist nach wie vor Teil der Szene und organisiert Partys. Die Frau hatte sich daraufhin an Frederika Ferková, Gründerin der feministischen Kollektivs 'hausgemacht', gewandt, die wiederum den Aufruf TechnoMeToo startete. Unter diesem Hashtag sind mittlerweile zahlreiche Übergriffe dokumentiert und die österreichische Tageszeitung 'Der Standard' sowie 'radio fm4' berichteten ausführlich über die Zustände der Wiener Technoszene.

Der Standard berichtet von zahlreichen Übergriffen, Fällen sexualisierter Gewalt und oberflächlichen Verbesserungsvorhaben. So seien zwar Awareness-Teams mittlerweile in den meisten Clubs anzutreffen, diese aber in einigen Fällen falsch geschult oder sogar selbst übergriffig. Die Wiener DJ Therese Terror sieht die Probleme vor allem in der Beschaffenheit der Clubkultur. Immer mehr Frauen seien zwar auf Line-Ups zu finden und die öffentliche Repräsentanz sei gestiegen, die entscheidenden Stellen wie Clubleitung, Booking und Veranstalter:innen seien noch stark männlich dominiert. Das führt in den oftmals prekären Arbeitssituation des Nachtlebens zu Abhängigkeitsverhältnissen.

Martina Brunner, Geschäftsführerin und Leiterin der Vienna Club Commission, möchte daran arbeiten, das Nachtleben und die Clubkultur in Zukunft sicherer zu gestalten. Zum einen veranstaltet die Club Commission Workshops, um für das Thema sexueller Gewalt zu sensibilisieren und zum anderen schlägt sie vor, in Zukunft auch Fördermittelvergabe an bestimmte Parameter zu knüpfen. Nachgewiesene Verstöße gegen einen gewissen Verhaltenskodex sollen dann bei der Vergabe mit einfließen.

Den ganzen Bericht vom Standard findet ihr hier.

 

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