Test: Korg Monotribe

Test: Korg Monotribe

Tests 13. Juli 2011

Wem ein Monotron zu wenig und eine Electribe zu teuer ist, der greift genau dazwischen und schnappt sich eine Monotribe.
Tribe

Korg’s neuer analoger Kleinformat Syntheszier mit integriertem Stepsequenzer ist handlich, finanziell erschwinglich, flexibel einsetzbar und vor allem macht er Laune. Im Gegensatz zum Monotron läßt sich die Monotribe auch per Netzteil betreiben, was dauerhaften Spaß garantiert. Keine Sorge mehr, daß genau im falschen Moment die Batterien leer sind und keine vollen mehr bereit liegen – derer man übrigens 6 Stück im Mignon-Format benötigt.

Der Lautsprecher ist ebenfalls gewachsen und macht für die Größe recht ordentlich Druck. Für vollen akustischen Gbrauch greift man dann aber doch lieber zum Kopfhörer oder noch besser: per Adapterkabel 6,3mm Stereoklinke auf Cinch direkt ab ins Mischpult und über die großen Boxen gelauscht. Im Inneren arbeiten zahlreiche elektronischen Bauteile zur Klangsynthese, Soundverbiegung, Filterung und Oszillation, sprich: Wir haben es hier mit einem waschechten vollanalogen Synthesizer/Sequenzer zu tun. Selbst das integrierte Drummodul ist analog; deren 3 Bestandteile (Bassdrum, HiHat und Snare) sind allerdings fest vorgegeben und lassen sich klanglich nicht verändern. Durch den 8-fach Stepsequenzer kann man daraus aber sehr variable Rhythmen basteln, die dann als Grundlage für die Synth-Spur dienen.

Der Synthesizer-Teil ist das Herzstück und hat mit VCO, VCF, VCA und einem LFO alles Notwendige an Bord, um dem kleinen Kasten Leben einzuhauchen. Beim Filter setzt Korg auf seinen zur Legende gewordenen MS-20 Filter und hat dessen Charakteristik auch bei der Monotribe überzeugend realisiert. Über eine 3,5mm Klinkenbuchse kann man übrigens auch externes Material durch diesen Filter schicken. Angesteuert wird der Synth über die Ribbon-Tastatur, die der versierte Monotron-User bereits kennen gelernt hat. Durch die Aufnahmefunktion lassen sich eingespielte Melodien auch gleich als Sequenz auf die 8 Steps legen und loopen.

Werfen wir nun noch einmal einen kurzen Blick auf die Anschlußmöglichkeiten an der Rückseite. Neben Netzteil (optional, nicht im Lieferumfang), den bereits erwähnten Audio-IN & -OUT Buchsen und dem Kopfhöreranschluß sind noch zwei weitere Verbindungen zu finden: Sync-In und Sync-Out, jeweils im 3,5mm Klinkenformat. Im Lieferumfang befindet sich auch schon ein Miniklinkenkabel, mit dem man dann über die erwähnten Sync-Buchsen die Monotribe mit einer weiteren Monotribe verbinden und somit synchronisieren kann – und zwar beliebig oft.

Doch nun kommt der Clou: Die Monotribe versteht sich nicht nur mit ihresgleichen, sondern mit jedem anderen kompatiblen Taktgeber- bzw. Empfänger, sei es ein weiterer Hardware-Synthesizer oder ein Performance-Tool auf dem Rechner. Und obwohl man einen MIDI- oder USB-Anschluß vergeblich sucht, durch den sich eine Masterclock aus Traktor oder Ableton Live an die Monotribe senden ließe, ist auch dies problemlos über einen Trick möglich: man nehme dazu nur das Metronom bzw. den Tick und schicke dieses Signal über die Sync-In Buchse an die Monotribe. Das Ergebnis ist überzeugend, selbst ein Tempowechsel in Traktor bringt die Monotribe nur kurz aus der Fassung.Wie auch schon beim Monotron macht es Korg den Bastlern, Moddern, Circuit-Bendern & Was-von-der-Stange-Veränderern einfach und hat im Manual ein Schaltschema abgebildet, sowie die Bauteile auf der Platine dokumentiert.

Als im Herbst letzten Jahres die analoge Spaßgeschichte mit dem Monotron begann, war es nur noch eine Frage der Zeit, wann und wie es weiter geht. Die Fortsetzung in Form der Monotribe ist Korg jedenfalls mehr als gelungen. Der Kasten macht Spaß, ist mit 199€ finanziell mehr als akzeptabel und bietet sowohl Einsteigern als auch Analog-Freaks & Hardware-Enthusiasten eine Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Durch den Stepsequenzer und das Drummodul, als auch der Sync-Option mit anderen Geräten ist die Monotribe nahezu überall und jederzeit einsetzbar, egal ob als Mini-Liveact-Sequenzer, Studiosynthesizer oder DJ-Tool.

Preis: 199 EUR
Mehr Informationen auf der Korg-Website.

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