'Diff-Pitcher': KI soll Auto-Tune auf ein neues Level heben
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'Diff-Pitcher': KI soll Auto-Tune auf ein neues Level heben

News. 6. Februar 2024 | / 5,0

Geschrieben von:
Redaktion

Wissenschaftler:innen der John Hopkins University behaupten, eine mit Hilfe von künstlicher Intelligenz verbesserte Tonhöhenkorrektur entwickelt zu haben. In einem Video werden die Unterschiede zwischen herkömmlichen Auto-Tune-Programmen und dem 'Diff-Pitcher' präsentiert.

Auto-Tune hat sich in der Pop-Musik längst als treuer Begleiter behauptet. Man könnte ein zufälliges Lied der Billboard Top 100 auswählen und die Chancen, das dabei auf die automatische Tonhöhenkorrektur gesetzt wurde, liegt bei beinahe 100 Prozent. Die Technologie dahinter wurde 1997 erfunden und hat es in kurzer Zeit in die größten Tonstudios der Welt geschafft. Eine Weiterentwicklung der beliebten Gesangs-Veränderung versprechen nun Forscher:innen der Johns Hopkins University in Baltimore.

Das neue Tool nennt sich "Diff-Pitcher" und soll die "Natürlichkeit und Qualität der Tonhöhenkorrektur" verbessern. Das Programm arbeitet dabei anders als das übliche Auto-Tune, das auf Paaren von korrigierten und Originalstimmen trainiert ist. Diff-Pitcher produziert hingegen eine visuelle Darstellung (Spektogramm) der zu korrigierenden Originalstimmen, identifiziert die relevanten Zielnoten und sagt die erforderlichen Anpassungen voraus. Danach wandelt es das veränderte Spektogramm wieder in Audio um. Eine kurze Vorführung gibt es in diesem Video.

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Die in dem Video vorgestellten Lieder der aus Singapur stammenden Sängerin Tanya Chua wirken mit dem Diff-Pitcher tatsächlich natürlicher und angenehmer als das Gegenstück mit Auto-Tune. Dazu muss man allerdings anmerken, dass die Intensität des verwendeten Auto-Tune großen Einfluss auf das Ergebnis hat und hier auf eine hohe Intensität gesetzt wurde.

Anwendungsbereiche gehen über Musik hinaus

Laut Forschungsmitglied Jiarui Hai, Doktorand in der Abteilung für Elektro- und Computertechnik, bietet Diff-Pitcher mehr Flexibilität für Produzent:innen. "Die Ergebnisse klingen sehr natürlich, und im Gegensatz zu älteren Methoden zur Festlegung der Tonhöhe können wir immer noch regulieren, wie hoch oder tief die Stimme geht", sagte Hai.

Dabei ist Diff-Pitcher laut Hai nicht nur für die Musikproduktionen interessant. Ein Einsatz könnte auch im medizinischen Bereich erfolgen. "Die Technologie könnte die Behandlung eines ganzen Spektrums von Sprachstörungen revolutionieren, indem sie Patienten nach einer Kehlkopfektomie wertvolle Unterstützung bietet und zur Rehabilitation der Stimme von Schlaganfallopfern beiträgt", so Hai.

Alles weitere zum Diff-Pitcher gibt es in einem Bericht der Universität.

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