DJ-Mixer, die im Clubbereich und auf größeren Events eingesetzt werden tragen meist das Merkmal, das sie robust gebaut sind und über mindestens vier Eingangskanäle verfügen um CD-Mediaplayer und Turntables anzuschließen. Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn sie bei häufig wechselnden DJs ein Maximum an Konnektivität und Kompatibilität bieten. Gerade im Hinblick auf DJs deren Musik vom Laptop kommt kann z.B. ein integriertes Audio-Interface das Gewicht der Equipment Tasche um einiges senken und lästiges Verkabeln verhindern. Wir haben deswegen eine Liste der besten Clubmixer 2018 erstellt, die aus persönlichen Erfahrungswerten, Infos von Händlern und den durchschnittlichen Anforderungen eines Clubmixers entstanden ist. Dazu gehören Kriterien wie Verarbeitung, Anschlussmöglichkeiten, Bedienbarkeit und letztendlich auch die inneren Werte wie Klang und Ausgangsleistung.

Pioneer DJ DJM-900NXS2

Die DJM-Serie von Pioneer DJ ist schon seit geraumer Zeit in den meisten Clubs vertreten. Der DJM-900NXS2 ist dabei das jüngste Flaggschiff der Pioneer Clubmixer. Bei diesem digitalen 4-Kanaler wurde die Soundqualität, im Vergleich zum DJM-850, durch einen 64-Bit-DSP, nochmals gesteigert. Mit überarbeiteten Frequenzbereichen beim 3-Band-EQ und einem riesigen Effekt-Arsenal an Bord bietet der DJM-900NXS2 jede Menge Möglichkeiten ein Set zu gestalten. Die einfache Bedienung steht dabei immer im Vordergrund. Neben den sechs Soundcolor-Effekten stehen vierzehn weitere Beateffekte zur Verfügung, die über ein OLED-Display angezeigt werden. Dabei lassen sich diese Effekte auf bestimmte Frequenzbereiche separieren. Wer weitere Effekte benötigt, kann über die Send-Return-Schleife entweder externe Effektgeräte oder optional auch per USB die RMX-1000 iPad App als zusätzliches Effektgerät nutzen. Die verbaute 24 Bit/96 kHz USB-Soundkarte besitzt vier Stereo-Eingänge und fünf Stereo-Ausgänge. Dies ermöglicht Computer-DJing mit Traktor Pro, Serato DJ oder auch Rekordbox DJ inklusive einer Timecode-Steuerung. Für nahtlose DJ-Wechsel stehen zwei USB-Anschlüsse bereit. Insgesamt können bis zu vier Plattenspieler/CD-Mediaplayer angeschlossen werden. Wer bereits über die größeren CDJs oder XDJs verfügt, kann diese auch digital mit dem Mixer verbinden.

DJM-900NXS2 DJ-Mixer von Pioneer DJ.

Die Oberfläche des DJM-900NXS2 ist klar strukturiert, sodass man sich auf Anhieb schnell zurechtfindet. Die langen LED-Ketten für Master- und Einzelkanäle vermitteln ein klares optisches Feedback über die Pegel. Die Faderkurven lassen sich in ihrer Charakteristik 3-stufig verändern, sodass auch Scratch-DJs mit diesem Clubmixer arbeiten können. Der DJM-900NXS ist ein Allround-Mischpult, das digitale und analoge Konnektivität vereint und durch die Onboard-Effekte viel Spielraum für Soundmanipulationen bietet ohne dabei an Übersichtlichkeit zu verlieren. Dementsprechend wird sich jeder fortgeschrittene DJ sofort zurechtfinden ohne die Bedienungsanleitung lesen zu müssen.

Merkmale:

- Digitales Multitalent mit einfacher Bedienung und vielen Effekten
- Traktor, Serato und Rekordbox DVS kompatibel
- Preis: 2200 EUR

Pioneer DJM-900NXS2

Allen & Heath Xone:96

Der Xone:96 ist ein analoger 6+2-Kanal-Mixer, der als Update des Xone:92 gesehen werden kann. Dabei wurden die Vorzüge des Xone:92 beibehalten und die Schwachstellen ausgebessert. Das Layout des Xone:92 wurde dabei weitestgehend übernommen, sodass sich Xone-User direkt zurechtfinden werden. Die wohl größte Veränderung, die im Xone:96 schlummert, ist die duale 32 Bit/96 kHz Soundkarte, die mit sechs Stereo bzw. zwölf Kanälen rein und raus geht. Sie ist ab Werk Traktor Scratch Ready. Durch den doppelten USB-Anschluss sind dementsprechend fliegende DJ-Wechsel über zwei Laptops möglich. Wer im Team auflegt, wird sich über die zweite Vorhörsektion freuen, die einem zweiten DJ ein unabhängiges Cueing ermöglicht. Mit zwei Sends pro Kanal und insgesamt vier Returns bietet der Xone:96 jede Menge Anschlussmöglichkeiten für externe Effektgeräte, Synths, Drummachines oder Sampler.

Xone:96 DJ-Mixer von Allen&Heath.

Für ein präzises Eingreifen in den Sound sorgt ein überarbeiteter 4-Band-EQ. Auf den beiden Return-Kanälen, die optional auch als Mikrofonkanäle nutzbar sind, befindet sich sogar ein parametrischer Mitten-EQ. Obendrauf hat der Booth-Ausgang ebenfalls einen 3-Band-EQ bekommen. Die bekannten VCF-Filter des Xone:92 sind beibehalten worden. Sie besitzen jetzt zusätzlich einen Crunch-Regler, mit dem man das Signal harmonisch anzerren kann. Die Kanal- und Crossfader-Kurven sind nun über drei Stufen einstellbar. Als Crossfader wurde ein MiniInnofader verbaut, der auch gegen den großen Innofader getauscht werden kann. Dementsprechend sind auch Scratches mit dem Crossfader möglich. Die Stärken des Xone:96 liegen in den umfangreichen Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte, was ihn für Live-Sets genauso attraktiv macht wie für Back2Back Team-DJing.

Des Weiteren hat er den warmen und druckvollen Sound des Xone:92 geerbt, den er jetzt mit noch mehr Headroom nach außen trägt.  Durch den 4-Band-EQ und die VCF-Filter kann man präzise in den Sound eingreifen, was ihn aber nicht unbedingt bedienfreundlicher macht. Die Doppel-USB-Soundkarte bietet viele Routing-Möglichkeiten, um z. B. parallel mit Traktor und Ableton zu spielen. In diesem Sinne dient der Xone:96 vorwiegend dem professionellen Einsatz, bei dem der Eingriff in Details möglich ist wie bei kaum einem anderen DJ-Mixer.

Merkmale:

- Warmer analoger Sound
- Geeignet für viele Eingangsquellen und präzisen Eingriff in Frequenzen
- Traktor Scratch zertifiziert
- Preis: 1795 EUR

Testbericht Xone:96

Pioneer DJ DJM-750MK2

Nachdem der DJM-850 ausgedient hat, gilt der DJM-750MK2 als kleiner Bruder des DJM-900NXS2. Man kann ihn als die preiswertere 4-Kanal-Variante in abgespeckter Form betrachten. Dennoch ist er clubtauglich und kommt mit dem Rekordbox DVS-Paket im Bundle. Die interne USB-Soundkarte sorgt dabei mit einer 32-Bit-Wandlung für den digitalen Anschluss. Mit Traktor funktioniert er leider nur ohne Timecode-Unterstützung, mit Serato DJ gar nicht. Dennoch gleicht der DJM-750MK2 das mit seiner Verarbeitung im Stil der NXS-Serie und dem Arsenal an Effekten in gewohnter Pioneer Qualität aus. Hier werden vier Soundcolor-Effekte und elf Beateffekte angeboten, die sich wie beim großen Bruder DJM-900NXS2 bedienen lassen. Das Display für die Effekt-Information ist dafür etwas kleiner ausgefallen. Dafür wurde aber die 3-Band-Frequenztrennung für die Effektausgabe übernommen.

DJM-750MK2 DJ-Mixer von Pioneer DJ.

Eine Effektschleife für externe Effektgeräte steht ebenfalls zur Verfügung. Leider wirkt sich diese aber eher wie eine Insert-Schleife aus, statt als Send. Zusätzlich bietet der DJM-750MK2 auch die USB-Anbindung für die RMX-1000 iPad App an, die sozusagen ein zusätzliches virtuelles Effektgerät darstellt. Der USB-Anschluss kann aber auch dazu genutzt werden, um mit der Pioneer DJ DJM-Rec App seinen Mix direkt auf dem Mobilgerät aufzunehmen. Mit ca. 1200 Euro ist der DJM-750MK2 eine Alternative für den Club, an dem alle klassischen Anschlüsse für Turntables und CD-Media-Player vorhanden sind. Einschränkung erfährt man bei der einfachen Soundkarte, die weder DJ-Wechsel zulässt noch mit Serato und Traktor im DVS-Modus kompatibel ist. DJs, die aber einen gut verarbeiteten Clubmixer für klassische Setups mit einfacher Bedienung suchen, werden beim DJM-750MK2 fündig.

Merkmale:

- DJM-900NXS-Feeling mit reduzierter Ausstattung für den kleineren Geldbeutel
- Rekordbox DVS im Bundle
- Preis: ca. 1099 Euro

Testbericht DJM-750MK2

Denon DJ X1800 Prime

Mit dem Erscheinen der Denon DJ SC5000 Mediaplayer wurde die DJ-Welt auf einen ernstzunehmenden Konkurrenten für die Pioneer CDJs aufmerksam. Im Schlepptau dieser Player und als Kommandozentrale dient dabei der 4-Kanaler Denon DJ X1800 Mixer, der ebenfalls zur Prime Serie gehört. Der X1800 ist ein robust gebauter Mixer, dessen Layout stark an die Pioneer Mixer erinnert. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede. Pro Kanal steht ein bipolarer Filter und ein Regler für vier Sweep-Effekte gleichzeitig zur Verfügung. Des Weiteren gibt es ein Effektbord mit zwölf weiteren Effekten, die BPM- und frequenzabhängig gesteuert werden können. Eine Besonderheit ist hier die Instant-Taste in Kombination mit dem Touchstrip, mit der sich eine Makrofunktion aus Effektsteuerung und Einschalten des Effektes kombinieren lässt.

X1800 Prime DJ-Mixer von Denon DJ.

Als digitaler Mixer bietet der X1800 ein Untermenü, welches viele weitere Einstellmöglichkeiten bietet. Unter anderem lässt sich hier der EQ-Typ zwischen klassisch und Isolator wählen, und auch die Crossover-Frequenzen dafür einstellen. Dazu gibt es noch die Möglichkeit Gain-Levels für Mikrofon und Kopfhörer oder die Resonanz des Filters zu justieren oder auch das Kanalrouting zu verändern. Der X1800 besitzt nämlich eine interne 24 Bit/96 kHz Soundkarte, die mit dem Serato DVS-Paket kompatibel ist. Weitere DVS-Kompatibilitäten sind bis auf Weiteres nicht gegeben. Durch zwei USB-Ports sind DJ-Wechsel kein Problem. Als Schaltzentrale für bis zu vier SC5000 Player stehen auf der Rückseite digitale Anschlüsse zur Verfügung. Für den klassischen Anschluss sind vier Phono- und vier Line-Buchsen vorhanden. Insgesamt ist der Denon DJ X1800 ein robustes und übersichtliches Mischpult, das mit viel Potential sowohl optisch als auch unter der Haube auf einen Markt gekommen ist, auf dem es sich nicht hinter den Pioneer Mixern verstecken muss.

Merkmale:

- Übersichtlicher digitaler Allround-Mixer mit guten Effekten
- Viele Einstellmöglichkeiten
- Serato DVS-fähig gegen Aufpreis
- Preis: ca. 1498 EUR

Testbericht X1800 Prime

Allen & Heath Xone:PX5

*Bild: AllenHeath_XonePX5_top.jpg

Der Xone:PX5 ist Allen & Heaths Antwort auf die bedienfreundliche DJM-NXS-Serie von Pioneer. Der analoge 4+1-Kanaler zeigt auf den ersten Blick, dass die Bedienoberfläche wesentlich aufgeräumter ist als bei einem Xone:96 oder einem Xone:DB4. Dementsprechend besitzt der PX5 einen einfachen 3-Band-EQ pro Kanal und nur ein VCF-Filtersystem, das sich auf jeden Kanal routen lässt. Auch wenn der PX5 ein analoger Mixer ist, verknüpft er auf geschickte Weise die Vorteile von analoger und digitaler Welt. Allen voran ist ein Traktor Scratch zertifiziertes Audio-Interface mit zehn Stereo-Kanälen und 24 Bit/96 kHz Wandlern verbaut, das per USB mit einem Rechner verbunden werden kann. Serato kann der Xone:PX5 leider nicht. Für die Signalmanipulation wurde ein Effektbord integriert, das 16 Effekte aufweist. Diese lassen sich sehr detailreich einstellen, da man hier neben dem Dry/Wet- auch noch zwei weitere Parameter steuern kann.

Xone:PX5 DJ-Mixer von Allen&Heath.

Wem das nicht reicht, der kann parallel über die Send/Return-Schleife noch ein weiteres Effektgerät einbinden. Sowohl das VCF-Filtersystem als auch die Pre- und Postfader-Schaltung sind im Effektweg möglich, wodurch sich weitere Mixtechniken ergeben. Man kann den PX5 als preiswerten Clubmixer betrachten, der einfach zu bedienen ist und den charakteristischen analogen Allen & Heath Sound liefert. Er weist darüber hinaus noch eine ausgefeilte Konnektivität für MIDI-Gerätschaften wie K-Serien-Controller, Effekte, Synths oder Drummachines auf, die sich über den PX5 synchron halten lassen. Die Onboard-Effekte kann man dabei eher als "smooth" statt "in-your-face" bezeichnen, was Allen & Heaths Historie aus dem Studiobereich unterstreicht.

Merkmale:

- Übersichtlicher analoger Mixer mit Effektboard
- Erweiterte Konnektivität für MIDI-Geräte
- Traktor Scratch zertifiziertes Interface
- Preis: ca. 1200 EUR

Xone:PX5

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