Getestet: VESTAX HMX-05
wie man sieht: klappbar

Getestet: VESTAX HMX-05

Archiv 28. Februar 2013

Neue Kopfhörer sind eigentlich nix Ungewöhnliches - von Vestax allerdings schon! Wir haben den neuen HMX-05 einem kurzen Test unterzogen.Von Vestax kennt man ja eher gestandene Controller, wie VCI-100/300/400/380 usw. oder kreative Battlemixer, wie PMC-05Pro4. Beim Thema Kopfhörer ist dies allerdings nicht gerade der Hersteller, der einem als erstes einfallen würde. Dennoch ist der neue HMX-05 nicht der erste Kopfhörer aus der japanischen Produktschmiede, aber der aktuellste und einer mit Potential, um so viel schon mal vorweg zu nehmen.

Mit gefühlt ähnlichem Gewicht wie ein AIAIAI TMA-1 (und somit geringfügig schwerer als ein Sennheiser HD-25), in etwa gleich großen und sehr fest-aufliegenden Ohrmuscheln, die mit einer Kunstleder-Polsterung versehen sind, und einem ultra-flexiblen Kopfbügel, der durch ein weiches Silikonband gepolstert ist, lässt sich der HMX-05 flexibel und bequem tragen. Man kann ohne Probleme eine Muschel nach hinten schieben und hat trotzdem noch ausreichend Anpressdruck, sodass sich der Kopfhörer auch bei schnellen und ruckartigen Kopfbewegungen nicht aus seiner gewünschten Lage hinfort bewegt. Die beiden Ohrmuscheln sind jeweils um ca. 3cm höhenverstellbar und lassen sich, vornehmlich für den Transport nach innen einklappen. Dieser Klappmechanismus sorgte bei mir zunächst kurz für Verwirrung: denn wenn man die Muscheln einfach nur einklappt, so klappt die erste bis zum Kopfbügel und die zweite bis auf die erste Muschel. Was zur Folge hat, dass sich die Gesamtgrösse im eingeklappten Zustand nur um 1/3 verringert hat, und man sich fragt, wozu dann so eine aufwändige Konstruktion, da es sich bei den Scharnieren sogar um eine solide Metall-Ausführung handelt. Ein Blick auf die Produktbilder bringt mich dann ein Stück weiter und macht den Kopfhörer eingeklappt sogleich nochmal ein weiteres Drittel kleiner: man muss dazu nur die Muscheln voll ausfahren, einklappen und dabei nebeneinander "klemmen", also die Flexibilität des Kopfbügels nutzen, damit die Ohrmuscheln nebeneinander und nicht aufeinander liegen. Clever.

wie man sieht: klappbar
wie man sieht: klappbar

Beim Kabel setzt Vestax auf eine dünne Flachband-Variante in reiner 3,5mm Klinken-Ausführung, auf der "Mixerseite" mit gewinkeltem Stecker und mitgeliefertem Adapter auf 6,3mm Klinke. Der Klinkenanschluß an der Ohrmuschel ist nicht mit einem Lock-Mechanismus versehen, allerdings sitzt das Kabel sehr straff und machte im Test nicht den Anschein, es würde ungewollt heraus rutschen. Das Kabel ist mit 1,2 m aber wirklich ganz schön kurz bemessen und läßt nicht wirklich viel Bewegungsspielraum beim Auflegen. Da die Ohrmuschel aber wie angesprochen eine 3,5mm Stereo-Klinkenbuchse ohne Arretierung besitzt, kann man ohne Probleme auch andere, längere Kabel von Drittherstellern verwenden. Das dünne, kurze Kabel aus dem Lieferumfang ist trotz allem aber nicht DJ-untauglich und zudem Smartphone- bzw. MP3-Player-freundlich. Darauf, also auf Smartphone, komme ich gleich nochmal drauf zurück.

vestax_hmx05_3a

Die verbauten 40mm Treiber liefern laut Datenblatt 103 dB und sind subjektiv gefühlt ein bisschen leiser als HD25 oder TMA-1, aber dennoch ausreichend laut für den Clubbetrieb, und somit auch für zuhause und unterwegs. Klanglich gibt es keine besonderen Auffälligkeiten, alles wird recht ausgewogen wiedergegeben ohne in einem speziellen Bereich besonders zu färben. Der Kopfhörer hat mit 22 Ohm eine für DJ-Headies sehr niedrige Impendanz (im Vergleich: Hd25 hat 70 Ohm, TMA-1 hat 32 Ohm), was aber vor allem dem Betrieb am Smartphone dienlich ist, da man somit eine höhere Lautstärke erreicht. Trotz dieser niedrigen Impendanz neigt der HMX-05 nicht übermäßig zu frühzeitigem Übersteuern und bildet das Signal auch im hohen Bereich klar und deutlich ab. Alles in allem kann man ihn ohne Schwierigkeiten anhören, auch über einen längeren Zeitraum.

Fazit
Mit aktuell 99 EUR liegt der HMX-05 deutlich unter den im Test genannten Vergleichsmodelle HD25 und TMA-1 und bietet somit eine durchaus überlegungs- weil preiswerte Alternative für alle, die keine 180 EUR für einen Kopfhörer ausgeben möchten. Die Verarbeitung ist solide und durchdacht, und der Gesamteindruck lässt sich mit "gut" bezeichnen. Zum "sehr gut" hätte es gereicht, wenn Vestax ein längeres und nicht ganz so filigranes Kabel mit dazu gepackt hätte und es eine Dokumentation für einen eventuellen Ohrpolster-Tausch gäbe. Aber unterm Strich ist der HMX-05 absolut sein Geld wert und für all jene interessant, die in diesem Preissegment mal etwas anderes möchten als die großflächig vertretenen Kandidaten von Reloop oder Pioneer, deren Verarbeitung mehr Plaste und dadurch weniger Stabilität aufweist.

Vestax HMX-05 kaufen (99 €)
Produktseite des Herstellers

Veröffentlicht in Archiv und getaggt mit 100 , 300 , controller , hmx-05 , hmx05 , Kopfhörer , pioneer , vci , Vestax , vestax hmx-05

Geschrieben von:
admin

0 Kommentare zu "Getestet: VESTAX HMX-05"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.