Essentials: Classic Deep House

Essentials: Classic Deep House

Features 13. April 2019

Unter dem Begriff Deep House vereinen sich mittlerweile zahlreiche verschiedene musikalische Formen, die klanglich nur wenig miteinander zu tun haben. Wankelmut, Âme oder Kerri Chandler werden unter Deep House gelabelt, obwohl ihre Musik extrem unterschiedlich ist. Dass dem so ist, hat unterschiedliche Gründe (wie in unserem historischen Exkurs zu Deep House nachzulesen), zeigt aber vor allem eins: Begriffe und Genres sind nicht immer klar definiert und ändern sich vor allem im Laufe der Zeit in verschiedenste Richtungen. Um den Unklarheiten ein wenig entgegenzuwirken, stellen wir euch hier einige der essenziellen Tracks des „Classic Deep House“ vor. Jene Spielart, die sich Mitte der 80er Jahre aus dem Chicago House entwickelte und bis heute eine eigenständige Klang-Ästhetik aufweist.

Mr. Fingers - Can You Feel It

1986 veröffentlichte Larry Heard unter dem Pseudonym Mr. Fingers diesen Track und begründete damit das Genre des Deep House. „Can You Feel It“ ist die Blaupause des Subgenres. Das reduzierte Tempo, die eigenwillige Akkordstruktur und der jazzige Sound sind bis heute charakteristisch für den klassischen Deep House.

Jack J - Something (On My Mind)

Jack Js „Something“ ist der jüngste Track in dieser Liste. 2014 veröffentlichte der Kanadier Jack Jutson seine „Looking Forward to You“ EP. Die B-Seite entwickelte sich schnell zu einem der Tracks des Jahres. „Something“ versprüht mit seinem organischen Sound eine unnachahmliche Wärme und die sich über zehn Minuten erstreckenden simplen Loops geben dem Ganzen eine hypnotische Wirkung.

Kerri Chandler - Rain

Hier könnten auch Tracks wie „Mommy What’s A Record“, „Atmosphere“ oder „Downtown“ stehen. Kerri Chandler mauserte sich Anfang der 90er zu einem der populärsten Vertreter des Deep House. Vor allem deswegen, weil er die in Chicago gelegte Grundformel mit dem Garage House aus New York vermengte. Seine Tracks sind treibender und minimalistischer und teilweise auch roher als die seiner Kollegen aus Chicago.

Theo Parrish - Lost Angel

Auch Detroit entwickelte seine eigenen Formen des Deep House. Neben Moodymann und später Omar S, gehört vor allem Theo Parrish zu den größten Vertretern der Motor City. An dem roughen und düsteren Klang Detroits orientiert entziehen sich seine Tracks immer wieder dem klassischen Clubkontext, und die Songstrukturen, Harmonien und Samples kommen mitunter sperrig daher. In seinem Gesamtwerk sprengt Parrish die Grenzen des Genres und beeinflusste damit nicht nur die House und Techno Szene, sondern findet auch im Jazz und Hip Hop Gehör.

Pepe Bradock - Deep Burnt

Deep Burnt vom Franzosen Pepe Bradock gehört zweifellos zu einem der bekanntesten Tracks - nicht nur der Deep House, sondern der gesamten House Szene.

Oskar Offermann & Moomin - Hardmood

Unter anderem mit Aim Records, Smallville oder Workshop finden sich auch in Deutschland einige Label, die sich dem Deep House zuordnen lassen. Zumeist vermischt sich der Deep House hierzulande mit dem Minimal und technoidem Sound, der vor allem in den 2000er Jahren die Clubs dominierte. Hardmood von Oskar Offermann & Moomin erinnert dagegen stark an den New Yorker Stil von Kerri Chandler.

Spotify

Viele der Klassiker die in unseren Essentials aufgeführt werden, lassen sich aufgrund ihres Alters oder Nischenstatus nur über YouTube finden, daher verwenden wir in unserer Auflistung überwiegend diese Plattform. Um aber auch mobil einen leichten Zugriff zu haben, tragen wir bei Spotify auffindbare Tracks in thematischen Playlists zusammen und ergänzen diese um weitere Beispiele aus dem jeweiligen Genre.

1 Kommentare zu "Essentials: Classic Deep House"

Chris Fisher 30. April 2019 • 17:39 Uhr

Gute audio samples im Deep House-Stil https://www.lucidsamples.com/deep-house-samples-packs/198-deep-house-nu-garage-one-shots-bundle.html

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