Mixerkauf – was beachten?

Mixerkauf – was beachten?

Archiv 24. Februar 2012

DJ-Mixer gibt es quasi wie Sand am Meer. „Den“ richtigen Mixer wird man dabei auch nie finden. Aber wer ein paar kleine Tipps beachtet, kommt dem Ideal dabei schon sehr nahe.

Bei der geplanten Anschaffung eines neuen Mischpults gibt es zwei Herangehensweisen:
– möglichst viele Features für möglichst wenig Geld! oder
– in Features investieren, die man auch tatsächlich benötigt
Ersteres ist schnell erledigt, man muss nur die Produktliste nach aufsteigenden Preis sortieren und von vorne anfangen zu blättern, bis man beim ersten Vierkanal-Effekt-Soundkarten-MIDI-Schnickschnack-Pult für 199 EUR angekommen ist. Die zweite Methode erfordert da schon ein wenig aktive Mitarbeit und vor allem Disziplin. Nicht jedes XXL-Megamenü kann neben Volumen auch durch Geschmack überzeugen. Gerade bei Mixern, aber auch bei fast allen anderen DJ-Tools, ist die Beschränkung der gewünschten Features auf das wirklich Essentielle ein guter Weg, um für seine anvisierte Investitionssumme auch adäquate Qualität zu erhalten. Hieraus ergibt sich auch eine Faustformel:

100 EUR pro Kanal & pro Feature
Mit dieser Kalkulation kann man sicher sein, ein qualitatives Pult zu erhalten. Im Umkehrschluss heisst das allerdings auch, dass der bereits genannte Vierkanal-Effekt-Soundkarten-MIDI-Schnickschnack-Mixer für 199 EUR nur eines bedeutet: nämlich viel Mixer mit wenig bis Null Qualität für kleine Münze. Natürlich hängt sowas auch immer von den eigenen Bedürfnissen und dem Anspruch ab. Aber gehen wir mal von einer „normalen“ Erwartungshaltung aus, so wird diese mit einem solchen Gerät mit Sicherheit nicht befriedigt werden können.
Daher unser Tipp: rechnet mit jeweils 100 EUR pro Kanal und pro Feature, das der Mixer bietet und schon könnt ihr den ausgerufenen Preis und dadurch auch die Qualität ganz gut beurteilen. Wenn man sich als Beispiel den Xone:22 von A&H heran nimmt: zwei Kanäle und ein Filter, macht 100 + 100 + 100 = 300 EUR; kosten tut er aktuell 299 EUR -> passt! Oder der DN-X1100 von Denon: vier Kanäle und eine gute Effektschleife, macht 4 x 100 EUR + 100 EUR = 500 EUR, der aktuelle Preis liegt mit 569 EUR sogar noch einiges drüber -> passt ebenfalls!
Diese Rechnung muss & kann natürlich nicht immer auf den Cent genau passen, aber es gibt einem eine ganz gute Grundorientierung, wie viel man in etwa für sein gewünschtes Gerät zahlen muss. Dazu muss man die Rechnung nur andersrum angehen, also alle gewünschten (und wirklich benötigten) Kanäle & Features auflisten und addieren, und schon hat man einen Preisrahmen, was so ein Gerät bei entsprechender Qualität mindestens kostet.
Beim Stichwort „benötigte Kanäle & Features“ sind wir dann auch schon bei Tipp Nr. 2:

Ungenutzte Features sind totes Kapital
Immer wieder erleben wir, dass jemand unbedingt einen Vierkanalmixer braucht. Auf die Frage nach dem „warum“ hören wir dann sehr oft, weil zuhause ja schließlich zwei CD-Player und zwei Plattenspieler stehen! Hm, okay… Kann man natürlich machen. Aber da jeder aktuelle DJ-Mixer pro Kanal wenigstens zwei Zuspieler verarbeiten kann (meist je 1 x Phono & Line), sollte man sich viel eher die Frage stellen, wie viele Quellen man gleichzeitig mixen möchte, anstelle die Summe der angeschlossenen Geräte zu fokussieren. Kommt man nämlich zu dem Schluss, eh immer „nur“ abwechselnd von A nach B und zurück zu blenden, so braucht es dazu keinen Vierkanäler. Bei dieser Überlegung kommt auch automatisch wieder die 100-EUR Faustformel ins Spiel: einen guten Zweikanalmixer gibt es ab ca. 200 EUR, das entsprechende 4-Kanal Pult allerdings erst ab 400. Wenn man nun keine 400 EUR ausgeben möchte und sich daher für bereits mehrfach genannten Vierkanal-Effekt-Soundkarten-MIDI-Schnickschnack-Mischer entscheidet, hat man massig ungenutzte Features (auf den anvisierten Verwendungszweck gesehen) bei nicht gerade guter Verarbeitungs- & Klangqualität. Dann lieber ein wenig Verzicht geübt und nur das gekauft, was tatsächlich nötig ist, dafür aber die Basis für qualtitatives Arbeiten über einen längeren Zeitraum geschaffen.
Auch andere (exotische) Features sollte man bei dieser Überlegung mit in Betracht ziehen. Wer mit einer MIDI-Funktion am Mixer absolut nix anfangen kann, der wird es auch nicht vermissen, wenn es eben NICHT integriert ist. Somit tun sich schon wieder Alternativen auf: vielleicht dann doch lieber ein externes Audio-Interface anstelle dem eingebauten und sich mal einen schnörkellosen Analogmixer angesehen, der für gleiches (oder weniger) Geld die bessere Klang- und Verarbeitungsqualität bietet. Dies sei nur eines von vielen Beispielen und steht stellvertretend für alles, was heutige Mixer so alles beherbergen: Filter, Effekte, Soundkarte, MIDI, Send/Return, XLink, Pro-Link, Faderstart, dies das und jenes… Klar ist es schön zu wissen, etwas zu haben und es VIELLEICHT irgendwann mal zu brauchen. Aber sollte man einem Feature nicht schon von Beginn an das Potential der baldigen Nutzung zusprechen können, ist es wirklich ratsamer, erst mal drauf zu verzichten und diese „Ersparnis“ eher dort zu investieren, wo man sie auch tatsächlich einsetzen und nutzen kann – und WIRD!
Gerade ein Mixer ist so ziemlich das Herzstück eines DJ-Setups, daran verbringt der DJ die meiste Zeit, damit arbeitet er am meisten. Und so sollte auch dieses wirklich wichtige Gerät entsprechende Voraussetzungen bieten, eine Wohlfühlatmosphäre entwickeln und generell eine solide Basis darstellen.

Mit Sicherheit gibt’s noch viel mehr Tipps oder Ratschläge. Aber die beiden genannten sind eigentlich sehr allgemeingültig und auf alle Modelle anwendbar. Alles weiterführende würde dann schon fast wieder zu spezifisch werden und man müsste dies auf den individuellen Fall anpassen. Eventuell kann sich dies ja der ein oder andere beim nächsten Mixerkauf zu Rate ziehen und seine Entscheidung somit leichter & effektiver fällen.
Wir verzichten an dieser Stelle ganz bewusst auf konkrete Mixertipps, die genannten Modelle in diesem Artikel sollen auch lediglich als Beispiele dienen!

Mixer im Angebot des Musikhaus Thomann

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