Berliner Förderplattform Draußenstadt: Sieben Millionen Euro für Open Airs

Berliner Förderplattform Draußenstadt: Sieben Millionen Euro für Open Airs

News 15. September 2020

Mit sieben Millionen Euro durch den Corona-Winter: Kultursenator Klaus Lederer will der bedrohten Berliner Subkultur mit der Plattform Draußenstadt unter die Arme greifen und verspricht Unterstützung für weitere Initiativen. Die Open-Air-Saison 2020 fängt also gerade erst richtig an!

Anfang September überraschte der Berliner Senat mit dem "Tag der Clubkultur", ein Förderprogramm, das bis zu vierzig Clubs und Kollektive mit jeweils 10.000 Euro für ein Showcase-Festival am Tag der Deutschen Einheit und ihr langjähriges Engagement auszeichnet - wir berichteten. Vergangenen Mittwoch protestierten rund 6.500 TeilnehmerInnen bei der Großdemo "Alarmstufe Rot" für den Erhalt der Veranstaltungsbranche im Regierungsviertel. Jetzt legt Klaus Lederer von der Partei "Die Linke" noch einmal nach: Mit sieben Millionen Euro soll der Branche durch den Krisenwinter geholfen werden.

Vier von den sieben Millionen erhält die Plattform Draußenstadt: Schon seit 2018 forscht die Floating University, als ehemaliges Regenrückhaltebecken schnell vom Tempelhofer Feld erreichbar, an umweltfreundlichen Städten von morgen, bietet Workshops als Offshore Campus an und hält Events in den selbstgezimmerten Holzbauten auf dem Teichgelände ab. Künstlerisch-soziale Projekte, Veranstaltungen und Initiativen sollen sich bereits in zwei Wochen unbürokratisch für eine Förderung bewerben können. Hier sind bis bis zu 5.000 Euro, in Ausnahmefällen auch mehr, für hunderte Projekte bis ins Jahr 2021 hinein vorgesehen.

Außerdem bekommen die Berliner Bezirke jeweils 100.000 Euro für kleinere Projekte. 1,5 Millionen Euro erhält die Initiative "Urbane Praxis" des Berliner Rats für die Künste. Damit sollen neue Räume für Kunst und Kultur erschlossen werden, etwa die lange geforderten Flächen für legale Open Airs, gegen die sich ein Großteil der Bezirke trotz der vielen illegalen Raves im Sommer immer noch quer stellt.

Die Förderprogramme lassen optimistischer in die Zukunft blicken, gerade beim Blick in andere Bundesländer, wo die Eventbranche komplett im Stich gelassen wird. Doch ob sich Clubs und Kollektive mit Events im Spätherbst und Winter nach den monatelangen Ausfällen des Corona-Sommers retten können, ob sich legale Open Airs mit Glühwein und dicker Skijacke in Berlin wirklich durchsetzen, steht in den Sternen.

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Redaktion

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